Eine Pfarrerin zum 50-jährigen Jubiläum

Stefan Greiber - Stadland, 16. Dezember 2018

Mit einem Gottesdienst und einem Festempfang im Gemeindehaus der St.-Matthäus-Kirche zu Rodenkirchen hat der Ortsverband Stadland der Johanniter-Unfall-Hilfe sein 50-jähriges Jubiläum gefeiert. Und sich bei der Gelegenheit gleich selbst beschenkt, denn im Gottesdienst wurde zusätzlich Pastor Birgit Faß als neuen Ortsverbandspfarrerin eingeführt. Sie folgt auf Pastor Werner Könitz, der als erster Pastorin Faß beglückwünschte. „Die Johanniter haben eine sehr gute Wahl getroffen“, freute er sich und legte sein Amt in ihre Hände. Birigt Faß ist jetzt als Mitglied der Ortsverbandsleitung neben dem Ortsbeauftragten Detlef Schumacher und seiner Stellvertreterin Katja Ratjen-Barz unter anderem für die seelsorgerische Begleitung der Helferinnen und Helfer zuständig. Die Einführung nahm Dr. Stefan Welz vor, Regionalverbandspfarrer der Johanniter-Unfall-Hilfe in Weser-Ems, die Ernennungsurkunde überreichte Wilfried Barysch, Mitglied im Vorstand des Regionalverband Weser-Ems.

„50 Jahre sind eine lange Zeit, in der wir viele tolle Sachen erlebt haben“, sagte Barysch beim anschließenden Empfang. „Leider gab es auch Ereignisse, die uns tief getroffen haben.“ Er erinnerte daran, dass innerhalb weniger Jahre erst der Ortsbeauftragte Erwin Helms und dann sein Nachfolger Uwe Barz überraschend verstorben sind. „Es ist bewundernswert, mit welcher Energie ihr diesen schweren Schicksalsschlag weggesteckt und mit eurer tollen Arbeit weitergemacht habt.“ Er hob besonders die Jugendarbeit und den Musikzug hervor, der bundesweit innerhalb der Johanniter-Unfall-Hilfe einzigartig sei. Für Ursula Schinksi, Stellvertretende Landrätin im Landkreis Wesermarsch, ist die Arbeit der Johanniter unverzichtbar. „Es ist gut zu wissen, dass es euch gibt.“ Sie selbst sei seit vielen Jahren Mitglied der Johanniter-Unfall-Hilfe. Die Gemeinde Stadland wurde vertreten durch Günter Busch, nachdem Bürgermeister Klaus Rübesamen kurzfristig aufgrund einer Erkrankung absagen musste.

Zuvor hatte Pastor Dr. Welz in seiner Predigt an die Bedeutung des Weihnachtsfestes erinnert. „Die Mitarbeitenden eines großen Elektronikmarktes haben einmal die Leute gefragt, was Weihnachten schön macht.“ Erwartet wurden Antworten wie  Essen, Trinken, ein neuer Blue-tooth-Lautsprecher oder ein Fernseher. Aber fast alle haben geantwortet: gemeinsam zusammen sein, Freunde und Familie besuchen, mal Ruhe haben, in sich gehen zu können oder anderen Menschen zu helfen. „Die Antworten gefielen den Werbestrategen des Elektronikmarktes ganz sicher nicht. Sie wollen, dass zu Weihnachten der Rubel rollt, doch den meisten Menschen sind ganz andere Dinge wichtig.“ Darüber freue er sich, betonte Dr. Welz. „Aber Weihnachten kann auch anstrengend sein: Geschenke kaufen, Kochen, Karten schreiben und dabei auch noch ein guter Mensch sein kann überfordern.“ In diesem Zusammenhang erinnerte er an das Wort des Paulus: Nehmt einander an wie Christus euch angenommen hat. „Das bedeutet, Du wirst geliebt und getröstet, einfach weil du da bist“, erklärte Dr. Welz. Das stehe typisch für die Arbeit der Johanniter. „Wir machen einfach. Ohne zu fragen, was wir dafür bekommen. Einfach weil die Menschen da sind.“ Er bat alle Anwesenden, sich dies in der Adventszeit zu Herzen zu nehmen, die Menschen zu nehmen wie sie sind und sich auch nicht zu ärgern, wenn sie 20 Karten schreiben, aber nur fünf bekommen.