Verzögerungen lassen etwas Tolles entstehen

Stefan Greiber - Oldenburg, 24. Juni 2020

Eigentlich wollten die Johanniter ihre neue Tagespflege „Am Klingenbergplatz“ in Oldenburg schon im Frühjahr eröffnen. Doch Corona machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Jetzt werden die ersten Gäste am 1. Juli erwartet, bereits am vergangenen Montag wurde die Einrichtung offiziell eingeweiht. Stephan Siemer, Dienststellenleiter des Ortsverbands Oldenburg der Johanniter-Unfall-Hilfe, war über die Verzögerung nicht unglücklich. „Wir haben die Zeit genutzt, um hier etwas richtig Schönes zu entwickeln“, sagte er. Die Tagespflege mit Platz für 15 Gäste ist Teil des Komplexes „Neues Zentrum Kreyenbrück“, in dem die Johanniter zudem eine Wohngemeinschaft für Menschen mit demenziellen Veränderungen betreiben und die Betreuungsleistungen für die Bewohner der Betreuten Wohnanlage der GSG mit 22 Wohnungen erbringen. Sowohl in der Wohngemeinschaft als auch Betreuten Wohnanlage sind noch Wohnungen frei.

Wilfried Barysch, Mitglied des Vorstands des Regionalverbands Weser-Ems, warf einen Blick zurück. Im September 2009 haben die Johanniter in Wilhelmshaven die erste Tagespflege der Johanniter im Landesverband Niedersachsen/Bremen eingeweiht. „Wir wussten damals nicht, wie sich das entwickeln wird“, erinnerte Barysch sich. Aber das Angebot wurde sofort gut angenommen, weitere Einrichtungen entstanden. Die Tagespflege „Am Klingenbergplatz“ ist die inzwischen sechste im Regionalverband Weser-Ems, die zweite in Oldenburg nach der Einrichtung „Am Bürgerbusch“. Das Besondere ist die Lage. Die Tagespflege teilt sich den geschützten Garten mit der Wohngemeinschaft, so dass Gäste und Bewohner gemeinsam ihre Zeit verbringen können. Ein Konzept, das Geselligkeit verspricht, doch für Barysch nur ein weiterer Schritt auf einem Weg ist. „Ich habe da immer noch einen Traum“, sagte er. Er wünsche sich ein Zentrum mit viel Platz, Tagespflege, Betreutes Wohnen, Senioren-Wohngemeinschaften und als Mittelpunkt ein Café, das auch der Öffentlichkeit offensteht und als zentraler Treffpunkt und Gemeinschaftsfläche die Menschen zusammenbringt. „Alte und junge, Menschen mit und ohne Betreuungs- und Pflegebedarf, Angehörige, Freunde und alle, die gerne im Kontakt mit anderen stehen“, sagte Barysch. Ein solches Zentrum sei ein Gewinn für jede Stadt.

Birgit Schütte, Leiterin der Abteilung Vermietung/Instandhaltung der GSG, begrüßte die Mitarbeiterinnen der neuen Tagespflege als Vermieterin der Räumlichkeiten. „Schon 2010 gab es die ersten Gespräche“, erinnerte sie sich. Auf dem ehemaligen AEG-Gelände in Kreyenbrück sollte ein Zentrum der Gesundheitswirtschaft entstehen, das 2017 eröffnen sollte. „Es ist jetzt doch etwas später geworden, aber das Warten hat sich gelohnt“, sagte Birgit Schütte. „Hier ist etwas Tolles entstanden.“ Für Susann Godfrey-Mbeyela, Pflegedienstleiterin der Johanniter-Tagespflege, hatte sie einen Blumenstrauß und einen Einkaufsgutschein für Materialien für die Betreuung der Gäste dabei. Die Tagespflege bietet auf fast 300 Quadratmetern Platz für bis zu 15 Gäste, die hier ihren Tag verbringen können. Zwei Ruheräume, ein großer Gemeinschaftsraum für Aktivitäten und geselliges Zusammensein, eine offene Küche und ein separater Multifunktionsraum ermöglichen viel Bewegungsfreiheit und eine ideale Betreuung der zumeist älteren Menschen. Weitere Informationen gibt es hier sowie unter Telefon 0441 971900.