Bundesweite Prüfung der Rettungshundeteams der Johanniter-Unfall-Hilfe

Schwerin, 26. Februar 2019

36 ehrenamtliche Rettungshundeteams aus 22 Rettungshundestaffeln kamen am vergangenen Wochenende aus ganz Deutschland zur zentralen Rettungshundeprüfung der Johanniter-Unfall-Hilfe nach Hannover. Auf einem Truppenübungsplatz der Bundeswehr wurden die Teams in Theorie und Praxis an zwei Tagen geprüft, darunter auch zwei Teams aus der Rettungshundestaffel Stralsund/Rügen. „Gesine Päßler und ihre Kiaora konnten mit einer sehr guten Leistung ihre Einsatzfähigkeit bestätigen“, freut sich Staffelkollegin Alexandra Busemann von der Rettungshundestaffel Stralsund.


Unter realitätsnahen Bedingungen in dem 30.000 Quadratmeter großen Gelände hatten die Zweier-Teams die Aufgabe zwei Verletzte aufzufinden, Erste Hilfe zu leisten und Rettungsmittel anzufordern. Doch zunächst musste im Vorfeld eine Theorieprüfung bestanden werden, die bei den Hunden einen Verweistest enthält und den Gehorsam abprüft. Der Hundeführer dagegen musste in langer Vorbereitungszeit diverse Module erfolgreich bestehen, wie beispielsweise die Funkausbildung, die Lehrgänge zum Sanitätshelfer, zum Katastrophenschutzhelfer oder im Bereich Krisenintervention. Dazu kommen fachspezifische Module, in denen unter anderem der Umgang mit Kompass, Karte und GPS, Erste Hilfe am Hund oder Unfallverhütung unterrichtet wird. Nur bei Bestehen von Theorie und Praxis ist das Team für den realistischen Einsatz zugelassen. 


13 der 36 Teams bestanden die Prüfung, wovon die meisten ihre Leistung 24 Monate nach der letzten Prüfung pflichtgemäß erneut nachweisen oder nach einer nicht bestandenen Prüfung wieder allen Anforderungen genügen konnten. „Trotz optimaler äußerlicher Bedingungen zu Organisation, Wetter, Austragungsort konnte nur eines unserer beiden entsandten Teams aus Mecklenburg-Vorpommern bestehen. Oftmals ist die Nervosität des Hundeführers ein entscheidender Faktor, der sich auf die Hunde überträgt“, erklärt Jana Simon, Leiterin der Rettungshundestaffel Stralsund/Rügen, die ebenfalls als Prüfungsanwärterin angetreten ist.

Das Prüferteam setzte sich an diesem Wochenende aus zehn Prüfern zusammen. Freudig überrascht war Jana Simon nach Beendigung aller Prüfungen, als sie zur offiziellen Prüferin in der Sparte Flächensuche ernannt wurde. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe und hoffe, dass ich möglichst immer die richtigen Entscheidungen im Sinne des Rettungshundewesens treffe“, so die frisch ernannte Prüferin.
Dr. Anja Rocksin, Fachberaterin Rettungshundewesen der Johanniter auf Bundesebene, erklärt dazu: „Wer Prüfer bei den Johannitern werden möchte, besucht zunächst ein Anwärterseminar und muss danach bei mindestens 20 Prüfungen mitlaufen. Entscheidend für die Zulassung sind Fachkenntnisse und Erfahrung im Einsatz und Prüfungsgeschehen, außerdem ein gutes Urteils- und Einfühlungsvermögen.“

Ausbildung zum Rettungshund
Die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen, die alle 18 Monate aufgefrischt werden muss. Die Prüfung besteht aus einem Theorie- und einem Praxisteil. Nur nach bestandener Prüfung dürfen die Rettungshundeteams weiterhin in den Einsatz gehen, wenn Menschen vermisst werden.

Über die ehrenamtliche Rettungshundearbeit

Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes betreiben die nach DIN 13050 zertifizierten Rettungshundeteams in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren die Personensuche nach Vermissten. Nur mit gültiger Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz gehen. Die Staffeln werden über die jeweilige Leitstelle angefordert, wenn es darum geht, Vermisste oder Verunglückte zu finden. In der Fläche ersetzt ein Hund etwa 40 bis 50 Helfer und kann in 20 Minuten bis zu 30.000 Quadratmeter absuchen. Die Johanniter im Regionalverband Mecklenburg-Vorpommern Nord verfügen zurzeit über sieben zertifizierte Teams in der Flächen-, zwei zertifizierte Teams in der Trümmersuche und ein zertifiziertes Team im Mantrailing. Sie waren in den vergangenen Jahren durchschnittlich 20 Mal im Einsatz. Die Arbeit der Rettungshundestaffeln erfolgt ehrenamtlich und ist auf Spenden angewiesen.
 
Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Die Johanniter-Unfall-Hilfe ist mit ihren mehr als 20.000 Beschäftigten, 36.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und rund 1,3 Millionen Fördermitgliedern eine der großen Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein großes Unternehmen der Sozialwirtschaft. Die Johanniter engagieren sich in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen Hilfeleistungen im karitativen Bereich sowie in der humanitären Hilfe im Ausland.
Mehr Informationen zu den Johannitern finden Sie unter: www.johanniter.de/.
 
Allgemeines Spendenkonto der Johanniter-Unfall-Hilfe:
Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE48 3702 0500 0004 3270 20, BIC: BFSWDE33XXX

Ihre Ansprechpartnerin für Medienanfragen: Diana Günster

Kommunikationsbeauftragte

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband Mecklenburg-Vorpommern West
Pappelgrund 16
19055 Schwerin