17 Jahre auf See folgen 25 Jahre Johanniter

Greiber/Fotos: Arend Sanders - Wilhelmshaven, 20. März 2019

Ehrung für 25 Jahre ehrenamtliches Engagement (von links): Wilfried Barysch, Markus Wedemeyer, Siegfried Werner und Marcel Colter.

Mit einer Urkunde und einer Johanniter-Armbanduhr hat der Vorstand des Regionalverbands Weser-Ems der Johanniter-Unfall-Hilfe, Wilfried Barysch und Markus Wedemeyer, den Ortsbeauftragten des Ortsverbands Wilhelmshaven, Siegfried Werner, für sein 25-jähriges ehrenamtliches Engagement geehrt. Bereits zuvor hatte ihn die ehrenamtliche Bereitschaft mit einer Überraschungsparty hochleben lassen.

Siegfried Werner war am 1. Februar 1994 im Ortsverband Wilhelmshaven der Johanniter-Unfall-Hilfe eingetreten. Neugierig gemacht hatten ihn seine Söhne, die Mitglieder in der Johanniter Jugend waren. „Das klang alles sehr interessant, was sie erzählt haben“, erinnert er sich. „Da dachte ich mir, ich kann mir das ja mal anschauen.“ Dass er schon zehn Monate später das Amt des ehrenamtlichen Ortsbeauftragten übernehmen und den Verband zu einem der größten in der Region führen würde, war nicht geplant. Als das Amt des Ortsbeauftragten frei wurde, fiel die Wahl aber schnell auf den Oberstabsbootsmann der Deutschen Bundesmarine. Mit seiner Führungserfahrung aus der Bundeswehr war und ist er die ideale Besetzung für das höchste Amt in einem Ortsverband der Johanniter-Unfall-Hilfe. Möglich wurde es, weil er zu dem Zeitpunkt nach 17 Jahren auf See an Bord des Zerstörers Bayern schon an Land stationiert war.

1999 wurde er schließlich pensioniert und widmete sich fortan nur noch den Johannitern. Viele große Veränderungen gab es unter seiner Führung. 1999 erfolgte der Umzug in das ehemalige Pfarrheim an der Bismarckstraße, das 2007 sogar von den Johannitern gekauft wurde. „Wir saßen vorher in einem Hinterhof an der Genossenschaftsstraße. Die Dienststelle war viel zu klein und zu dunkel.“ Zwei Jahre später wurde auf dem weitläufigen Grundstück an der Bismarckstraße die erste neu errichtete Tagespflege-Einrichtung der Johanniter bundesweit gebaut. „Das war echte Pionierarbeit“, erinnert Siegfried Werner sich. „Es gab nichts, woran wir uns hätten orientieren können.“ Eigentlich sollte dort gar keine Tagespflege entstehen, sondern ein Kindergarten. Aber die damalige Landesvorständin setzte sich am Ende gegen Siegfried Werner durch. „Ich hatte mir gedacht, ich vertraue den Fachleuten und helfe mit, die Tagespflege zu einem Erfolg zu machen.“ Das tat er: Die damals noch junge Dienstleistung für Pflegebedürftige als Zwischenschritt zwischen dem Leben zuhause und in einer stationären Einrichtung konnte sich schnell etablieren, so dass die Wilhelmshavener Johanniter bereits 2013 auf einem eigens dafür erworbenen Grundstück in Fedderwardergroden eine zweite Tagespflege bauten.

Diese Arbeiten musste er zum Glück nicht mehr alleine bewältigen. Seit April 2000 war Traute Pauli an seiner Seite, erst als Bereichsleiterin, dann als Dienststellenleiterin. 17 Jahre entwickelten die beiden den Ortsverband weiter, bevor Traute Pauli in Ruhestand ging und an Marcel Colter übergab. Ruhestand ist für Siegfried Werner erstmal kein Thema. „Ich will noch bis 75 weitermachen“, erzählt der heute 71-Jährige. Das sei das Gute am Ehrenamt: man muss nicht in Rente gehen. „Ein Leben ohne etwas zu tun zu haben könnte ich nicht ertragen“, sagt er. Sein Engagement halte ihn jung. „Wir stehen jeden Tag vor neuen Herausforderungen. Dabei bleibt der Kopf frisch“, betont er. Das Engagement für die Johanniter verbinde das gute Gefühl Gutes zu tun mit einer abwechslungsreichen Tätigkeit. „Und Spaß macht es auch“, sagt Siegfried Werner. Selbst nach 25 Jahren noch.