Pflege in der Ausnahmesituation

Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen, 11. Mai 2020

Am 12. Mai 2020 jährt sich der Geburtstag von Florence Nightingale, der Pionierin der Krankenpflege, zum 200. Mal. Anlässlich dieses Jahrestags würdigen die Johanniter die enorme Leistung, die von den Mitarbeitenden ihrer ambulanten Dienste tagtäglich erbracht wird. In der aktuellen Situation tragen sie ein noch höheres Maß an Verantwortung als zu normalen Zeiten: Pflegebedürftige Menschen müssen auch während der Corona-Krise versorgt werden – zugleich sind sie am meisten gefährdet, einen schweren Verlauf der Erkrankung Covid-19 zu erleiden. Während der Kontaktbeschränkungen mussten sie lange zum eigenen Schutz auf Besuche von Verwandten ganz verzichten, Lockerungen der strengen Regeln kommen erst langsam in Gang. Die Pflegefachkräfte waren oft die einzige direkte Verbindung zur Außenwelt. Zugleich leiden sie auch selbst unter den Einschränkungen des Alltags, die aufgrund der Corona-Krise erforderlich sind.

Pflegefachkräfte oft der einzige Kontakt der Patienten

Regionalvorstand Julian Müller: „Im Moment ist auch das eigene Durchhaltevermögen der Mitarbeitenden in der Pflege gefragt. Erkrankungen mussten kompensiert werden, zuhause warten die eigenen zu betreuenden Kinder auf Unterstützung. Durch die Kontaktbeschränkungen sind unsere Pflegefachkräfte oft die einzige Verbindung nach außen für unsere Patienten. Das alles bringt ein noch höheres Maß an Verantwortung mit sich. Dem stellen sich unsere fünf Teams in den Sozialstationen mit ihren mehr als 130 Mitarbeitenden vorbildlich. Dafür sagen wir im Namen des gesamten Vorstands nicht nur heute, am Tag der Pflege: Ganz herzlichen Dank an Sie alle! Endlich erfährt Ihre Arbeit auch in der breiten Öffentlichkeit eine angemessenere Wahrnehmung.“

Wertschätzung nicht nur in der Corona-Zeit

Lutz Hoffmann, Fachbereichsleiter der Ambulanten Pflege im Regionalverband ergänzt: „Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor Herausforderungen. Der Umgang mit den nötigen Schutzmaßnahmen bei der Arbeit und im Umgang mit erkrankten Patienten erfordert besonders hohe Achtsamkeit von unseren Pflegekräften. In unseren fünf Sozialstationen mit 130 Mitarbeitenden sind alle Teams mit vollem Engagement dabei, um auch diese Situation zu meistern. Sie alle sorgen dafür, dass niemand unversorgt bleibt. Dafür möchten wir den Mitarbeitenden ganz herzlich danken: Wir sind stolz darauf, dass sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so professionell und mit viel Herz für all unsere Patienten einsetzen“, bedankt sich Lutz Hoffmann.

Er findet es gut, dass der Pflegeberuf derzeit ein so hohes Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit erfährt: „Ich finde aber auch wichtig, dass sich die Menschen nach dieser Pandemie weiter daran erinnern, dass sich die vielen Pflegefachkräfte jeden Tag mit viel Hingabe und Sorgfalt um Andere kümmern und ihnen mit ihrer Arbeit so ein eigenständiges Leben ermöglichen. Das verdient unsere ungeteilte Wertschätzung, nicht nur in der Zeit von Corona“, so der Fachbereichsleiter.

Auch pflegende Angehörige sollten in dieser Situation nicht vergessen werden: „Sie gehen oftmals bis an ihr Limit, während ihre Leistung in der Gesellschaft weitestgehend unsichtbar bleibt. Auch sie verdienen höchsten Respekt für ihren täglichen Einsatz“, so Lutz Hoffmann. Die Johanniter haben für pflegende Angehörige ein kostenloses Online-Kursprogramm. Vier Themenbereiche stehen unter www.johanniter-pflegecoach.de  zur Verfügung: „Grundlagen der häuslichen Pflege“, „Alzheimer und Demenz“, „Wohnen und Pflege im Alter“ sowie „Rechtliche Vorsorge für den Ernstfall“. Beachten Sie auch unsere speziellen Corona-Informationen auf unserer Homepage www.johanniter.de  mit der Sonderseite Risikogruppe Großeltern.