„Ein Stück Heimat“

Waldbröl, 28. Februar 2019

„Café Lichtblick“ für Trauernde: Nächster Termin ist der 18. März 2019

Damals hatte sie eigentlich gar nicht hierher kommen wollen. „Ich befürchtete, dass ich weinend am Kaffeetisch sitze und damit die anderen runterziehe“, erinnert sich eine Teilnehmerin an ihren ersten Besuch beim „Café Lichtblick“ vor zwei Jahren in Waldbröl. Ihre Befürchtungen erwiesen sich als unbegründet: „Wir sprechen nicht ausschließlich über die Trauer und lachen oft. Und wenn ich mal weine, bringt das keinen durcheinander, weil alle diese Traurigkeit kennen.“ Denn das sei das Gute an den Treffen beim Café: „Die anderen verstehen sofort, wie sich etwas anfühlt, da brauche ich nichts zu erklären.“

Egal, wann der Verlust eingetreten ist

Seit 2007 bieten der Ambulante Hospizdienst der Johanniter und die CBT-Wohnhäuser St. Michael in Kooperation an jedem dritten Montag im Monat das Café Lichtblick an. Eingeladen sind Erwachsene jeden Alters, die einen nahestehenden Menschen verloren haben. „Und dabei ist es egal, wann dieser Verlust eingetreten ist“, sagt Claudia Koch, Koordinatorin beim Ambulanten Johanniter-Hospizdienst für Morsbach, Reichshof und Waldbröl.

Denn die Trauer endet nicht. „Die Zeit heilt keine Wunden, sie vergeht einfach nur“, beschreibt es ein Teilnehmer des Cafés. Und seine Tischnachbarin erzählt, dass sie auch nach vielen Jahren öfters träume, wie sich ihr Mann gehend von ihr entferne. „Das erschüttert mich jedes Mal sehr“, sagt sie.

Für den Austausch miteinander gibt es bei den Treffen regelmäßig einen Input. „Wir stellen einen Text, einen Gedanke oder ein Bild in den Mittelpunkt und greifen dessen Aussage auf“, sagt Claudia Koch, die zusammen mit Sabine Achenbach von den Johannitern und Friederike Schippel vom CBT das Trauercafé leitet.

Einsam sein, Wut verspüren

Dann wird über das plötzliche Alleinleben gesprochen oder darüber, ob man als Trauernder ohne schlechtes Gewissen einen Urlaub genießen darf. Die Wut angesichts des Verlustes wird ebenso thematisiert wie die Dankbarkeit darüber, dass man einen bestimmten Menschen eine Zeit lang an seiner Seite hatte.

Und gegen das Alleinsein hilft auch das Café Lichtblick: Viele Teilnehmende verabreden sich privat, um ins Konzert, zum Wandern oder in ein Restaurant zu gehen. „Für mich ist die Gruppe aus dem Trauercafé ein Stück Heimat geworden“, beschreibt es eine Dame aus Morsbach. Und in diese Heimat wollen die Café Lichtblick-Besucher gerne weitere Menschen aufnehmen.

Nächstes Treffen bei Kaffee und Kuchen:

Zum nächsten Trauercafé wird am 18. März 2019 von 15 bis 17 Uhr in das evangelische Gemeindehaus, Wiedenhof 12 in Waldbröl eingeladen. Wenn die Umbauarbeiten am CBT-Wohnhaus St. Michael an der Dechant-Wolter-Straße in Waldbröl beendet sind, wird das Café Lichtblick wieder dort stattfinden.

Anmeldung zum Café bei den Johannitern unter Tel. 02291 9265387 oder bei der CBT unter Tel. 02291 870.

Ihr Ansprechpartner Leitung Hospizdienst in Rhein.-/Oberberg

Wiedenhof 12a
51545 Waldbröl