Seit 25 Jahren Nebenbeschäftigung in der Rente

Stefan Greiber - Oldenburg, 09. September 2019

Mit 14 Jahren trat er in die Lehre ein, hatte seitdem ununterbrochen gearbeitet und war keinen einzigen Tag arbeitslos. Jetzt hatte Herbert Feierabend 45 Jahre voll und sollte in Rente gehen. Dabei fühlte sich der 1935 Geborene noch gar nicht als Rentner. Zufällig stieß der gelernte Tischler über eine Stellenanzeige in der Zeitung. Der Ortsverband Oldenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe suchte einen Hausmeister. „Ich habe mich beworben und seitdem bin ich hier“, erzählt Herbert Feierabend. Das war 1994. Jetzt ehrte Wilfried Barysch, Mitglied im Vorstand des Regionalverbands Weser-Ems, den heute 84-Jährigen für sein 25-jähriges Betriebsjubiläum. Genauso lange dabei ist Volker Gerlich, der bereits verschiedene Positionen überwiegend im Rettungsdienst besetzt hat.

Nach seiner Tischlerlehre und einigen Jahren bei Handwerksunternehmen in Oldenburg begann Herbert Feierabend 1958 bei der Standortverwaltung der Bundeswehr zu arbeiten. Dort blieb er 36 Jahre. Schon vor seiner Pensionierung schaute er sich nach einer Beschäftigung um und begann am 1. September 1994 als Hausmeister mit zehn Stunden wöchentlich bei den Johannitern. Seitdem tischlert, mauert und hämmert er unermüdlich, tauscht Leuchtstoffröhren aus und baut die Räume um. „Ich glaube, im ganzen Gebäude steht keine Wand mehr dort, wo sie vorher stand“, sagte Barysch. Ständig mussten die Räume den neuen Erfordernissen angepasst werden. Wände, die im Weg waren, mussten weichen, neue hochgezogen werden. Wenn eilig war, auch am Wochenende. „Du bist mit 84 Jahren noch fitter als wir alle zusammen“, sagte Barysch. Fürs Jungbleiben hat Feierabend eine einfache Erklärung: „Ständig in Bewegung bleiben, und der Umgang mit den vielen jungen Leuten hier.“

Volker Gerlich begann seine Karriere bei den Johannitern nach seinem Zivildienst im damaligen Reinhard-Nieter-Krankenhaus im März 1992 im Ortsverband Wilhelmshaven. Nach seiner Ausbildung zum Rettungsassistenten an der Bundesschule der Johanniter-Unfall-Hilfe wurde er am 1. September 1994 im Ortsverband Oldenburg als Rettungssanitäter eingestellt. Nur einen Monat später erhielt er seine Beförderung zum Rettungsassistenten, am 1. April 2000 zusätzlich zum Lehrrettungsassistenten. „Anderen dein Wissen weiterzugeben war schon immer dein Ding“, erinnerte Barysch sich. Ende November 2015 wagte Volker Gerlich einen ungewöhnlichen Schritt. Er wechselte zu einem Rettungsdienst in Dänemark, blieb aber Mitglied im Ortsverband Oldenburg. Schon im März 2016 kehrte er zurück, unterstützte den Ortsverband Wilhelmshaven im Rettungsdienst in der Flüchtlingshilfe und später den Ortsverband Ahlhorn nach der Übernahme der Rettungswache in Hude. „Immer wenn wir dringend irgendwo jemanden gebraucht haben warst du da“, lobte Barysch. Seit dem 1. April 2018 ist er wieder – inzwischen mit bestandener Ergänzungsprüfung zum Notfallsanitäter – im Rettungsdienst in Oldenburg tätig. Zusätzlich war er Fachlehrer an der Notfallsanitäterschule Weser-Ems, der Berufsschule für Auszubildende im Rettungsdienst. Beide Jubilare bekamen ein Geschenk und eine Urkunde als Anerkennung.