Kloster aus Minsk holt Hilfsgüter in Nordenham ab

Rolf Blumenberg - Nordenham, 02. Februar 2020

Besuch aus Weißrussland hatte dieser Tage die Auslandshilfe des Ortsverbands Nordenham der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH). Zu Gast war eine Delegation vom Kloster der Heiligen Elisabeth aus der Hauptstadt Minsk, um mit einem großen Lastkraftwagen Hilfsgüter abzuholen, die für ein Reha-Zentrum in der Zwei-Millionen-Metropole gedacht sind.

Das Kloster hat in und um Minsk ein Netzwerk an sozialen Einrichtungen aufgebaut, um Menschen mit Beeinträchtigungen zu helfen, darunter Kranke, Behinderte, Drogen- und Alkoholsüchtige sowie Obdachlose. Unter anderem betreibt das Kloster gesonderte Rehabilitations-Zentren für Männer und Frauen sowie Internate für Kinder und Erwachsene. Während den Bedürftigen in den Einrichtungen ein Dach über dem Kopf sowie regelmäßige Mahlzeiten garantiert werden können, mangelt es ansonsten an allen Ecken und Enden. Aus diesem Grunde nahm die Kloster-Leitung kürzlich Kontakt nach Deutschland auf, um nach Hilfsgütern zu fragen.

Auf diese Weise kam auch ein Hilferuf in Nordenham bei Rolf Krause an, Leiter der Auslandshilfe der Nordenhamer Johanniter. Sofort erklärte der sich bereit, die angefragten Materialien zur Verfügung zu stellen. Und da das Lager in der ehemaligen Schule in Stollhamm inzwischen weitgehend voll ist, konnten die Gäste aus dem Vollen schöpfen.

Zunächst luden die Helfer der JUH einige Krankenhausbetten auf den riesigen Lastkraftwagen, mit dem die vierköpfige Delegation die 1600 Kilometer bis nach Nordenham bewältigt hatte. Die Betten stammen aus einem Krankenhaus in Bremen und waren bei Kronos Titan in Blexen zwischengelagert worden. In Stollhamm wurden dann noch größere Mengen von Haushaltsartikeln, Matratzen, Rollatoren, Rollstühle, Gehhilfen, Lampen und vieles andere mehr verladen. Für Rolf Krause war diese Aktion eine gute Gelegenheit, wieder etwas Luft in seinem Lager zu bekommen, denn die Spendenbereitschaft aus der Bevölkerung ist nach wie vor hoch.

Schwester Mitrodora, die ebenso wie Schwester Irene die Delegation aus Minsk in Ordenstracht begleitete, zeigte sich hocherfreut über die breitwillige Hilfe aus Nordenham. Sie berichtete vom Leid der Bewohner in den vom Kloster betreuten Einrichtungen und würde gerne den Kontakt zu Rolf Krause und seinem Team aufrechterhalten. Krause will prüfen, ob in Zukunft einer der Hilfstransporte von Nordenham nach Weißrussland möglich ist. Derzeit werden jährlich zwei Fahrten nach Litauen und Lettland organisiert. Die ursprünglich auch nach Russland durchgeführten Hilfstransporte wurden vor Jahren abgebrochen, als die Zoll-Formalitäten zu aufwändig und zu teuer wurden.

Die nächste Fahrt der Mannen um Rolf Krause führt vom 8. bis zum 16. Mai nach Lettland. Mit zwei Fahrzeugen und etwa acht Helfern werden dann etwa 40 Tonnen Hilfsgüter an bekannte Stellen auf den Weg gebracht. Ein zweiter Transport ist für die Zeit vom 31. Juli bis zum 8. August nach Litauen und Lettland vorgesehen. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Die Delegation aus Weißrussland machte sich nach ihrem Besuch in der Wesermarsch auf den Weg nach Hannover. Hier sollten weitere Hilfsgüter zugeladen werden, ehe die Heimreise nach Minsk angetreten wurde.

Stichwort Kloster der Heiligen Elisabeth in Minsk:

Das Kloster der Heiligen Elisabeth in Minsk ist ein orthodoxes Frauenkloster, das nach Elisabeth von Hessen-Darmstadt (1864-1918), nach ihrer Heirat Großfürstin Jelisaweta Fjodorowna, benannt wurde. Sie wird in der orthodoxen Kirche als Heilige und Märtyrerin verehrt.
Das Kloster befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Nervenheilanstalt. Die Schwestern haben ein umfangreiches Sozialwerk aufgebaut, das psychisch Kranke, geistig und körperlich behinderte Waisenkinder und alkoholabhängige Obdachlose betreut.