Forsa-Umfrage: Mit Technik gegen Einsamkeit im Alter

Hamburg, 02. Dezember 2019

Quelle: forsa-Umfrage zum Thema "Einsamkeit im Alter" im Auftrag der Johanniter im Landesverband Nord

Das Thema Einsamkeit bewegt die Gemüter: Fast jeder dritte Befragte hält es für eher (23 %) oder sogar sehr wahrscheinlich (7 %) im Alter einsam zu werden. Bei Menschen, die zurzeit ohne Partner oder Partnerin sind, sind es sogar 40 %. Das ist eines der Ergebnisse einer Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Johanniter (Landesverband Nord) unter 1.006 Personen über 45 Jahren im Rahmen des Johanniter-Jahresthemas „Einsamkeit im Alter“ durchgeführt hat.

"Es gibt viele alleinstehende ältere Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht am Leben außerhalb der eigenen vier Wände teilhaben können. Sie vereinsamen, obwohl sie mitten unter uns wohnen. Das macht Körper und Seele krank“, sagt Sandra Zitzer, Mitglied im Landesvorstand Nord der Johanniter-Unfall-Hilfe. „Wir leben in einer alternden Gesellschaft und müssen uns mit diesem drängenden Problem auseinandersetzen. Mit unserer Studie und unserem Jahresthema wollen wir für die Einsamkeit im Alter sensibilisieren und Lösungsvorschläge aufzeigen."

Der Verlust des Ehe- oder Lebenspartners zählt zu den großen Risikofaktoren für Einsamkeit im Alter: 40 % der Befragten geben an, dass ihnen der mögliche Verlust Sorge bereitet - vor allem Männern (44 %) und Menschen mit einem hohen Einkommen (47 %). Doch nicht nur Partner, auch Freunde können im Alter wegbrechen: Jeder vierte Befragte hat Angst vor dem Verlust anderer sozialer Kontakte. Hier sind es vor allem Frauen (29 %) und Menschen mit niedrigeren Einkommen (31 %), die diese Sorge teilen. „Natürlich können ehrenamtliche Dienste den Verlust eines Partners oder der Freunde nicht ausgleichen, aber sie geben die Chance auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Deshalb setzen wir auf regional unterschiedliche Angebote wie den Senioren-Mittagstisch oder Seniorenbegleiter“, so Zitzer.

Der mögliche Einzug in ein Pflegeheim beunruhigt 37 % der Befragten. Jeder Dritte befürchtet, dass die eigene Rente im Alter nicht zum Leben reicht. Diese Angst haben vor allem Frauen (38 %), Jüngere (42 %) und überdurchschnittlich viele Menschen mit geringem Einkommen (63 %). „Diese Zielgruppen haben meist starke Überschneidungen – Altersarmut ist oft weiblich“, sagt Sandra Zitzer. „Hier sehen wir ein großes gesellschaftliches Problem.“

Befragt nach ihren Ängsten im Hinblick auf das eigene Leben im Alter, nennen die Umfrageteilnehmenden an erster Stelle die Angst vor Pflegebedürftigkeit (69 %), gefolgt von der Sorge vor Alterskrankheiten wie Alzheimer, Demenz oder Parkinson (66 %) und vor dem möglichen Verlust der Selbstständigkeit (61 %). Besonders Frauen (65 %) und Menschen mit einem Haushaltsnettoeinkommen von unter 1.500 EUR (71 %) äußern diese Angst. „Hier können wir ansetzen: Qualitativ hochwertige ambulante Pflege zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht nur den Körper pflegt, sondern auch der Seele die notwendige Zuwendung gibt, damit auch Pflegebedürftige so lange wie möglich ihre Selbstständigkeit behalten“, so Zitzer. Doch das geht nur mit dringend benötigten Fachkräften. „Wir begrüßen deshalb jede Initiative der Politik, den Pflegeberuf attraktiv zu machen – wie die aktuelle Pflegekampagne des Bundesfamilienministeriums oder die Hamburger Kampagne ‚Das ist Pflege‘.“

Die Studie zum Download: www.johanniter.de/nord/einsamkeit

Über die Umfrage:
Der Landesverband Nord der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. hat die forsa Politik- und Sozialforschung GmbH beauftragt, eine Befragung zum Thema „Einsamkeit im Alter“ mithilfe des onlinerepräsentativen Befragungspanels forsa.omninet durchzuführen. Vom 16. bis 23. August 2019 wurden insgesamt 1.006 nach einem systematischen Zufallsverfahren ausgewählte Personen ab 45 Jahren in Deutschland befragt.

Quelle: forsa-Umfrage zum Thema "Einsamkeit im Alter" im Auftrag der Johanniter im Landesverband Nord

Ihr Ansprechpartner Berenike Matern

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Landesverband Nord
Friesenstraße 1
20097 Hamburg