Johanniter weihen neue Dienststelle ein

Stefan Greiber - Wiesmoor, 10. Dezember 2010

Hilfsorganisation bezieht Domizil auf dem ehemaligen E.ON-Gelände

Freuen sich über die neue Dienststelle (von links): Matthias Graf zu Dohna, Diana Borchelt, Hans-Ulrich Diers, Kersten Dluzak und Pastor Stefan Wolf.

Die "Lightning Boots" zeigten ihr Können.

Mit einem Festakt haben die Johanniter des Ortsverbandes Wiesmoor jetzt ihre neue Dienststelle offiziell eingeweiht. Zukünftig werden die Breitenausbildung wie in Erster Hilfe und zum Betriebshelfer, die Sanitätsdiensteinheit und die Feldküche auf dem ehemaligen Betriebsgelände von E.ON an der Oldenburger Straße 2-4 im Stadtkern von Wiesmoor untergebracht sein. „Wir freuen uns, eine so wunderbare Dienststelle gefunden zu haben“, sagte Ortsbeauftragte Diana Borchelt. Notwendig war der Umzug, weil die alte Dienststelle an der Hauptstraße zu klein geworden war. Insgesamt stehen den Johanniter jetzt 870 Quadratmeter Räume und Hallen zur Verfügung sowie 1900 Quadratmeter Außenfläche.

„So viel Platz weckt natürlich Träume“, gab Borchelt zu. So soll eine San-Arena mit drei verschiedenen Übungsszenarien eingerichtet werden, die auch von der Feuerwehr genutzt werden kann. „Wir werden eine Straßenszenerie darstellen mit Unfallfahrzeugen, auch Motorrädern“, erklärt Zugführer Kersten Dluzak. In einer Werkstatt können Betriebshelfer die Erstversorgung von Verletzten üben, in einer Küche werden häusliche Unfälle simuliert. „Das Ganze wird mit beweglichen Wänden erstellt, so dass wir die Räume immer wieder neu anordnen können“, betonte Dluzak. Das ist besonders für Übungen der Feuerwehr unter Atemschutz wichtig. „Die sollen lernen, in verqualmten Räumen die Türen zu finden.“ Borchelt freute sich auf die Herausforderung: „Wir haben uns ganz schön was vorgenommen. Aber wir wären nicht die Wiesmoorer Johanniter, wenn wir das nicht schaffen würden.“

Pastor Stefan Wolf, Ortsverbandspfarrer der Wiesmoorer Johanniter, freute sich ganz besonders über die neuen Räume. „Wir sind jetzt näher an unserer Kirche, und da gehören die Johanniter ja hin.“ Dann erzählte er die Geschichte eines Mannes, bei dem Gott sich zu besucht angemeldet hatte. In seiner Panik begann der Mann sein Haus zu putzen und zu entrümpeln und erhielt dabei Hilfe von einem Passanten. Erst als er fertig war, merkte er, dass Gott selbst ihm geholfen hatte. „Rechne mit Gottes Hilfe auch im Alltag“, mahnte Pastor Wolf. „Dann klappt auch etwas, von dem man vorher dachte, man schafft es nicht.“ Und mit Blick auf die Johanniter fügte er an: „Ihr habt viele Ideen für eure neue Dienststelle. Aber ich bin sicher, Gott wird euch helfen, sie zu verwirklichen.“

Hans-Ulrich Diers, Mitglied des Regionalvorstandes Weser-Ems, dankte E.ON für die Überlassung der Gebäude zu einem fairen Mietpreis und dem partnerschaftlichen Umgang. „Nur dadurch wurde es möglich, diese wunderschöne Dienststelle zu beziehen.“ Er lobte den „unermüdlichen Einsatz der Helferschaft, die mit viel Eigenleistung, eigenhändiger Arbeit und Schweiß jede freie Minute nutzen, um hier voranzukommen.“ Das gelte ganz besonders für Dluzak und seinem Stellvertreter Tino Juilfs, die ihren Urlaub für den Umzug geopfert haben. „Aber auch für alle anderen.“

Matthias Graf zu Dohna, Leiter der Subkommende Ostfriesland-Wilhelmshaven, überbrachte die Grüße des Johanniterordens. „Die Subkommende ist stolz auf Ihre Arbeit und das ehrenamtliche Engagement gerade der erfreulich vielen jungen Helfer.“ Das hob auch Jens Peter Grohn, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Wiesmoor, hervor. „Wir haben es selbst erlebt, als bei der Aufführung des Stücks ‚ Barkhahn un Blitz’ der Niederdeutschen Bühne in Wiesmoor ein Mann einen Kreislaufkollaps erlitt“, erzählte er. Zum Glück waren die Johanniter vor Ort und haben sich um den Mann gekümmert, bis der Notarzt eingetroffen sei. „Ich bin froh, dass wir hier Sie in Wiesmoor haben und Sie da sind, wenn andere feiern.“ Grohn hatte noch einen Grund, sich zu freuen. Denn als Mitglied der Tanzgruppe „Lightning Boots“ darf er zukünftig die Räume der Johanniter zum Tanzen nutzen. Im Gegenzug helfen die „Lightning Boots“ bei der Pflege des riesigen Außengeländes. „Da können wir jede Hand gebrauchen“, sagte Borchelt.

Der Ortsverband Wiesmoor der Johanniter-Unfall-Hilfe wurde vor 27 Jahren gegründet und ist auch heute noch ausschließlich ehrenamtlich. Unterstützt wird er von 30 aktiven Helfern und fast 800 fördernden Mitgliedern. Die Schwerpunkte der Arbeit sind die Ausbildung in Erster Hilfe und zum Ersthelfer in Betrieben sowie Sanitätsdienste. Die Feldküche hatte in diesem Jahr fast 40 Einsätze.