Joachim Stamp beim Neujahrsempfang der Johanniter

Dortmund, 28. Januar 2019

„Wichtige Impulse für Kitas in NRW und Demokratie“

Der Neujahrsempfang des Landesverbandes NRW der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der frühkindlichen Bildung und Betreuung: Familienminister und Festredner Joachim Stamp und Kirsten Hols vom NRW-Landesvorstand sprachen in ihren Reden über die anspruchsvolle Arbeit in den Tageseinrichtungen für Kinder und ihre politischen Rahmenbedingungen – angesichts der Novellierung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) ein hochaktuelles Thema.

Minister Joachim Stamp: „Es ist uns gelungen, mit den kommunalen Spitzenverbänden eine Vereinbarung über die Reform des Kinderbildungsgesetzes zu schließen. Ich freue mich, dass wir dabei auch auf die Expertise aus dem Landesverband der Johanniter zurückgreifen können, die als Träger von Tageseinrichtungen für Kinder wichtige Impulse geben. Ich finde es toll, dass auch schon die Jüngsten zur Mitbestimmung und Demokratie ermutigt werden.“ Minister Stamp dankte den Helferinnen und Helfern der ev. Hilfsorganisation auch herzlich für ihren – vielfach ehrenamtlichen – Einsatz im sozialen und medizinischen Bereich.

Kirsten Hols vom Landesvorstand NRW betonte in ihrer Rede: „Ein besonders wichtiges pädagogisches und demokratisches Anliegen ist uns Johannitern eine wertebasierte Erziehung. Die Mitbestimmung und Beteiligung von Kindern als Grundlage einer demokratischen Gesellschaftsform ist uns eine Herzensangelegenheit. Sie muss noch mehr Eingang in die frühkindliche Bildung erhalten – auch im neuen Kinderbildungsgesetz, an dem die Landesregierung gerade arbeitet.“ Dabei sollten auch weitere Ergebnisse der Zukunftsstudie der Johanniter zur „Frühkindlichen Bildung und Betreuung in NRW im Jahr 2030“ aus vergangenem Jahr einbezogen werden. Die befragten Expertinnen und Experten waren einhellig der Meinung gewesen, dass eine auskömmliche Kita-Finanzierung zwingend notwendig sei, um die Betreuungsqualität landesweit spürbar zu erhöhen. Dass die Johanniter als Träger von zurzeit 64 Kitas in NRW hier sehr weit vorne seien, zeige die Auszeichnung mit dem Deutschen-Kita-Preis im Frühjahr 2018 für eine ihrer NRW-Einrichtungen. Kirsten Hols bot den anwesenden Landes- und Bundespolitikern weiterhin einen vertrauensvollen und konstruktiven Dialog an.

Besonders herzlich dankten Kirsten Hols, Magnus Memmeler und Hans von Tiesenhausen vom Landesvorstand NRW dem ausrichtenden Regionalverband Östliches Ruhrgebiet unter der Leitung von Wolfgang Baumbach und Dr. Jan-Robert von Renesse, die mit ihrem Team die Veranstaltung hervorragend organisiert hatten.

Traditioneller Gottesdienst

Begonnen hatte der Neujahrsempfang mit einem feierlichen Gottesdienst in der Marienkirche. Frank Neumann, JUH-Landespfarrer für Westfalen, predigte über die Jahreslosung „Suche Frieden und jage ihm nach!“ (Psalm 34,15). Anschließend begrüßte Landesvorstand Hans von Tiesenhausen in der Bürgerhalle des Rathauses Dortmund über 250 geladene Gäste aus Politik, Kirche, Verwaltung und befreundeten Hilfsorganisationen. Nach Joachim Stamp und Kirsten Hols begrüßte auch Bürgermeisterin Birgit Jörder die Gäste in der Westfalenmetropole und sagte: „Die Johanniter sind ein wichtiger und unersetzlicher Teil der Gesellschaft, besonders hier in Dortmund.“

Auszeichnung mit Verdienstmedaillen

Zum Abschluss des offiziellen Teils wurden zwei verdiente Johanniter mit der höchsten Auszeichnung des Landesverbandes geehrt: Renate Amon aus Düsseldorf und Dr. Volker Buhlmann aus Bochum erhielten für ihre herausragenden ehrenamtlichen Leistungen die Verdienstmedaille des Landesvorstands NRW. Renate Amon engagiert sich seit 1991 im Katastrophenschutz und in der Erste-Hilfe-Ausbildung; Volker Buhlmann hat mit viel Engagement den Ortsverband Bochum erfolgreich aufgebaut. Neben den genannten Rednern nahmen an dem Neujahrsempfang auch MdB Ulla Jelpke, MdL Susanne Schneider, die Bergkamener Beigeordnete Christine Busch, Hubert Groth, Ratsmitglied in Lünen, sowie Mitglieder des Johanniterordens, der Diakonie und befreundeter Hilfsorganisationen teil. Im Anschluss an den Neujahrsempfang informierten sich die Gäste in persönlichen Gesprächen über die aktuelle Arbeit der Johanniter im Ruhrgebiet und in Nordrhein-Westfalen.


Johanniter in NRW

Die Johanniter in NRW, das sind rund 10.000 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende sowie rund eine halbe Million Fördermitglieder, die den Verband alleine in NRW unterstützen. Sie sorgen dafür, dass sich die Johanniter in den Bereichen Erste-Hilfe-Ausbildung, Soziale Dienste, Rettungsdienst, Kindertageseinrichtungen, Kinder- und Jugendarbeit und Bevölkerungs- und Katastrophenschutz zuverlässig und zum Wohl ihrer Mitmenschen engagieren können. Die Johanniter knüpfen an eine über 900 Jahre alte Tradition an, „aus Liebe zum Leben“.

Johanniter im RV Östliches Ruhrgebiet

Im Regionalverband Östliches Ruhrgebiet engagieren sich rund 400 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. In den Städten Dortmund, Hamm, Lünen und Unna, welche zum Regionalverband gehören, arbeiten 364 hauptamtliche Mitarbeiter. Sie betreuen und begleiten Menschen im Rettungsdienst und Krankentransportdienst, beim Hausnotruf und Fahrdienst, beim Wohnen mit Service, bei der Ausbildung in Erster Hilfe und in der Ambulanten Pflege. Ferner gibt es im Regionalverband sechs Offene Ganztagsschulen in Schwerte, fünf Kindertageseinrichtungen, plus fünf weitere in Planung, mit zurzeit rund 1000 Kindern in Betreuung und 21 Schulen, die im Bereich Schulsanitätsdienst betreut werden. Die Johanniter am Standort Dortmund und Lünen leisten tausende Stunden ehrenamtliches Engagement vor allem im Sanitätsdienst und Katastrophenschutz.