Notbetreuung in den Tagespflegen

Marmstorf/Salzhausen, 19. Mai 2020

Katja Wittmershaus (links) und Andrea Gaulke demonstrieren den Sicherheitsabstand von 1,5 Metern, der in der Notbetreuung der Johanniter-Tagespflege Salzhausen Pflicht ist. Fotos: Sonja Schleutker-Franke

Pflegefachkraft Christina Owczarzewicz begrüßt die Tagesgäste in Marmstorf.

Seit Anfang der Woche bietet die Johanniter-Tagespflege Salzhausen eine Notbetreuung für Tagesgäste an, die zu Hause nicht versorgt werden können – weil sie keine Angehörigen mehr haben, diese weit weg leben oder der Pflegedienst eine ganztägige Versorgung nicht gewährleisten kann.

An der Grenze der Belastbarkeit


"Oftmals sind es aber auch die pflegenden Angehörigen, die in der Coronazeit an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gegangen sind und durch unsere Notbetreuung ein wenig Entlastung erfahren", sagt Katja Wittmershaus, Leiterin der Johanniter-Tagespflege Salzhausen. Eine Angehörige sei vor Erleichterung in Tränen ausgebrochen als sie von der Notbetreuung erfahren habe.

Die Tagespflege Marmstorf dagegen bietet seit mehreren Wochen eine Notbetreuung für Tagesgäste an. "Die Notbetreuung findet von 8.15 bis 13 Uhr statt. Um 12 Uhr gibt es bei uns Mittagessen, danach bringt unser Fahrdienst unsere Gäste nach Hause. In den Nachmittag- und Abendstunden übernimmt dann der Pflegedienst", sagt Sonja Eikhof, Leiterin der Tagespflege.

Temperatur gemessen und Hände desinfizieren

Nur fünf von 13 Tagesgästen kommen derzeit ins Haus am Feuerteich. Bevor sie das Haus betreten, wird ihre Temperatur gemessen und sie müssen sich die Hände desinfizieren, Rollator und Gehstock erhalten zudem eine Sprühdesinfektion. "Inzwischen hat sich bei unseren Gäste schon eine gewisse Routine entwickelt was die Abläufe betrifft", sagt Pflegefachkraft Christina Owczarzewicz.

Die Senioren, die zwischen 70 und 95 Jahre alt sind, sitzen versetzt am großen, breiten Tisch, damit der Sicherheitsabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. "Die größte Herausforderung ist sicherlich, dass wir mit unseren Gästen aufgrund der Abstands- und Hygieneregeln weder mit Körperkontakt noch mit Mimik arbeiten können", sagt Eikhof. Einen Gast, der traurig sei, könne sie weder in den Arm nehmen noch mit einem Lächeln aufmuntern, da der Mund durch die Maske abgedeckt sei.

Die Wiedersehensfreude war riesig


"Wir müssen in der derzeitigen Situation noch mehr auf unsere Gäste achten und sie hier und da auf den Sicherheitsabstand hinweisen", erzählt Pflegekraft Andrea Gaulke aus der Tagespflege Salzhausen. Die Freude über das Wiedersehen war bei den Tagesgästen am Montag riesig – schließlich hatte man sich zwei lange Monate nicht gesehen. Wittmershaus berichtet: "Bei vielen unserer Gäste besteht die Gefahr der sozialen Isolation, wenn sie keine Kontakte über die Tagespflege hätten. Deshalb ist die Notbetreuung auch so wichtig für sie."

In diesen Tagen ist vieles anders in der Johanniter-Einrichtung. Beliebte Gesellschaftsspiele wie "Mensch-ärgere-dich-nicht" können derzeit nicht gespielt werden. "Dafür gehen Gedächtnisspiele, Kniffel oder Stadt, Land, Fluss – das funktioniert alles mit Abstand", sagt Wittmershaus.

Informationen zur Tagespflege Marmstorf

Informationen zur Tagespflege Salzhausen

Pressestelle: Sonja Schleutker-Franke

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband Harburg
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21376 Salzhausen