"Hervorragende Flüchtlingsarbeit"

12. Februar 2015

Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe besucht Lippe

Oerlinghausen.
Lob von höchster Stelle für die Arbeit in der Flüchtlingsunterkunft der Johanniter-Unfall-Hilfe: Mit Dr. Arnold von Rümker nahm der Präsident der JUH die Einrichtung in Augenschein. Sein Fazit: „Infrastruktur, Organisation und Engagement im Ehren- und im Hauptamt sind hier vorbildlich. Das ist hervorragende Flüchtlingsarbeit.“

Von Rümker, der seit einem Jahr an der Bundesspitze der evangelischen Hilfsorganisation steht, machte in Oerlinghausen seinen Antrittsbesuch in Lippe. Mit dabei die beiden JUH-Landesvorstände Kirsten Hols und Hans Theodor von Tiesenhausen. Sie besichtigten die Einrichtung, sprachen mit Mitarbeitern und suchten auch den Kontakt zu den Flüchtlingen.

Zusammen mit den Vorständen des JUH-Regionalverbandes Lippe-Höxter, Matthias Schröder und Jürgen von Olberg, informierten sie sich zunächst im Kinder-Spielraum. Dort werden morgens und nachmittags rund 20 Jungen und Mädchen betreut und lernen ganz nebenbei die ersten deutschen Vokabeln. Beeindruckt zeigte sich die JUH-Spitze von der Arbeit in der Kleiderkammer, wo sich etwa 30 ehrenamtliche Helfer – viele aus der örtlichen Kirchengemeinde – engagieren. Matthias Schröder: „Die Flüchtlinge erhalten einen Chip, dafür gibt es fünf Kleidungsstücke. Begleitet von unseren Helfern können sie sich dann Hemden, Pullover, Hose oder Schuhe aussuchen. Kürzlich kam ein Mädchen zu uns, das gar keine Schuhe hatte. Hier helfen wir dann sofort und zunächst auch ohne Chip.“

Nächste Station für den Besuch aus Berlin und Düsseldorf bildete ein Kurs, in dem rund 20 Erwachsene Deutsch lernten. Ihr Lehrer, Nabil Essadqui, ist einer der Sozialarbeiter und Sozialpädagogen in Diensten der JUH, die die Flüchtlinge in Oerlinghausen betreuen. Essquadi und seine Kollegen sprechen teilweise fünf oder sechs Sprachen, sodass eine Verständigung trotz der vielen Nationalitäten gelingt.

In der ehemaligen Klinik des Johanneswerkes leben rund 420 Menschen, darunter 80 Kinder, informierte Schröder seine Besucher. Durchschnittlich bleiben sie zehn bis 14 Tage. Nach Abschluss der Bauarbeiten am „Waldhof“-Gebäude ist die maximale Kapazität von 640 Plätzen erreicht. Das Gelände sei mit seiner Weitläufigkeit geradezu ideal, stellte von Rümker bei der Besichtigung fest. Das ermögliche Sportangebote und andere Freizeitaktivitäten. „Und die werden auch genutzt“, berichtete Schröder. „Kürzlich hatten wir hier ein multinationales Tischtennisturnier, das großen Anklang fand. Auch das gehört für uns zur Flüchtlingsarbeit dazu.“