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Politik besucht Gesundheitsmobil

Normalerweise sitzen sie in der Kieler Landesregierung oder in Berlin am Schreibtisch. Die Sommerpause nutzten Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold sowie die Lübecker Bundestagsabgeordneten Prof. Dr. Claudia Schmidtke und Gabriele Hiller-Ohm, um unser Gesundheitsmobil kennenzulernen. Die Finanzministerin informierte sich gemeinsam mit Bürgermeister Jan Lindenau über unsere Arbeit und deren Hintergründe. Dabei wurde ihr deutlich, dass das staatliche Sozialsystem nicht alle Menschen auffange. Besonders würdigte Frau Heinold das Engagement unserer Ehrenamtlichen.

Prof. Dr. Schmidtke begleitete  uns auf einer Freitagstour zum Hauptbahnhof und ins Bodelschwingh-Haus. Auf ihrer Facebook-Seite resümierte sie, "dass unsere präsente Lebensweise vielfach keine Selbstverständlichkeit darstellt und was ein Leben am Rande der Gesellschaft bedeuten kann. Dies sollten wir uns alle immer wieder ins Bewusstsein rufen und durch stärkere Unterstützung und einen respektvolleren Umgang mit den engagierten sozialen Kräften vor Ort bewusst leben."

Am Kolberger Platz, an der Ausgabestelle der Lübecker Tafel, trafen wir uns mit Frau Hiller-Ohm. Sie bedankte sich nach ihrem Besuch via Facebook bei allen Ehrenamtlichen, Stiftungen, Spender/innen und beiden Trägern des Projektes. Außerdem postete sie: "Dieses wegweisende Projekt verbessert das Leben vieler Menschen im Alltag".

Finanzministerin Monika Heinold und Bürgermeister Jan Lindenau auf Besuch beim Gesundheitsmobil.

Prof. Dr. Claudia Schmidtke mit einigen Mitarbeitern des Gesundheitsmobils

Gesundheit ist ein Menschenrecht

Der Zugang zu angemessener und qualitativ hochwertiger Gesundheitsversorgung ist ein Menschenrecht. Deutschland hat sich völkerrechtlich verpflichtet, dieses Recht zu schützen, zu achten und umzusetzen. Doch Hunderttausend hierzulande wird dieser Zugang verwehrt. Zu den Betroffenen gehören Asylsuchende, Menschen ohne geregelten Aufenthaltstatus, Menschen ohne Krankenversicherung oder mit Beitragsschulden und EU Bürger*innen, die prekär beschäftigt sind oder Arbeit suchen. Neben gesetzlichen Hürden verhindern Sprachbarrieren und Diskriminierung eine angemessene Versorgung.

Um öffentlich gegen diesen Missstand zu protestieren gab es am 20. März 2018 eine Kundgebung vor dem Berliner Brandenburger Tor eine Kundgebung unter dem Motto "Gesundheit ist ein Menschenrecht".
Verschiedene Organisationen wie z.B. der Paritätische Wohlfahrtsverband, Diakonie Deutschland, die Deutsche AIDS Hilfe, Amnesty International, Medibüros und Medinetze fordern die Bundesregierung auf, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um die diskriminierenden Hürden abzubauen und den Zugang zu Gesundheitsversorgung für alle zu gewährleisten.
Aus dem gesamten Bundesgebiet standen 10 Gesundheitsmobile (darunter auch unser Gesundheitsmobil) vor dem Brandenburger Tor. Symbolisch rissen Ärzt*innen und Patient*innen eine Mauer mit bestehenden Barrieren ein.

Weitere Infos unter: www.gesundheit-ein-menschenrecht.de