Erste Hilfe rettet Leben – auch in der Corona-Pandemie

Kiel, 29. April 2020

In Zeiten von Corona sind viele Menschen besorgt um ihre eigene Gesundheit und wollen sich selbst, aber auch andere schützen. Das Gebot der Stunde heißt: Abstand halten.

Aber wie kann man während der Corona-Pandemie in einem Notfall helfen, ohne sich selbst unnötig zu gefährden und eine Ansteckung mit Covid-19 zu riskieren? Die Johanniter geben Hinweise zum Verhalten.

Besonders die Mund-zu-Mund-Beatmung während der Herz-Lungen-Wiederbelebung steht in der Corona-Pandemie zur Diskussion. „Grundsätzlich sollte jeder Mensch immer Erste Hilfe leisten“, sagt Tobias Slenczek, Bereichsleiter Rettungsdienst der Johanniter in Kiel. Einen Notruf abzusetzen, ist das Minimum im Notfall. Das gilt genauso während der Corona-Pandemie. „Der Ersthelfer sollte dabei jedoch immer auf seinen Eigenschutz achten und sich selbst nicht in Gefahr begeben.“

Ist der Verletzte an Corona erkrankt oder der Ersthelfer ist sich unsicher, kann aktuell auf die Beatmung verzichtet werden. Slenczek erklärt: „Sie setzen den Notruf ab und führen anschließend ununterbrochen die Herzdruckmassage durch.“ Gleichzeitig kann das Gesicht des Betroffenen mit einem Tuch oder einem Kleidungsstück abgedeckt werden, um das Risiko einer Tröpfcheninfektion zu minimieren.

62 Prozent der Herz-Kreislauf-Stillstände treten zu Hause auf, so das Bundesministerium für Gesundheit. In knapp der Hälfte aller Fälle seien Familienangehörige, Passanten oder Arbeitskollegen in der Nähe, die sofort Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten könnten. In vielen Fällen sind also die Ersthelfer Familienmitglieder oder andere nahestehende Personen, die das Risiko einer möglichen Ansteckung in der Regel besser einschätzen können als eine fremde Person. „Wenn möglich, sollten Sie, neben der Herzdruckmassage, dann ebenfalls die Atemspende geben“, so Slenczek. Eine unverzüglich begonnene Herzdruckmassage verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschancen des Betroffenen, sind sich die Experten einig.

Falls der Ersthelfer selbst zur Corona-Risikogruppe gehört, können andere Personen ermuntert werden, Erste Hilfe zu leisten. „Ist niemand in der Nähe, versuchen Sie, so gut es geht und mit angemessenen Sicherheitsabstand zu helfen“, sagt Slenczek. Ein Notruf sollte in jedem Fall abgesetzt werden.

Wer sein Wissen zu Erster Hilfe auffrischen möchte, kann das bei der Johanniter-Unfall-Hilfe kontaktlos online über die Internetseite machen. Im Internet finden Interessierte alle wichtigen Informationen rund um Erste-Hilfe-Maßnahmen sowie Videos zu verschiedenen Erste-Hilfe-Themen, unter: Erste Hilfe

 

 

Ihr Ansprechpartner Regionalverband Schleswig-Holstein Nord/West in Kiel

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Beselerallee 59a
24105 Kiel