Johanniter gründen Ortsverband in Hude

Stefan Greiber - Weser-Ems, 20. Februar 2019

Bevor die Johanniter einen neuen Ortsverband gründen, müssen viele verschiedene Aspekte zusammen kommen. Das betonte Wilfried Barysch, Mitglied im Vorstand des Regionalverbands Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe, beim Festempfang im Kulturhof in Hude. Zwei seien besonders wichtig: „Wir müssen einen Bedarf erkennen, und wir wollen uns willkommen fühlen. Beides ist hier in Hude der Fall!“ Daher beschlossen die Johanniter, den Ortsverband Hude als 21. Ortsverband im Regionalverband Weser-Ems zu gründen. Und weil ein Ortsverband auch immer eine Führung braucht, ernannten sie zuvor in einem Gottesdienst in der St. Elisabeth-Kirche Andreas Feige zum Ortsbeauftragten in Hude.

Die Johanniter sind schon seit vielen Jahren im Landkreis Oldenburg sehr aktiv. Bereit 1962 schaffte der Ortsverband Ahlhorn einen ersten Krankenwagen an und legte damit den Grundstein für den Rettungsdienst in seiner heutigen Form. In Großenkneten betreiben die Johanniter ein Pflegebüro, in Wildeshausen einen Hort und ein Beratungsbüro für sozialen Dienstleistungen und in Hude seit mehr als einem Jahr eine Rettungswache. Als dann die Frage kam, ob die Johanniter auch ein ehrenamtliches PSNV-Team (Psychosoziale Notfall-Versorgung, auch „Erste Hilfe für die Seele“ genannt) aufbauen können, war der Schritt zur Gründung eines Ortsverbands nur noch sehr kurz. „Wir hatten jetzt nicht nur eine hoch motivierte Gruppe engagierter Ehrenamtlicher in Hude, wir hatten auch jemanden, der sagte: ‚Ich finde toll, was hier gerade in Hude passiert! Ich will die Leute führen‘“, berichtet Barysch. Schnell war klar, dass Andreas Feige der ideale Mann für das Ehrenamt des Ortsbeauftragten ist. Unterstützt wird er von den Dienststellenleiter des Ortsverbands Ahlhorn, Martin Gobert, sowie den Ortsbeauftragten der Ortsverbände Delmenhorst und Stedingen, Marcel Colter und Diether Liedtke, die alle beim Empfang dabei waren und mit ihrer Erfahrung Andreas Feige beraten werden.

„Das eine Hilfsorganisation hier in Hude einen eigenständigen Verband gründet, passiert auch nicht jeden Tag“, sagte Bürgermeister Holger Lebedinzew in seinem Grußwort. „Das letzte Mal war für 85 Jahren.“ Für Politik und Verwaltung der Gemeinde sei wichtig, dass es keine Konkurrenz der Organisationen untereinander gibt, denn Wettbewerb im Leisten von Hilfe dürfe es nicht geben. „Aber wenn ich mich hier so umschaue und die vielen Vertreter von Feuerwehren und den Maltesern sehe, habe ich keine Zweifel, dass es gelingen wird“, betonte Lebedinzew. „Immanuel Kant sagte: ‚Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen‘. Ich glaube, mit Ihrem Ortsverband gewinnen die Huder Bürger in allen drei Punkten hinzu“, schrieb die Bundestagsabgeordnete Astrid Grotelüschen in einem Grußwort, das von Regionalvorstand Markus Wedemeyer verlesen wurde. „An Schlaf wird es Ihnen, liebe Johanniter, dafür garantiert oft fehlen. Dass Sie Ihre freie Zeit und Ihre Kraft gern in den Dienst der Allgemeinheit stellen, ist ein Geschenk, für das ich mich schon jetzt ausdrücklich und von Herzen bedanke.“

Zuvor hatte Pastor Udo Dreyer im Gottesdienst die Geschichte vom Barmherzigen Samariter erzählt. „Was der Esel des Samariters war, ist heute der Rettungswagen der Johanniter“, sagte er in seiner Predigt. Der Samariter habe aber mehr getan als nur die Wunden zu versorgen. Er habe auch Erste Hilfe für die Seele geleistet. „Das machen die Johanniter hier in Hude auch mit ihrer PSNV.“ Gottesliebe und Nächstenliebe gehören zusammen, zudem sei Nächstenliebe keine Einbahnstraße, denn es kann schnell passieren, dass der Helfer selber Hilfe braucht. Gemeinsam mit Pastor Dr. Stefan Welz, Regionalverbandspfarrer der Johanniter-Unfall-Hilfe in Weser-Ems, spendete er anschließend Andreas Feige den Segen für seine zukünftige Tätigkeit als ehrenamtlicher Ortsbeauftragter in Hude.