Organisationen fordert mit Eigeninitiative der Menschen

Stefan Greiber/Fotos: Antje Heilmann (1), Stefan Greiber (1) - Norden, 06. Februar 2018

Alles im Griff: die Planungsgruppe für den 2. Bevölkerungsschutztag der Polizeidirektion Osnabrück mit Bürgermeister Heiko Schmelzle, Johannes Büscher und Dr. Angela Lißner (vorne von links). Foto: Antje Heilmann

Erklären den Aufbau: Fachdienstleiter für Bürgerdienste und Sicherheit bei der Norder Stadtverwaltung Uwe Fröbel (links) und Bürgermeister Heiko Schmelzle.

Sie kommen, wenn die beruflichen Retter aufgrund einer großen Zahl an Verletzten oder einer außergewöhnlichen Lage an ihre Grenzen stoßen: die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer im Bevölkerungsschutz. Um den Menschen aus der Region Ostfriesland zu zeigen, zu was die Freiwilligen alles in der Lage sind, lädt die Polizeidirektion Osnabrück (PD) zum 2. Bevölkerungsschutztag ein. Am Sonnabend, 6. Mai, präsentieren sich von 11 bis 18 Uhr neben der Polizei auch Feuerwehren, Technisches Hilfswerk und mehrere Hilfsorganisationen aus dem Zuständigkeitsbereich der PD auf dem Marktplatz in Norden. Mit dabei sind auch die Johanniter.

Tatkräftig unterstützt wird der Ortsverband Norden dabei von Johannitern aus anderen Verbänden in der Region. „Aus Aurich kommen die Höhenretter und zeigen, wie sie verletzte Menschen aus großer Höhe abseilen können“, sagt Johannes Büscher, Ortsbeauftragter der Johanniter in Norden. Der Ortsverband Delmenhorst schickt seine Mobile Medizinische Versorgungseinheit (MMV). In dem Sanitätscontainer können sich Besucher kostenlos den Blutdruck und Blutzucker messen lassen. Einen ganz besonderen Auftrag hat der Feldküchentrupp des Ortsverbands Wiesmoor. Sie übernehmen die Verpflegung aller Helfer beim Bevölkerungsschutztag. Auch die Besucher können sich von der Leistungsfähigkeit der Einheit überzeugen. „Wir bieten Rosmarinkartoffeln zum Probieren an, um zu zeigen, dass Feldküche nicht nur Erbsensuppe und Gulascheintopf ist“, sagt Büscher.

Im Infozelt der Johanniter zeigen die Norder Helferinnen und Helfer beispielhaft die Bevorratung für den Katastrophenfall, die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfohlen ist. „Da sind Dinge bei wie 1,5 Liter Wasser pro Person und Tag für mindestens zwei Wochen, Nudeln, Mehl, Batterien und vieles mehr“, sagt Büscher. Damit wollen das Amt für Brand- und Katastrophenschutz der PD Osnabrück und die Johanniter an die Verantwortung der Bürger appellieren, selber für den Notfall vorzusorgen. „Sich zurücklehnen und darauf zu hoffen, dass irgendjemand schon kommen wird, ist sehr leichtsinnig“, sagt Amtsleiterin Dr. Angela Lißner.

Der Bevölkerungsschutztag diene auch dazu die Menschen daran zu erinnern, selber Verantwortung zu übernehmen. Viele hätten sich daran gewöhnt, selbst bei Kleinigkeiten Hilfe zu rufen. Da belaste die Organisationen unnötig. „Wir sind schon mal während eines Orkans zu Einsätzen gerufen worden, bei dem nur ein Ast auf der Straße lag“, berichtet Thomas Weege, Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Norden. Dafür sei dann extra ein Trupp mit neun Leuten angerückt, einer ist ausgestiegen, hat den Ast zur Seite geräumt und die Truppe ist wieder weggefahren. „In der Zeit standen wir natürlich für echte Einsätze nicht zur Verfügung“, warnt Weege. Da wünsche er sich von den Menschen einfach mit Eigeninitiative. Ein Wunsch, den auch die Johanniter teilen.