"Super-Aktion" für Flüchtlingskinder

29. Januar 2015

Schulranzen spendeten Augustdorfer Grundschüler für Flüchtlingskinder in Oerlinghausen. Pia Erfkamp, Melina Petker, Max-Michael Schultheis und Schulleiterin Ute Krause (von links) übergaben die Ausrüstung an die JUH-Mitarbeiter Esra Pollmann und Jochen Nadolski-Voigt.

Grundschüler spenden Ranzen und Arbeitsmaterial

Oerlinghausen/Augustdorf.
Kinder helfen Kindern: Schülerinnen und Schüler der Grundschule In der Senne in Augustdorf spendeten jetzt 28 Schulranzen und acht dicke Pakete mit Stiften, Heften und Büchern für Kinder in der JUH-Flüchtlingseinrichtung in Oerlinghausen. Für Einrichtungsleiter Jochen Nadolski-Voigt schlicht „eine Super-Aktion“.

Schulleiterin Ute Krause war eigens mit einem Van vorgefahren, um alle Materialien und Pakete tatsächlich transportieren zu können. Mit an Bord waren Pia Erfkamp, Melina Petker und Max-Michael Schultheis, die die Schulausrüstung an ihre Altersgenossen übergaben. Strahlende Gesichter und leuchtende Augen signalisierten das herzliche „Dankeschön“, das den Kindern nach nur zwei oder drei Tagen in Deutschland noch nicht so flüssig über die Lippen kommt.

Die Kinder in der Flüchtlingseinrichtung der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) bleiben nur kurze Zeit in Oerlinghausen und besuchen dort deshalb zunächst noch keine Schule. „Das ändert sich, wenn sie und ihre Familien nach rund einer Woche bestimmten Gemeinden zugewiesen wurden. Dann besuchen sie Auffangklassen und können die Schulranzen, Hefte und Stifte bestens gebrauchen“, erläutert Esra Pollmann, die den Kindern schon in Oerlinghausen die ersten Worte in Deutsch beibringt. „Eine tolle Idee. Ich freue mich riesig, dass die Kinder von der Grundschule In der Senne bereit waren, ihre gebrauchten, aber gut erhaltenen Ranzen zu verschenken.“

Entstanden ist die Idee mit Hilfe des Lippischen Kombi-Service (LKS), der die Speisenversorgung in der Flüchtlingseinrichtung sicherstellt. „Ich kenne die Leiterin des LKS gut und habe gefragt, wie wir helfen können“, berichtet Ute Krause. „Dabei entstand die Idee. Nach den Weihnachtsferien haben wir per Brief in der Schule informiert. Und ich habe mich sehr gefreut, dass unsere Schüler und deren Eltern sofort einverstanden waren und sich sehr spendabel zeigten.“

Rund 85 Kinder aus unterschiedlichsten Nationen leben zurzeit in der JUH-Flüchtlingseinrichtung. Esra Pollmann und ihre Kollegen kümmern sich um die teils schwer traumatisierten Mädchen und Jungen, für die auch ein großer Kinderraum zum Spielen eingerichtet ist. „Gerade für die Kinderbetreuung sind wir auf Spenden angewiesen“, erläutert Nadolski-Voigt. „Verbrauchsmaterialen vom Malstift bis zum Bastelbedarf benötigen wir immer. Außerdem ist Tischtennis hier zum Sport Nummer 1 geworden. Wer den Flüchtlingskindern helfen möchte, würde mit Schläger, Bällen oder einer ausrangierten fahrbaren Tischtennis-Platte wirklich Gutes tun.“