Johanniter verlegen Rettungswagen nach Brake

Stefan Greiber - Brake, 10. April 2020

Als der Ortsverband Stedingen am 31. Januar dieses Jahres seine neue Dienststelle in Brake offiziell eingeweiht hatte, war einer der Wünsche der ehrenamtlichen Helferschaft rund um Stützpunktleiter Björn Funk, dass Brake irgendwann Standort eines ehrenamtlich besetzten Rettungswagens wird. Knapp zwei Monate später ist es bereits so weit. Grund ist die Krise um die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2. „Um die Sicherstellung des Rettungsdienstes an unseren Rettungswachen in der Wesermarsch aufrecht zu erhalten, haben wir in enger Abstimmung mit dem Landkreis Wesermarsch übergangsweise einen Rettungswagen von der Wache in Berne nach Brake verlegt“, erklärt Martin Hilse, Dienststellenleiter des Ortsverbands Stedingen. Durch die räumliche Trennung wird verhindert, dass sich die Besatzungen treffen und unter Umständen gegenseitig anstecken können. Ebenso sind die Mitarbeitenden in festen Teams an der jeweiligen Rettungswache eingeteilt. Seit 1. April rücken die Johanniter jetzt zusätzlich zu ihren anderen Standorten in der Wesermarsch von Brake aus.

Für die Braker Helferschaft kam die Ankündigung überraschend. „Wir waren dafür eigentlich noch gar nicht ausgestattet“, verrät Björn Funk. Also schoben die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer die Ärmel hoch und packten an. Neun Tage lang haben bis zu vier Helferinnen und Helfer täglich zwölf Stunden gesägt, geschraubt, gestrichen und geschleppt und vier der Räume in der Dienststelle an der Kirchenstraße zu einer Rettungswache umgebaut – freiwillig und unbezahlt. Mehrere konnten nicht gleichzeitig arbeiten, weil sie auch dabei die Abstandsregeln einhalten wollten. Zusammen kamen Björn Funk, Lea Janßen, Anja, Rolf und Yvonne Pöpken, Kimberly Hund, Lena Bahlmann, Adrian Michels, Celine Kuck, Mario Harken und Heike Lobemeyer mehr als 350 ehrenamtliche Personalstunden.

Unter anderem haben sie ein Lager eingerichtet, den Desinfektionsraum hergerichtet, eine Küche eingebaut und einen Aufenthaltsraum eingerichtet. Im Außenbereich wurde Platz für das Fahrzeug geschaffen, damit es möglichst schnell ausrücken kann. „Ein ganz großer Dank gilt an alle Helferinnen und Helfer, die in ihrer Freizeit kräftig mit angepackt haben“, sagt Björn Funk. Ohne diese Hilfe wäre es nicht möglich gewesen, die Dienststelle so schnell umzubauen. Die Braker Helferschaft selber hat von ihren Mühen vorerst nichts. Seit der Fertigstellung sind die Räume für die fleißigen Heimwerker gesperrt, um den Infektionsschutz der Rettungswagen-Besatzung nicht zu gefährden, obwohl die Wache von den übrigen Diensträumen getrennt ist. Trotzdem halten sich die Braker Johanniter bereit, falls sie benötigt werden, etwa im Bevölkerungsschutz oder der Nothilfe. „Zur Not ziehen wir uns in der Garage um“, sagt Björn Funk, der immer noch stolz ist, was sein Team in so kurzer Zeit geschafft hat. Einer seiner Anpacker brachte es auf den Punkt: „Wenn der Berliner Flughafen noch Hilfe braucht, um endlich fertig zu werden, können sie uns gerne anrufen. Das werden wir dann auch noch schaffen.“

In der aktuellen Situation sind die Johanniter ganz besonders auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Viele ehrenamtliche Helfer sind für die Menschen im Einsatz und engagieren sich wie die Braker Frauen und Männer freiwillig und unentgeltlich. Beispielsweise im Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Insbesondere für spezielle Ausstattung und Ausrüstung wie Schutzbekleidung wird finanzielle Hilfe benötigt. Unterstützen Sie die Johanniter und nutzen Sie bitte dazu folgende Kontoverbindung: Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., IBAN: DE43 3702 0500 0004 3139 18, BIC: BFSWDE33XXX.