Im Einsatz für den Hausnotrufdienst

Stadtteil und Landkreis Harburg, 08. Oktober 2018

Spätestens 45 Minuten nach der Alarmierung ist Dieter Steege am Einsatzort. Foto: Sonja Schleutker-Franke

Viele ältere Menschen möchten möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Mit Hilfe von Angehörigen, einem Pflegedienst und einem Hausnotruf kann dies in vielen Fällen gelingen. Dieter Steege arbeitet im Hausnotruf-Einsatzdienst der Johanniter im Regionalverband Harburg.

24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche

Rund 1.700 Menschen im Landkreis Harburg und im Raum Süderelbe haben einen Notfallsender der Hilfsorganisation, den sie als Kette um den Hals oder als Armband tragen. Wenn ein Betroffener den Notfallknopf drückt, wird automatisch eine Sprechverbindung zur Hausnotrufzentrale hergestellt, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche besetzt ist.

Die Zentrale stellt dem Hilfesuchenden gezielte Fragen. Bei lebensbedrohlichen Situationen wird sofort der Rettungsdienst alarmiert, in allen anderen Fällen kommt der Einsatzdienst. Dann startet Dieter Steege. Mit seinem Einsatzwagen fährt er in den gesamten Landkreis Harburg – von Hamburg-Finkenwerder bis Egestorf, von Hollenstedt bis in die Gemeinde Elbmarsch. Spätestens 45 Minuten nach der Alarmierung muss der 69-Jährige am Einsatzort sein.

Was ihn erwartet, weiß er nie genau

Der überwiegende Teil der Einsätze ist auf Stürze zurückzuführen. Oft verletzen sich die Senioren dabei und schaffen es nicht mehr, allein aufzustehen. Sie liegen dann hilflos in der Wohnung. Für genau diesen Fall ist ein Wohnungsschlüssel beim Johanniter-Einsatzdienst deponiert. So muss zusätzlich kein Schlüsseldienst beauftragt werden und Steege kommt zügig in die Wohnung. Was ihn dort erwartet, weiß er nie genau. Zwar hat ihm die Zentrale in Kurzform den Fall geschildert, wie es aber tatsächlich um den Hilfesuchenden steht, das erfährt Steege erst, wenn er ihn sieht.

Die schönsten Einsätze sind für den Hausnotruf-Mitarbeiter die, bei denen nichts Ernsthaftes passiert sei. "Wenn ein Patient gestürzt ist, sich nicht verletzt hat, ich ihm nur hochhelfen muss und er dann einfach nur dankbar ist – das ist wunderbar", sagt Steege. Manchmal muss er auch den Rettungsdienst alarmieren, damit der Patient im Krankenhaus genau durchgecheckt wird. Nicht selten bedanken sich nach Einsätzen auch noch einmal die Angehörigen bei ihm.

Doch der Johanniter kennt auch andere Situationen: "Wenn wir zum Einsatz gerufen werden und sehen, dass Menschen auf dem Weg in die Verwahrlosung sind, weil sich niemand kümmert. Es gibt Fälle, in denen es die gesundheitliche Situation nicht zulässt, dass ein Mensch allein lebt – und er tut es trotzdem."

Zwischen drei und fünf Einsätze

Steege ist Feuerwehrbeamter im Ruhestand und übernimmt bei den Johannitern 24-Stunden-Bereitschaftsdienste. Zwischen drei und fünf Einsätze arbeitet er in dieser Zeit durchschnittlich ab. "Während der Bereitschaft bin ich zu Hause – der Einsatzwagen steht vor der Tür, so dass ich sofort starten kann, wenn ein Einsatz reinkommt."

Menschen, die im Hausnotruf-Einsatzdienst arbeiten, sollten empathisch sein, zuhören und sich organisieren können. Von der medizinischen Seite sollten sie über eine sanitätsdienstliche Ausbildung verfügen oder sich von der Johanniter-Unfall-Hilfe entsprechend ausbilden lassen. Die Kosten werden übernommen.

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Pressestelle: Sonja Schleutker-Franke

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband Harburg
Am Saal 2
21217 Seevetal