Heute ist der „Europäische Tag des Notrufs“

Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen, 08. Februar 2019

(Bildquelle: Tobias Grosser)

Sind Menschen schwer verletzt oder erkrankt, ist eine medizinische Versorgung notwendig. Besonders bei einer Bewusstlosigkeit oder einem Atemstillstand kommt es darauf an, frühzeitig den Rettungsdienst zu rufen, um eine schnelle notfallmedizinische Versorgung zu gewährleisten. „Schnell die 112 zu wählen, ist der erste wichtige Schritt in der Rettungskette, mit dem man die Profis vom Rettungsdienst informiert“, erklärt Frank Sandkühler, Fachbereichsleiter der Erste-Hilfe-Ausbildung der Johanniter vom Regionalverband Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen.

Die Rettungskette beschreibt dabei kurz und knapp die Tätigkeiten des Ersthelfers:

1. Schützen: Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Situation und versuchen Sie, die Lage einzuschätzen. Dabei unbedingt beachten: Eigenschutz ist immer das oberste Gebot.

2. Melden: Wählen Sie die 112 und informieren Sie die Rettungskräfte.

3. Helfen: Kontrollieren Sie Bewusstsein und Atmung. Prüfen Sie, ob weitere Verletzungen vorliegen. Anschließend beginnen Sie mit den Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Frank Sandkühler: „Wenn man als Laie zu einem Notfall hinzugezogen wird, entsteht erst mal Stress. Da ist es gut, die Rettungskette immer vor Augen zu haben. Wer sie kennt weiß, was als nächstes zu tun ist. Ob bei einem Unfall oder einem medizinischen Notfall – wählen Sie die Telefonnummer 112“.

Ralf Marquardt ist Leiter des Rettungsdienstes im Regionalverband und seit 15 Jahren für die Johanniter im Einsatz: „Wenn eine lebensbedrohliche Situation eintritt, muss in jedem Fall die 112 gewählt werden. Dazu zählen Bewusstlosigkeit, ein Herz-Kreislauf-Stillstand, Probleme in der Brust wie schwere Atemnot oder zum Beispiel ein Herzinfarkt. Auch eine Verletzung, die über eine Bagatelle hinausgeht, wie eine starke Blutung etwa, ist ernst zu nehmen.“ Kurz: alles, was lebensbedrohlich ist oder werden kann, erfordert eine schnelle notfallmedizinische Behandlung. Durch den Notruf wird der Rettungsdienst alarmiert. Die Rettungsleitstelle benötigt dazu folgende Angaben vom Anrufer:

  • Wo ist es passiert?
  • Was ist passiert?
  • Wie viele Verletzte/ Erkrankte gibt es?
  • Welche Verletzungen/ Erkrankungen konnten Sie entdecken?
  • Warten auf Rückfragen

Frank Sandkühler rät: „Unfallopfer stehen oft unter Schock und lehnen Hilfe manchmal ab. Bleiben Sie trotzdem vor Ort und beobachten Sie die Situation, bis die Rettungsprofis eintreffen. Diese entscheiden dann, was medizinisch notwendig ist.“ Um im Ernstfall schnell handeln und richtig helfen zu können, rät der Johanniter, die eigenen Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig mit einem Kurs aufzufrischen.

Hintergundinformationen

Erste Hilfe und Breitenausbildung
Im Jahr 2017 wurden 431.000 Menschen bei den Johannitern in Erster Hilfe geschult, davon mehr als 12.000 Kinder und Jugendliche in Schulen. Mehr als 14.000 Eltern wurden in unseren Erste-Hilfe-am-Kind-Kursen trainiert, um in Kindernotfällen schnell und sicher reagieren zu können. Mehr Infos zur Ersten Hilfe finden Sie hier: www.johanniter.de/erstehilfe.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe
Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ist mit rund 22.000 Beschäftigten, mehr als 37.000 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und knapp 1,3 Millionen Fördermitgliedern eine der größten Hilfsorganisationen in Deutschland und zugleich ein großes Unternehmen der Sozialwirtschaft. Die Johanniter engagieren sich in den Bereichen Rettungs- und Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, Betreuung und Pflege von alten und kranken Menschen, Fahrdienst für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Hospizarbeit und anderen Hilfeleistungen im karitativen Bereich sowie in der humanitären Hilfe im Ausland.