100 Masken für Zentralisten

Henning Baum - Berne, 08. Mai 2020

Die Bernerin Jasmin Alfs hat im Nähen ihr Hobby gefunden und entwirft schon seit längerem eigene Kleidung und Accessoires für Familie und Freunde. Als nun die Corona-Krise auch das beschauliche Berne erreichte, kam in ihr der Gedanke auf, sich mit ihrem Hobby lokal für eine gute Sache einzusetzen. Über eines ihrer Kinder hatte die Mutter von drei Töchtern bereits Kontakt zu einer Disponentin der Hausnotrufzentrale aufgenommen. Bei ihrem Teamleiter rannte die Kollegin damit offene Türen ein, denn seit nunmehr sechs Wochen sitzen die 32 Disponentinnen und Disponenten räumlich getrennt, in Einzelbüros sowie im Home-Office. „Kritisch sind und bleiben die Phasen der Schichtübergabe sowie die Einarbeitung neuer Kollegen“, sagt Marco Fürst. „Man kann vieles digitalisieren und dezentralisieren, aber der hilfreiche Fingerzeig oder das direkte Eingreifen eines einarbeitenden Kollegen, sind nicht zu ersetzen und oft schneller.“

Auch im technischen Außendienst gehören Masken aktuell zur Standardausrüstung. Nicht dringliche Aufträge werden zwar verschoben, aber wenn ein Hausnotrufgerät ausfällt, muss schleunigst für Ersatz gesorgt werden. Somit lässt sich auch hier der Kontakt zum Kunden nicht gänzlich vermeiden. Erschwerend kommt hinzu, dass ein großer Teil der Kunden wegen hohen Alters oder Vorerkrankungen zu einer Risikogruppe gehören und damit besonderem Schutz bedürfen.

Jasmin Alfs hat daraufhin Stoff zurechtgeschnitten und die Nähmaschine angeworden. Rund 20 Minuten braucht sie zur Herstellung einer Maske, wenn alles gut vorbereitet ist. Die Schnittmuster gibt es im Internet auf der Seite der Johanniter kostenlos zum Herunterladen. „Die Masken waren schnell genäht, nur an die Gummibänder war schwierig ranzukommen", sagt Jasman Alfs. Es gab dort extreme Lieferschwierigkeiten. "Ich habe im gesamten Freundes- und Bekanntenkreis nach Gummibändern zum Einnähen gefragt und bekam so genug Material zusammen." Jetzt hat sie rund 100 Masken übereichen können.