„Es sind Zwillinge!“

Wiehl / Gummersbach, 07. Februar 2019

Die Schwestern Regina und Kristina Hergert aus Vollmerhausen leisten ihren Freiwilligendienst beim Fahrdienst der Johanniter – und sorgen manchmal für Aufsehen

Als Kristina Hergert neulich das Fahrzeug nicht vollkommen exakt vor der Patientenaufnahme einer Klinik abgestellt hatte, meinte deren Mitarbeiter: „Du weißt doch, wie das geht und parkst sonst auch immer weiter vorne!“ Die 22-jährige Freiwilligendienstlerin vom Fahrdienst der Johanniter in Wiehl hat das dann aber relativ schnell aufklären können: „Es ist meine erste Fahrt. Bei den anderen haben sie meine Zwillingsschwester gesehen.“

Zum Verwechseln ähnlich sind sich die zweieiigen Zwillinge Kristina (li.) und Regina Hergert.

Seit vergangenem Dezember leistet Kristina Hergert ihren Bundesfreiwilligendienst im Johanniter-Regionalverband Rhein.-/Oberberg, ihre Zwillingsschwester Regina ist seit August 2017 dabei. „Regina hat mich überzeugt“, sagt Kristina Hergert. Denn die hatte ihr viel und begeistert vom Freiwilligendienst beim Johanniter-Fahrdienst erzählt, sodass sich Kristina Hergert entschied, hier ebenfalls anzufangen.

Hospizbewohnern letzte Wünsche erfüllen

Besonders beeindruckt hatten Regina Hergert vor allem die Fahrten mit den Menschen, die im Johannes-Hospiz der Johanniter in Wiehl leben. „Eine Frau habe ich zwei Mal zu einem Ausflug an die Nordsee gefahren“, berichtet die Freiwilligendienstlerin. „Es hat mich sehr beeindruckt, dass Menschen so etwas ermöglicht werden kann.“ Und es sei sehr schön, wenn man mithelfen könne, Hospizbewohnern solche letzten Wünsche zu erfüllen.

Bevor nun Regina Hergert ihr Studium der Sozialen Arbeit aufgenommen hat, arbeiteten die Schwestern aus dem Ort Vollmerhausen in Gummersbacher eine Zeit lang gemeinsam beim Fahrdienst. Für die Johanniter fahren und fuhren sie Menschen zu Kliniken, zur Tagespflege, zu Arztbesuchen oder Therapieanwendungen.

Und wenn sie das bei einer Fahrt gemeinsam machten, sorgten sie manchmal auch für Aufsehen: „Es sind Zwillinge!“, meinte so etwa eine Pflegerin neulich erstaunt und rief sofort ihre Kolleginnen und Kollegen herbei, die sich die beiden Schwestern anschauen sollten.

Nicht ins kalte Wasser geschmissen

Menschen zu begegnen, die unheilbar oder dementiell erkrankt sind, das war für beide Freiwilligendienstlerinnen neu. „Man wird dabei aber nicht ins kalte Wasser geschmissen“, meint Kristina Hergert. Denn sie werde wie alle Freiwilligendienstler nicht nur bei Schulungen darauf vorbereit, sondern auch bei einer Ausbildung zur Sanitätshelferin und Betreuungsassistentin.

Und es sei gut, dass es nicht bei der Theorie bleibe, ergänzt Regina Hergert. „Denn ich erlebe im Dienst, wie sich Erkrankungen auf das Leben auswirken und entwickele daher für die betroffenen Menschen viel mehr Verständnis.“

Und wie ist das mit dem Verstehen der Geschwister untereinander?

„Wir haben die gleichen Interessen, einen gemeinsamen Freundeskreis und werden meist miteinander verglichen“, meint Regina Hergert. Das sei toll, biete aber auch viel Konfliktpotential. „Doch wenn wir uns streiten, ist das meist nach zwei Minuten schon wieder erledigt“, ergänzt ihre Schwester Kristina.

Wer sich auch gerne bei einem Freiwilligendienst bei den Johannitern engagieren möchte, kann sich gerne an unsere verantwortliche Mitarbeiterin Sabine Wilhelm wenden. Derzeit bieten wir außerdem einen Freiwilligendienst in der Erste-Hilfe-Ausbildung an. Bei Interesse gerne bei Fachbereichsleiterin Ilinka Walther melden!