Der große Wunsch war das Wiedersehen mit Papa

Stefan Greiber - Oldenburg, 15. Dezember 2019

Oft bringen die Kleinen Wünsche große Freude in Familien, die wirtschaftlich benachteiligt sind und bei denen es Weihnachten nur wenig zu feiern gibt. Doch manchmal sind die Kleinen Wünsche verglichen mit dem, was Freude in die Herzen der Menschen bringt, tatsächlich nur klein. So wie im Falle des siebenjährigen syrischen Jungen, der sich in diesem Jahr an der Weihnachtsaktion „Kleine Wünsche“ der Johanniter in Oldenburg beteiligt hat. Drei Jahre war der Junge auf der Flucht vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat, zusammen mit Mutter und seinem inzwischen vierjährigen Bruder. Jetzt endlich hat er in Oldenburg eine neue Heimat gefunden, die Familie ist mit ihrem Vater, der schon früher flüchten musste, wieder vereint. „Wenn man von solchen Schicksalen hört, werden die eigenen Probleme ganz klein“, sagt Anke Siemers von den Johannitern, die die Johanniter-Weihnachtsaktion „Kleine Wünsche“ gemeinsam mit dem Leiter des KundenServiceCenters Peter Hilbink organisiert hat.

Genau 608 Geschenke konnten die Johanniter in diesem Jahr den Teams des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) der Stadt überreichen. Der Gesamtwert der Geschenke beträgt mehr als 15.000 Euro. Viele erfüllen den Erst- und Zweitwunsch und packen zusätzlich Schokolade und vieles mehr ein. Die Teams bringen die Geschenke jetzt in die Familien zu den Kindern, die die Wunschzettel ausgefüllt haben. Auch in diesem Jahr standen neben Spielzeug zahlreiche praktische Dinge wie Winterjacken, Schlafanzüge, Socken, Schuhe, Kindergartentaschen, Federmappen und Füller auf den Wunschzetteln. Zahlreiche Wunschpaten haben die Geschenke gekauft, liebevoll verpackt und bei den Johannitern abgegeben. „Dafür bedanken wir uns ganz herzlich bei allen Paten“, sagt Siemers. Erfreulich sei auch wieder die hohe Zahl an Firmen gewesen, die stellvertretend für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ganze Packen von Wunschzetteln übernommen haben. Die Weihnachtsaktion „Kleine Wünsche“ in Oldenburg fand bereits zum zehnten Mal statt, viele Paten sind „Stammkunden“ und wohnen in Hamburg, Berlin und anderen Städten. „Sie rufen schon im Herbst an und bestellen einige Wunschzettel vor“, berichtet Anke Siemers.