Sebastian Sendler neuer Ortsbeauftragter in Lingen

Stefan Greiber - Lingen, 30. Juni 2019

Sebastian Sendler ist neuer Ortsbeauftragter des Ortsverbands Lingen der Johanniter-Unfall-Hilfe. Am Sonntag führten die Regionalvorstände Markus Wedemeyer und Wilfried Barysch in einem Gottesdienst im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen den 42-jährigen Justizvollzugsfachwirten und gelernten Bankkaufmann in sein Amt ein. Pastor i.R. und Leiter der Subkommende Osnabrück des Johanniterordens Alfred Mengel erteilte Sendler den Segen für sein neues Amt und hielt die Predigt. Jens Bädker, Dienststellenleiter des Ortsverbands Lingen, versprach feierlich Sendler ihn bei allen zukünftigen Herausforderungen zu unterstützen. Heinz Tellmann, Erster Bürgermeister der Stadt Lingen, überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit der Hilfsorganisationen untereinander. „In der Hilfe für den Nächsten ist Konkurrenz fehl am Platze“, sagte Tellmann. Alle Hilfsorganisationen der Stadt sollten weiterhin Hand  in Hand für das Wohl der Menschen arbeiten.

Dass das Amt des Ortsbeauftragten kein leichtes ist, betonte Markus Wedemeyer in seiner Ansprache. „Sie werden auch eines Abends auf der Bettkante sitzen und sich fragen, warum Sie sich das alles antun – ehrenamtlich und ohne Lohn“, versprach Wedemeyer, der selber ehrenamtliches Mitglied im Vorstand des Regionalverbands Weser-Ems ist und zuvor einige Jahre Ortsbeauftragter in Nordenham. „Wenn Sie  wissen wollen, warum wir es uns antun, fahren sie mit Andre und Ann-Kathrin zum Kirchentag.“ Beim Großeinsatz beim 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag eine Woche zuvor seien die beiden Sanitäter des Ortsverbands Lingen erstmals bei einem Dienst dieser Größenordnung dabei gewesen. „Ich hatte den Eindruck, sie sind sehr bewegt nach Hause gefahren.“ Der Kirchentag sei eine Laienbewegung, die getragen wird von Menschen, die Kirche lebendig machen. „Wir vom Vorstand sind auch nichts ohne die Menschen, die nicht nachlassen, sich für andere zu engagieren.“ Wenn es die Menschen nicht gäbe, die ehrenamtlich nachts rausfahren, um anderen zu helfen, werde keine Finanzbuchhaltung, keine Personalabteilung, kein Pressesprecher notwendig. „Ja, auch wir vom Vorstand wären überflüssig. Unsere Arbeit dient dazu, dass unsere Helfenden ihren Dienst erfüllen können“, betonte Wedemeyer und riet Sendler dazu, sich das in Erinnerung zu rufen, „wenn Sie abends auf Ihrer Bettkante sitzen und am Sinn Ihres Engagements zweifeln.“

„Als ich in Lingen in einem Schnellrestaurant saß, habe ich ein Auto der Johanniter gesehen“, erinnerte Sendler sich. Neugierig geworden erkundigte er sich, was die Johanniter so machen. Dabei stieß der Vater von zwei Kindern auf den Organtransport, den die Lingener Johanniter in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) für Weser-Ems sicherstellen. Er meldete sich freiwillig, gleich die erste Tour dauerte 18 Stunden. „Es war anstrengend, aber auch spannend und bewegend.“ Ein Erlebnis ist besonders hängen geblieben. Bei einem Transport eines Organs von Oldenburg nach Essen in Nordrhein-Westfalen musste das Team noch etwas warten. „Die Angehörigen saßen im gleichen Raum. Und als der Arzt kam und ihnen erklärte, dass das Organ jetzt da ist und sie mit der Transplantation beginnen, haben wir die Erleichterung und Freude gesehen und erkannt, dass wir ein kleines Rädchen in diesem Prozess waren.“ Es bedeute ihm sehr viel, anderen Menschen geholfen zu haben. „Das möchte ich in meiner neuen Funktion stärken und natürlich die Jugend, weil sie die Zukunft unserer Organisation sind.“

Auf die Jugend ging auch Pastor i.R. Alfred Mengel in seiner Predigt ein. Er band die anwesenden Mitglieder der Lingener Johanniter Jugend in seine Erzählung über den Heiligen Christopherus ein, ein Hüne, der Reisende über einen Fluss trug, um dadurch Gott zu dienen. Beten und Fasten sei nicht seins. „Ein jeder wie er kann“, sagte Mengel. Das gelte auch für die Johanniter, die getrieben seien vom Wunsch zu handeln, wenn jemand in Not ist.