Deti i sobachiy - Hunde und Kinder

Bergneustadt, 27. Juli 2019

Besuch aus Gomel

Als der Reaktorblock 4 des Atomkraftwerks Tschernobyl bei einem katastrophal endenden Testlauf zerstört wurde, waren Ksenia, Katja und die anderen Kinder aus Gomel noch lange nicht geboren. Und sogar die meisten ihrer Eltern waren an diesem 26. April 1986 noch nicht auf der Welt. Damals gingen etwa 70 Prozent des radioaktiven Fallouts auf das Gebiet im heutigen Weißrussland nieder - die Folgen sind bis in die dritte Generation spürbar: Die Kinder aus Gomel, die derzeit für drei Wochen zu Gast im Oberbergischen Kreis sind, sind alle an Leukämie erkrankt.

„Den Kindern von Tschernobyl"

Seit 20 Jahren laden Gudrun Irle und Margot Bockemühl erkrankte Kinder aus Weißrussland zu einem längeren Aufenthalt in Oberberg ein. Finanziert wird die Arbeit ihrer Initiative „Den Kindern von Tschernobyl" aus Spenden. Gestern verbrachten die Kinder einen Nachmittag auf dem Bauernhof der Johanniter-Mitarbeiterin Jana Zimmermann in Bergneustadt-Pernze und trafen dort auf die Vier- und Zweibeiner aus dem Besuchshunde-Dienst der Johanniter. Das Kuscheln und Toben mit den Tieren haben die Sieben- bis Dreizehnjährigen sehr genossen.

Schwimmen gelernt

„Seit wir hier sind haben die Kinder richtig Farbe bekommen“, sagt die mitgereiste Dolmetscherin Irina Danenkova. Das Immunsystem der Kinder werde durch diesen Ferienaufenthalt nachhaltig gestärkt, erklärt eine mitreisende Ärztin. Und die Kinder erzählen, dass ihnen neben dem Spielen mit den Hunden das Baden im Freibad besonders viel Spaß mache. Und wie Ksenia haben noch vier andere Kinder bei dieser Gelegenheit auch gleich das Schwimmen gelernt.