Finger weg von Öl und Klebstoff

Berlin, 17. April 2014

Johanniter geben Tipps zum Umgang mit Zecken

Die wärmere Jahreszeit lockt die Menschen vermehrt ins Grüne. Aber Vorsicht, denn bei steigenden Temperaturen werden auch Zecken aktiv. Die manchmal infektiösen Spinnentiere halten sich vor allem in Wäldern, im hohen Gras, Gebüsch oder im feuchten Laub auf.

 

Zum Schutz gegen einen Zeckenstich (Zecken besitzen einen Stech- und Saugapparat) helfen am besten lange Hosen und langärmelige Kleidung. "Wer sich in der freien Natur aufgehalten hat, sollte danach unbedingt seinen Körper nach Zecken absuchen. Zecken bevorzugen warme Körperregionen wie Achselhöhlen, Kniekehlen, den Hals oder den Kopf", rät Dr. Jörg Oberfeld, Bundesarzt der Johanniter-Unfall-Hilfe. Zeckenstiche können zwei Krankheiten auslösen: Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Gelenk- und Muskelentzündung Lyme-Borreliose. FSME ist eine fieberhafte Erkrankung. Bei einigen Patienten kommt es zu einer Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Symptome sind Erbrechen, Kopfschmerzen und auch Lähmungen. Die Lyme-Borreliose kann unbehandelt zu Nervenlähmungen, Gelenk- oder Herzmuskelentzündungen führen.

Ein Zeckenbiss ist aber kein Grund zur Panik. "Vor Borreliose schützt man sich am besten, indem man die Zecke zügig entfernt", so Oberfeld. "Die Erreger sitzen im Magen-Darm-Trakt der Spinnentiere und gelangen 12 bis 24 Stunden nach dem ersten Saugen in die Wunde." Idealerweise entfernt man die ungebetenen Gäste mit einer Zeckenpinzette, eine einfache Pinzette ist aber genauso geeignet. Dazu setzt man diese direkt über der Haut an und hebelt die Zecke vorsichtig heraus. In keinem Fall sollten Klebstoff, Öl oder andere Mittel eingesetzt zu werden, um die Zecke zu ersticken, da das Tier im Todeskampf vermehrt Flüssigkeit aussondert und sich dadurch die Gefahr einer Infektion erhöht. Haben es die Borreliose-Erreger doch in den menschlichen Körper geschafft, rötet sich meist die Haut an der Einstichstelle. Dann sollte man unbedingt einen Arzt aufsuchen. Häufig tritt die Rötung erst ein paar Tage nach dem Stichzeitpunkt auf. Auch bei grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Muskel- und Gelenkschmerzen oder geschwollenen Lymphknoten sollte man einen Arzt konsultieren.

Doch Vorsicht: Das zügige Entfernen der Zecke schützt leider nicht vor den Erregern für FSME. Diese tragen Zecken in einigen Regionen Deutschlands in den Speicheldrüsen, sie werden daher bei einem Stich sofort übertragen. Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind die FSME-Risikogebiete in Deutschland vor allem Baden-Württemberg, Bayern, Süd-Hessen, Süd-Thüringen, der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz und der Saar-Pfalz-Kreis im Saarland. Die Johanniter empfehlen Menschen, die in FSME-Risikogebieten wohnen oder dort Urlaub machen, möglichst bald ihren Impfschutz zu überprüfen.

Für den Aufbau des Impfschutzes gegen FSME sind drei Impfungen nötig. Die zweite Impfung erfolgt ein bis drei Monate nach der ersten. Etwa zwei Wochen danach besteht für einige Monate der Schutz. Um die Immunisierung abzuschließen, ist eine dritte Impfung nach neun bis zwölf Monaten nötig. Der Schutz besteht dann für mindestens drei Jahre.

 

Weiter Informationen zum Thema erhalten Sie beim Robert Koch-Institut.