Vom Zivi zum Leiter des Servicecenters

Stefan Greiber - Oldenburg, 19. Dezember 2013

Frank Komrowski seit zehn Jahren hauptamtlich bei den Johannitern

Regionalvorstand Wilfried Barysch (rechts) überreichte Frank Komrowski eine Blumenschale zum zehnjährigen Dienstjubiläum.

Mit einer großen Blumenschale gratulierte Wilfried Barysch, Mitglied des Regionalvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe in Weser-Ems, Frank Komrowski zu seiner zehnjährigen hauptamtlichen Tätigkeit. „Herr Komrowski hat sich von Beginn an weit über das normale Maß hinaus für die Johanniter engagiert“, sagte Barysch. Denn eigentlich ist der heutige Leiter des Servicecenters des Regionalverbandes schon viel länger dabei. „Angefangen habe ich am 1. August 1995 als Zivildienstleistender im Ortsverband Oldenburg“, erzählt der gebürtige Ammerländer. Mit 24 Jahren war er relativ alt für einen Zivi. „Um ehrlich zu sein hatte ich gehofft, mich um den Zwangsdienst drücken zu können“, sagt er. Doch nach abgeschlossener Schule und Berufsausbildung klopfte die Bundeswehr an. Statt zu dienen entschloss er sich zum Zivildienst. Zum Glück.

Hendrik Luers, damals wie heute Fahrdienstleiter der Oldenburger Johanniter, stellte Frank Komrowski ein. Da er relativ alt war und schon mehrere Jahre Fahrerfahrung hatte, durfte er sofort in den Fahrdienst einsteigen und seine Ausbildung zum Rettungssanitäter machen. Seine erste Fahrt im Behindertenfahrdienst ist ihm ganz besonders in Erinnerung geblieben. „Hinten saßen vier Senioren drin, um plötzlich brach auf der Rückbank Geschrei aus.“ Er fragte seinen Einweiser auf dem Beifahrersitz, was los sei. Der klärte ihn auf. „In dieser Straße gab es ein Schlagloch, und jeder Zivi fuhr immer durch dieses Schlagloch. Ich hatte es natürlich gesehen und bin ausgewichen, aber die Senioren wollten einfach diesen Schlag spüren, weil sie sich immer köstlich darüber amüsierten.“ Komrowski tat ihnen den Gefallen, drehte um und fuhr über das Loch hinweg.

Nach Ende seiner Zivildienstzeit am 31. Dezember 1996 blieb Komrowski den Johannitern verbunden. Während er in der Lebensmittelbranche arbeitete, fuhr er ehrenamtlich Rettungsdienst im Ortsverband Edewecht. 2003 bewarb er sich auf eine Stelle als Disponent in der Hausnotruf-Zentrale in Stedingen, am 1. Dezember schließlich wurde er eingestellt. Dort war auch der damalige Regionaljugendleiter Olaf Hölschen-Kappmeier beschäftigt, der ihn überredete, in Edewecht die Ortsjugendleitung zu übernehmen. „Ich habe eine neue ehrenamtliche Aufgabe gesucht, weil ich aus dienstlichen Gründen die Pflichtfortbildungen für den Rettungssanitäter nicht mehr erfüllen und daher nicht mehr im Rettungsdienst fahren konnte“, erzählt er. Die Arbeit mit der Jugend machte ihm so viel Spaß, dass er sich zur Wahl zum Regionaljugendleiter aufstellen ließ, als Hölschen-Kappmeier aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgeben musste. Zudem begann er, den Hausnotruf in der Gemeinde Edewecht aufzubauen.

2007 bewarb er sich auf die Stelle als Leiter des damals gerade erst eingerichteten Servicecenters. „Ich wollte einfach zurück nach Oldenburg, weil mir die Fahrerei nach Stedingen zu viel Zeit raubte“, berichtet er. Und Zeit war knapp, weil die Jugend in Edewecht immer größer wurde. Komrowski begleitete verantwortlich die Zusammenlegung des Servicecenters und der Fahrdienstzentrale der Oldenburger Johanniter und baute die Angebote konsequent aus. Von anfangs vier Mitarbeitern ist die Zahl auf zwanzig gestiegen. Heute ist das Servicecenter nicht nur rund um die Uhr Ansprechpartner für die 20 Ortsverbände und 36 Dienststellen der Johanniter in Weser-Ems sowie für die Verbände im Regionalverband Bremen-Verden, sondern betreut auch den Arztnotdienst für sechs Bezirke der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN) und stellt die nächtliche Rufbereitschaft für fünf ambulante Pflegedienste aus der Region.

Auch in der ehrenamtlichen Arbeit ist er weiter sehr aktiv. Zwar ist er vor zwei Jahren nach zwei Wiederwahlen nicht wieder für das Amt als Regionaljugendleiter angetreten, hat sich dafür umso mehr um die Edewechter Jugend gekümmert. Mit Erfolg. In diesem Jahr feierte die Jugend den Sieg als beste Nachwuchsretter beim Bundeswettkampf der Johanniter in Regensburg. Ein neues Ziel hat Komrowski bereits: „Die Titelverteidigung wäre eine tolle Sache.“