Hilfsorganisationen gemeinsam im Einsatz

Rhein-Sieg-Kreis, 23. April 2020

Seit Mitte März unterstützen die Hilfsorganisationen im Rhein-Sieg-Kreis die Kreisverwaltung in der Bewältigung der Corona-Krise. Aus dem gemeinsamen Lagezentrum der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft, des Deutschen Roten Kreuzes, der Johanniter-Unfall-Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes koordinieren die Hilfsdienste den Einsatz ihrer Kräfte. „Unsere Lagebesprechungen führen wir vornehmlich virtuell über Videokonferenzen durch. Die Zahl der Einsatzkräfte auf der Straße reduzieren wir auf ein Minimum,“ berichtet Ulf Krüger aus dem Lagezentrum. Seine Organisationszugehörigkeit erwähnt er nicht. „In diesem Einsatz zählt nicht das Wappen auf dem Ärmel. Wir blenden dabei Organisationsdenken aus und fühlen uns als ein Team.“

Gemeinsam durch die Krise

Für die Kreisverwaltung haben die ehrenamtlichen Helfer in den vergangenen Wochen mehrere Logistikaufträge abgearbeitet und Schutzausrüstung an Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser verteilt. Pascal Hassel aus dem Lagezentrum ergänzt: „Unser Dank gilt dabei nicht nur den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, sondern auch den Arbeitgebern, die Einsatzkräfte hierfür freigestellt haben.“ Die Freistellung von Einsatzkräften für den Katastrophenschutz ist in Nordrhein-Westfalen gesetzlich geregelt. „Es erfordert in jedem Einzelfall aber immer ein Verständnis und eine Unterstützung des Arbeitgebers.“ Dieser wesentliche Beitrag für einen funktionierenden Bevölkerungsschutz sei ausdrücklich zu loben.

Auf neue Situation schnell eingestellt

Die Einsatzkräfte leisten seit Mitte März aber nicht nur sichtbare Arbeit auf der Straße oder in Einrichtungen des Gesundheitssektors. „Wir beraten Behörden mit unserer Fachexpertise oder erstellen lageangepasste Einsatzkonzepte,“ ergänzt mit Leander Heller ein weiteres Mitglied des gemeinsamen Führungsteams. „Die unsichtbare Arbeit ist für uns Katastrophenschützer nichts Außergewöhnliches, das machen wir in unseren Ausbildungsabenden das ganze Jahr über.“ Neu ist aber teilweise die Art und Weise der Vorbereitung: „Wir führen Helferabende im virtuellen Raum durch. Einzig das praktische Üben reduzieren wir zurzeit.“ Ziel ist, die Einsatzfähigkeit aller Einheiten aufrecht zu erhalten. „Wir sind gut aufgestellt, unsere fünf Einsatzeinheiten können jederzeit ausrücken! Das haben wir zuletzt bei einem großen Einsatz in Sankt Augustin unter Beweis gestellt.“

Zuverlässige starke Partner

Die Hilfsorganisationen im Rhein-Sieg-Kreis stellen insgesamt fünf Landeskatastrophenschutz-Einsatzeinheiten, die jeweils aus einer Führungskomponente, einer Sanitätsgruppe, einer Betreuungsgruppe und einem Technik-Trupp bestehen. „In einfacher Besetzung sind das 165 Helferinnen und Helfer, also 33 Kräfte pro Einheit,“ weiß mit Christian Debertshäuser auch der letzte Vertreter der vier Organisationen über die Leistungsfähigkeit aller Kräfte Bescheid. „Die Planungen sehen dabei sogar mindestens eine doppelte Besetzung vor, so dass wir personelle Ausfälle kompensieren können.“

Ergänzend hierzu stehen neben Wasserrettungseinheiten auch weitere organisationseigene Katastrophenschutzkräfte mit Material zusätzlich zum regulären Rettungsdienst im medizinischen Sektor zur Verfügung. Abgerundet wird das umfassende Leistungsspektrum der Hilfsorganisationen im Rhein-Sieg-Kreis durch Angebote im sozialen und seelsorgerischen Bereich. Ob Telefonbesuchsdienst der Malteser, Unterstützung durch das Familienbildungswerk des DRK, Jugendarbeit der DLRG oder die Obdachlosenhilfe der Johanniter, alle Angebote sollen die Auswirkungen der Corona-Krise erträglicher machen. Einig sind sich am Ende alle vier Hilfsdienste: Für eine Pandemie dieser Größenordnung, die so noch niemand der Einsatzkräfte miterleben musste, sehen sich die Hilfsorganisationen durch die übergreifende Zusammenarbeit gut aufgestellt.