Eine Ahnung vom Himmel

Waldbröl, 30. September 2019

Ulrich E. Hein (li.) und Holger Knöbel sorgten mit dem Johanniter-Hospizdienst für einen himmlischen Abend

„Wenn Engel zum Kaffeetrinken kommen“: Johanniter-Hospizdienst hatte zu einem Abend mit Ulrich E. Hein und Holger Knöbel eingeladen

Engel rauschen im Weihnachtslied vom Himmel hoch herab, in Bibel und Koran sind sie die Boten Gottes, im Alltag ist ihnen die Liebe zu den Menschen wichtiger als Geld und Besitz – und manchmal wird man ganz unbeabsichtigt selbst zu einem Engel. Diese und noch viel mehr Facetten der himmlischen Wesen hat jetzt der Waldbröler Schauspieler und Sprecher Ulrich E. Hein zusammen mit dem Musiker Holger Knöbel aufgeblättert.

Auf Einladung des Ambulanten Johanniter-Hospizdienstes für Morsbach Reichshof und Waldbröl hörten etwa 70 Gäste im evangelischen Gemeindehaus in Waldbröl dramaturgisch gestaltete Texte aus allen Epochen und Gattungen. Musikalisch begleitet und erwidert wurden die Worte von Holger Knöbel mit Flügel und Oboe. Holger Knöbel ist Musiklehrer am Bodelschwingh-Gymnasium der rheinischen Landeskirche in Herchen im Rhein-Sieg-Kreis.

Unerwartet und unverdient

„Worte und Klänge sollen weniger zum bewussten Nachdenken anregen, als vielmehr einfach nur wirken“, sagte Ulrich E. Hein. „Und vielleicht bekommen Sie dabei eine Ahnung von den Engeln mitten unter ihnen“, hatte er die Zuhörerinnen und Zuhörer begrüßt. Dann zitierte er den belgischen Ordensgeistlichen Phil Bosmans: „Ein Engel ist jemand, den Gott dir ins Leben schickt, unerwartet und unverdient, damit er dir, wenn es ganz dunkel ist, ein paar Sterne anzündet.“

Es folgten Geschichten, Legenden, Lexika-Einträge und Gedichte. Ulrich E. Hein trug sie mal wütend und verzweifelt als Worte angesichts des Todes vor, mal mit zaghaft-brüchiger Stimme bei Rainer Maria Rilkes „Der Schutzengel“: „Ich bin das langsame und bange Amen, das deine Schönheit scheu beschließt.“

Die Musik tröpfelt mal im Hintergrund im Takt der Worte, mal riss sie mit als Volkslied oder orientalische Weise, sie klang mal zornig, mal gefällig-fröhlich etwa in Anlehnung an „Sometimes I wish I were an angel“ der Familienband „Kelly-Family“. Das endete schließlich in den harmonischen und allumfassenden Klängen des letzten Satzes ,Rondo' der Klaviersonate in C-Dur (Sonata facile) von Wolfgang Amadeus Mozart.

Mitten im Leben ist der Tod nicht fern

Ist von Engeln die Rede, ist der Tod nicht fern: Engel seien nicht nur für Schutz und gute Nachrichten zuständig, oft begleiteten sie die Menschen auch auf ihrem Weg in das Jenseits, sagte Ulrich E. Hein. „Media vita in morte sumus – Mitten wir im Leben sind vom Tod umfangen“, zitierte er aus einem gregorianischen Gesang des achten Jahrhunderts. Geschrieben hatte ihn ein Mönch aus Sankt Gallen, der den Tod eines Bauhelfers am Kloster miterlebte, seine Zeilen griff später Martin Luther auf.

Ihr Ansprechpartner Leitung Hospizdienst in Rhein.-/Oberberg

Wiedenhof 12a
51545 Waldbröl