An der Seite der Eltern

Hunsheim, 29. August 2019

7. Johanniter-Familienzentrum in Rhein.-/Oberberg

Was brauchen Mütter und Väter? „Eltern sollten sich miteinander austauschen können, und sie brauchen Menschen, die ihnen beim Aufwachsen des Kindes mit Fachwissen und auf Augenhöhe zur Seite stehen“, sagt Anette Müller, Leiterin der Johanniter-Kita Hunsheim in Reichshof-Hunsheim. Die Kita bietet seit langem den Austausch, Bildungsangebote sowie ein Netzwerk mit kompetenten Kooperationspartnern an – dafür wurde sie jetzt zum „Familienzentrum NRW“ zertifiziert.

Damit ist die Kita das siebte Familienzentrum der Johanniter im Regionalverband Rhein.-/Oberberg. Der Verband ist Träger von insgesamt 23 Kindertagesstätten.

Das Siegel des NRW-Familienministeriums bringe Fördermittel mit sich, dank derer das bestehende Angebot noch weiter ausgebaut werden könne, sagt Kita-Leiterin Anette Müller. So gibt es jetzt unter anderem zehn Termine im Jahr, an denen die Beratungsstelle „Haus für alle“ des Evangelischen Kirchenkreises nach anonymer Anmeldung für Eltern in der Kita zu sprechen ist. Einmal im Monat haben die Eltern zudem die Möglichkeit, sich zu Nachmittagscafé oder Frühstück in der Kita zu treffen.

Für alle Bedürfnisse, für alle Eltern

Weiterhin gibt es Kurse mit Yoga, Referate zu Hygiene und Ernährung oder Seminare nach Konzepten des Kinderschutzbunds. „Die Angebote eines Familienzentrums sind immer auf das Bedürfnis und auf die Belange der Familien im Umfeld der Kita ausgerichtet“, erklärt Kita-Leiterin Anette Müller. Und diese Angebote stehen nicht nur den Kita-Eltern, sondern allen Müttern und Vätern offen.

Da viele der 60 Zwei- bis Sechsjährigen der Johanniter-Kita aus bis zu neun Herkunftsländern stammen, ist die Zusammenarbeit des Kita-Teams mit dem Kommunalen Integrationszentrum und den Flüchtlingsberatungsstellen ebenso wichtig, wie die tägliche Unterstützung der Eltern bei Behördenbriefen oder dem Vermitteln zu Sprachkursen.

Das Vertrauen der Eltern

Sämtliche Angebote sind niederschwellig – sie können von den Eltern daher ohne viel Aufwand oder Überwindung wahrgenommen werden. „Ihre Akzeptanz setzt außerdem eine wichtige Beziehungsarbeit voraus“, sagt Kita-Leiterin Anette Müller. Und dabei spiele die pädagogische Arbeit der Kita eine wichtige Rolle: „Da wir den Eltern seit vielen Jahren zur Seite stehen, hat sich ein gutes Vertrauensverhältnis entwickelt.“

Hintergrund

Im Jahr 2006 wurden die Familienzentren in Nordrhein-Westfalen etabliert. „Ihre Leitidee ist, Familien eine verlässliche Anlaufstelle für Alltagsfragen in ihrem Stadtteil zu bieten“, heißt es auf der Internetseite des NRW-Familienministeriums.

Und weiter: „Vor allem in benachteiligten Gebieten, die oft von einer unzureichenden Infrastruktur und von Armut geprägt sind, können die Familienzentren dazu beitragen, Handlungsstrategien zu entwickeln, die die gesellschaftliche Teilhabe benachteiligter Familien fördern und damit einen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit leisten.“