"Wir sind noch lange nicht am Ende angekommen"

Hamburg, 11. Dezember 2018

Was für Aktionen sind 2018 gelaufen, intern wie extern?

„Gestartet sind wir im Frühjahr mit einer großen Flyeraktion an alle haupt- und ehrenamtlichen Johanniter bei uns im LV Nord: Mit dem Infoflyer und einer Postkarte zum Thema Kinderschutz wollten wir sie für dieses wichtige Thema sensibilisieren. Das hat gut geklappt, denn daraus sind viele Gesprächsanlässe entstanden und auch Schulungen. Wir haben ein LV-weites Kompetenzteam, dessen Mitglieder als Ansprechpartner und als Multiplikatoren zur Verfügung stehen. Außerdem ist Netzwerken nach innen und außen wichtig: Zum Beispiel haben wir Kontakte geknüpft zu Dunkelziffer e.V., Zündfunke e.V. und sind auch Mitglied im Bündnis Kinderschutz MV. Intern arbeiten wir mit der Johanniter-Jugend und ihrem !Achtung-Konzept zusammen – beide Konzepte sind eng miteinander verzahnt. Im Sommer haben wir unser Kinderschutz-Konzept auch dem Johanniter-Präsidenten Dr. Frank-Jürgen Weise vorgestellt, der von unserem Engagement sehr angetan war. In den sozialen Netzwerken und online sind wir mit unserer Website mit zahlreichen Kontaktmöglichkeiten und Erläuterungen sowie mit unserem animierten Erklärvideo unterwegs, um die Menschen möglichst niedrigschwellig zu erreichen. Im Herbst haben wir mit der Qualifizierung von 19 Mitarbeitenden zur INSOFA, also zur „Insoweit erfahrenen Fachkraft“ begonnen.“

Das kling nach viel Arbeit! Was ist dein persönliches Fazit?

„Unser Ziel für 2018, eine generelle Sensibilisierung bei den Mitarbeitenden zu schaffen und das Thema auf die Agenda zu setzen, haben wir erreicht, aber wir sind lange noch nicht am Ende angekommen: Es beschäftigen sich noch nicht alle Kolleginnen und Kollegen mit den Konzepten Kinderschutz und !Achtung, das ist ein langer Weg. Ich bin mit dem derzeitigem Stand ganz zufrieden! An der einen oder anderen Stelle fehlt es jedoch noch an Handlungssicherheit, beispielsweise bei einem internen Vorfall.“

Was hat dich am meisten berührt oder gefreut?

„Sehr gefreut hat mich, dass die Johanniter den Kinderschutz zum Jahresthema 2018 ausgerufen haben – allein das zeigt die Bedeutung für uns, aber auch für die Gesellschaft. Sehr berührt war ich von den Berichten unserer Kolleginnen und Kollegen aus dem Fahrdienst, die ja häufig als erste von einem potenziellen Fall von Kindeswohlgefährdung erfahren oder diesen erahnen. Sie haben ein sehr gutes Gespür für die Situation und machen instinktiv das Richtige.“

Und wie geht es 2019 weiter?

„Für das nächste Jahr sind weitere Schulungen der Kolleginnen und Kollegen geplant. Das Ziel ist unter anderem, dass wir durch genaue Prozesse und Abläufe für alle Johanniter mehr Handlungssicherheit schaffen. An einem entsprechenden Konzept arbeitet unser Kompetenzteam bereits. So wollen wir Schritt für Schritt die Lobby für das Thema Kinderschutz vergrößern und noch stärker in der Gesellschaft – und nicht nur in unserer Hilfsorganisation – verankern.“

Ihre Ansprechpartnerin für Medienanfragen: Berenike Matern

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Landesverband Nord
Friesenstraße 1
20097 Hamburg