Acht Rettungshundeteams der Johanniter-Unfall-Hilfe haben die 8. bundesweite zentrale Rettungshundeprüfung nach GemPPO bestanden. Die Prüfung fand in Kalkriese bei Bramsche statt, organisiert wurde sie von der Rettungshundestaffel des Ortsverbands Osnabrück. „Alles in allem hat es super geklappt“, freute sich Frank Lilienthal, Leiter der Osnabrücker Rettungshundestaffel, nach dem zweitägigen Prüfungsmarathon. Die Osnabrücker Staffel hatte selber kein Team in der Prüfung, alle Helferinnen und Helfer waren in die Organisation eingebunden. Die Teams kamen aus dem gesamten Bundesgebiet. Bestanden haben Anja Lütchens mit Dups (Salzhausen), Diana Liebing mit Maja (Stralsund), Christian Blank mit Arvid (Paderborn), Dr. Ulrike Krettek mit Bailey (Hannover-Wasserturm), Jana Petersen mit Annie (Sylt), Brigitte Stengl mit Gonzo (Mittelfranken), Anja Udewenz mit Schäferhund "Hermann" (Ostwestfalen) und Anika Walter mit Border Collie "Floyd" (Nordbrandenburg). Prüferinnen und Prüfer waren Dr. Anja Rocksin und Carmen Dulitz (beide Hannover-Wasserturm), Jörg Oestreich (Schleswig) sowie Jana Simon (Stralsund).

Nur geprüfte Rettungshundeteams dürfen in den Einsatz gehen, etwa bei der Suche nach vermissten Personen. Bei der Rettungshundeprüfung nahmen 16 Teams teil, acht haben bestanden. Sie erhielten die Zertifizierung auf Basis der Gemeinsamen Prüfungs- und Prüferordnung für Rettungshundeteams (GemPPO). Nach der theoretischen Prüfung mit Fragen zu Einsatztaktik, Erster Hilfe an Mensch und Tier, Wetterkunde, Karte und Kompass folgte der Verweistest. Hierbei müssen die Hunde ihren Hundeführern anzeigen, dass sie einen Menschen aufgespürt hatten. Dabei dürfen sie dem Vermissten nicht zu nahe kommen oder belästigen, denn im Einsatzfall muss gewährleistet sein, dass die Hunde einen möglicherweise schwer verletzten oder verängstigten Menschen nicht bedrängen. Aufgabe des Hundeführers ist die schnelle und korrekte Erstversorgung der aufgefundenen Person. Beim nachfolgenden Gehorsamkeitstest kommt es auf das gute Zusammenspiel der Teams an. Geprüft wurde unter anderem, ob der Rettungshund auf Kommandos korrekt reagiert und seinem Hundeführer auch ohne Leine folgt.

Nach Bestehen dieser Teilprüfungen stand für die Flächensuchhunde die Suche in einem etwa 30 000 Quadratmeter großen Waldgelände im geschichtsträchtigen Kalkriese an, wo mutmaßlich genau 2010 Jahr zuvor die germanischen Stämme in der Varus-Schlacht den römischen Expansionsdrang nach Norden unsanft gestoppt haben. Nur 20 Minuten hatten die Teams Zeit, zwei versteckte Verletztendarsteller zu finden. „Die Prüfung war sehr anspruchsvoll, zumal das Wetter nicht mitgespielt hat“, erklärte Holger Schrader, stellvertretender Ortsbeauftragter der Osnabrücker Johanniter und Mitglied der Rettungshundestaffel. Wenig Wind und viel Feuchtigkeit in der Luft, die Gerüche nieder drückt, forderten die Spürnasen der Hunde ganz besonders. Vor dem Hintergrund seien die Ergebnisse sehr gut gewesen. „Im Einsatz können wir uns das Wetter auch nicht aussuchen“, betonte Schrader.