40 Spürnasen in der "Schnüffelschule" auf Rügen

Prora/Rügen, 21. Oktober 2013

Rund 40 Rettungshundeteams der Johanniter-Rettungshundestaffeln aus Stralsund, Schleswig, Stormarn, Berlin und Nordbrandenburg haben in Prora trainiert.

Auf dem Gelände der Jugendherberge in Prora auf Rügen herrschte am Wochenende vom 19. bis zum 20. Oktober ein reges Treiben: Rund 40 Johanniter-Rettungshundeteams aus Stralsund, Schleswig, Stormarn, Berlin und Nordbrandenburg waren dort zu einem Übungswochenende zusammengekommen. Das intensive Trainingswochenende war das erste dieser Art und Größenordnung für die ehrenamtlichen Rettungshundestaffeln aus dem Norden. Jana Simon, Staffelleiterin der Rettungshundestaffel Stralsund, hatte das Trainingswochenende gemeinsam mit ihrem Team konzipiert. Damit die vierbeinigen Spürnasen und ihre ehrenamtlichen Hundeführer auf ihre Einsätze bei der Vermisstensuche gut vorbereitet sind, ist regelmäßiges Training Pflicht. Normalerweise trainieren die Staffeln jedoch jede für sich. "Von einem gemeinsamen Training können wir alle profitieren", sagt Simon. Die Stralsunder Johanniter luden deshalb ihre Staffelkollegen aus dem gesamten norddeutschen Raum und Berlin zur "Schnüffelschule" nach Rügen. "Viele Kollegen sind schon seit Jahren dabei, andere haben noch nicht so viel Erfahrung mit Einsätzen. Der Austausch bringt alle voran."

 

Simons Border Collie Berry kennt wie jeder ausgebildete Rettungshund alle Kommandos und folgt seiner Hundeführerin aufs Wort. Seine feine Nase nimmt schon geringste Spuren menschlicher Witterung auf. Sofort folgt er der Fährte. Hat er eine Person gefunden, zeigt er seiner Hundeführerin durch Bellen die erfolgreiche Suche an. "Rettungshunde müssen unter zum Teil extremen Bedingungen Vermisste oder Verunglückte aufspüren - da ist es sehr wichtig, dass die Beziehung zwischen Hund und Hundeführer stimmt. Beide müssen sich aufeinander verlassen können. Aber das müssen wir natürlich auch immer wieder trainieren", sagt Simon. Für das gemeinsame Wochenende hatten sich die Stralsunder ein ungewöhnliches Terrain ausgesucht: Am Samstagvormittag begann das Training auf dem weitläufigen Gelände der Jugendherberge Prora. Dort stehen einige Komplexe leer - ideale Bedingungen für die Suche von vermissten Personen in unübersichtlichen Gebäuden und den umliegenden Flächen. Neben zahlreichen Flächensuchhunden waren auch einige Trümmersuchhunde und Mantrailer bei der Übung dabei. Als Vermisstendarsteller unterstützte die Jugendfeuerwehr Binz die Übung der Johanniter. Die Kollegen von der Freiwilligen Feuerwehr Binz unterstützten in der Einsatzleitung.

 

Nach einem anstrengenden ersten Übungstag folgte am Samstagabend die erste Auswertung. "Wir sind mit dem Training sehr zufrieden", berichtet Simon. "Selbst für die 'alten Hasen' unter uns gibt es immer wieder Neues zu lernen oder aufzufrischen. Und vor allem der Kontakt zu den anderen Staffeln war sehr hilfreich." Am Sonntag wurde das Training fortgesetzt: Im Zentrum der Insel trainierten die Johanniter die Suche nach Vermissten in einem Waldgebiet. "Hier haben wir die Übungssituation etwas verändert und gemischte Teams mit Anfängern und erfahrenen Profis zusammengestellt. Das hat sehr gut geklappt. Wir fühlen uns für die nächsten Einsätze gut gewappnet."

 

Über die Rettungshundearbeit: Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Nur geprüfte Rettungshundeteams dürfen in den Einsatz gehen. Die Staffeln werden über die jeweilige Leitstelle angefordert, wenn es darum geht, Vermisste oder Verunglückte zu finden. In der Fläche ersetzt ein Hund etwa 40 bis 50 Helfer und kann in 15 Minuten bis zu 30.000 Quadratmeter absuchen. Die Arbeit der Rettungshundestaffeln erfolgt ehrenamtlich und ist auf Spenden angewiesen. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert rund zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen, die alle 18 Monate aufgefrischt werden muss.

Impressionen

Ihr Ansprechpartner Antje Bastick

Beselerallee 59 a
24105 Kiel