Johanniter NRW begrüßen Reform des Kinderbildungsgesetzes

Köln, 29. November 2019

Anlässlich der heutigen Verabschiedung des neuen Kinderbildungsgesetzes im Düsseldorfer Landtag begrüßt die Johanniter-Unfall-Hilfe in Nordrhein-Westfalen weite Teile der Reform der Landesregierung als fachlichen Fortschritt. Im neuen „Kibiz“ wurden viele fachliche Verbesserungen umgesetzt, die die Qualität der frühkindlichen Betreuung in NRW deutlich steigern. So werden etwa die Mitbestimmungsrechte der Kinder gestärkt und Leitungskräfte erhalten zukünftig verbindlich festgelegte Zeit für administrative Aufgaben. Das Personal wird insgesamt mehr Stunden für die pädagogische Betreuung von Kindern inklusive Vor- und Nachbereitung zur Verfügung haben.

Lob für fachliche Verbesserungen
Sylvia Steinhauer-Lisicki, NRW-Fachbereichsleiterin der Johanniter für Tageseinrichtungen für Kinder: „Aus fachlicher Perspektive werden die Kita-Kinder in NRW vom neuen Kibiz profitieren: Die Stärkung der demokratischen Teilhabe der Kinder, die pädagogische Fachberatung für die Erziehenden und die verbindliche Leitungsfreistellung werden spürbare Verbesserungen in den Kitas bringen. Denn die individuellen Stärken der Kinder und die Beachtung der unterschiedlichen Entwicklungsverläufe bilden die Grundlage des pädagogischen Handelns.“

Finanzielle Risiken?
Zugleich sehen die Johanniter auch finanzielle Risiken, die mit der Reform des Gesetzes einhergehen. Udo Schröder-Hörster, Landesvorstand der Johanniter in NRW: „Die Senkung der Trägeranteile ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Sie bedeutet aber wahrscheinlich in der Realität keine Entlastung für uns als Träger, weil durch die Erhöhung der Kindpauschalen die realen Trägeranteile sogar steigen werden.“

Um dem perspektivisch entgegenzuwirken und die Qualität frühkindlicher Bildung und Betreuung in NRW weiter zu steigern, sprechen sich die Johanniter dafür aus, eine hundertprozentige Förderung der Betriebs- und Personalkosten anzustreben. Nur so kann man die Trägervielfalt in NRW langfristig erhalten werden.
Die größte Herausforderung wird die Ausbildung und Einstellung zusätzlichen Fach-Personals sein. Die Johanniter begrüßen deshalb die neuen Ausbildungspauschalen im Kibiz. Als einer von wenigen Kita-Trägern in NRW bieten die Johanniter ihren Erziehenden deshalb hochwertige, mehrmonatige Fortbildungen an, die unter anderem für die anspruchsvolle Aufgabe einer Kita-Leitung qualifizieren.

Hintergrund
Die Johanniter betreiben in Nordrhein-Westfalen 71 Tageseinrichtungen für über 4 000 Kindern und rund 800 Mitarbeitenden, davon 22 Familienzentren.

Zudem engagieren sich die Johanniter in der Kinder- und Jugendarbeit mit Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien wie etwa Offene Ganztagsbetreuung und Ferienprogrammen, Jugendgruppen und -freizeiten, Schulsanitätsdiensten und vielem mehr. Als erster Träger in NRW wurden sie 2012 mit dem BETA-Qualitätssiegel der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e. V. für ihre besonders hohe Qualität in der elementar- und religionspädagogischen Arbeit ausgezeichnet. 2018 erhielt ihre Kita im oberbergischen Bergneustadt in NRW beim Deutschen Kita-Preis unter 1 200 Mitbewerbern die Auszeichnung „beste Kita Deutschlands“ (2. Platz).

Die Johanniter in NRW
Das sind rund 10 000 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, über 4 500 hauptamtlich Mitarbeitende sowie fast eine halbe Million Fördermitglieder, die die christliche Hilfsorganisation unterstützen. Sie sorgen dafür, dass sich die Johanniter in den Bereichen Rettungsdienst, Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, Erste-Hilfe-Ausbildung, Soziale Dienste, Kinder- und Jugendarbeit zuverlässig und zum Wohl von bedürftigen Menschen engagieren können. Sie knüpfen an eine über 900 Jahre alte Tradition des Johanniterordens an, aus Liebe zum Leben!