Schöne Orte an die Wand

Stadt Osnabrück, Pressestelle - Osnabrück, 12. Juli 2019

Ein bunter Mix: Aus den vielen Ideen der jungen Menschen entsteht ein großes Graffiti an der Wand der Gemeinschaftsunterkunft auf dem Limberg. Foto: Simon Vonstein/Stadt Osnabrück

Die ehemaligen Militärbarracken auf dem Limberg, in denen rund 160 Geflüchtete leben, sehen alle gleich aus. Das galt zumindest bis vor Kurzem. Eine Gruppe von 15 jungen Menschen, die entweder in der Gemeinschaftsunterkunft wohnen oder sich aus dem offenen Angebot des Gemeinschaftszentrum Lerchenstraße kennen, haben sich an die Verschönerung eines der Gebäude gemacht. Ein großes Graffiti ziert nun eine der Außenwände.

Die Idee stammt von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter zwischen 16 und 23 Jahren. „Sie wollten die Unterkunft verschönern und haben als Motto schöne Orte in Osnabrück, aber auch auf dem ganzen Planeten gewählt“, sagt Marcel van Deyk vom Fachdienst Jugend der Stadt. Mit Unterstützung des Gemeinschaftszentrums und der Johanniter-Unfallhilfe entstand ein integratives Beteiligungsprojekt, bei dem die Teilnehmer, die unter anderem aus dem Sudan, Syrien, Eritrea und Simbabwe stammen, zunächst ihre Ideen zu Papier brachten. Dabei stellte sich heraus, dass sie neben schönen Orten in Osnabrück oder in ihren Heimatländern auch Kriegsszenen darstellten und das Projekt so nutzten, das Erlebte zu verarbeiten. Bei der Sichtung einigten sie sich jedoch darauf, nur Schönes auf der Wand darzustellen und so entstand eine bunte Mischung, die von der Natur über den Themenbereich Wohnen bis zur Arche Noah und einem aus dem gleichnamigen amerikanischen Animationsfilm bekannten Minion, der aus dem Fenster einer Lehmhütte im Sudan schaut, reicht. Zentral ist ein Baum zu sehen, der von einer Faust umschlossen ist. „Der Baum ist das Symbol des sudanesischen Diktators, die Faust, die ihn ausreißt steht für eine friedliche Zukunft des Landes“, erklärt van Deyk.

Aus diesem Mix ein Wandbild zu machen, war dann Aufgabe der Graffiti-Künstler Bunte Hunde. Sie fügten die vielen Bilder zu einem bunten Gesamtkunstwerk zusammen, dessen Konturen sie an die Wand der Gemeinschaftsunterkunft sprühten. In gemeinsamer Arbeit mit den jungen Menschen entstand dann das bunte Bild. „Das Projekt war letztlich ein Mix aus künstlerisch-kreativer und biografischer Arbeit“, fasst van Deyk zusammen. Mit Blick auf die Unterkunft fügt er hinzu: „Wir können es gerne noch ein bisschen weiterführen, genügend Wände sind ja vorhanden.“