Grußwort der Schirmherren

Liebe Freunde der Hospizarbeit,

wenn der deutsche Romantiker E.T.A. Hoffmann (1776-1822) sagt: „Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an!“, dann sagt er etwas, was für Literatur und Theater nach dem französischen Schriftsteller Christian Bobin (*1951) lautet: „Literatur und Theater – das heißt eine Tür auf eine unüberwindliche Mauer malen und diese dann öffnen.“

 

Alle Künste befassen sich immer gleichzeitig mit dem Realen und dem Transzendenten; sie richten sich an den Menschen in seiner Ganzheitlichkeit.

Als an uns die Bitte herangetragen wurde, die Schirmherrschaft zum zehnjährigen Bestehen der Johanniter-Hospizarbeit im Oberbergischen Kreis zu übernehmen, fragten wir uns, welche Rolle wohl zwei Vertreter von Kunst und Kultur in diesem Zusammenhang spielen können. Die beiden oben zitierten Aussagen zu Musik, Literatur und Theater gaben uns eine Antwort!

Hospizarbeit und Künste sorgen für das Lebenswerte

„Media vita in morte sumus - Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen!" Diese aus dem 11. Jahrhundert überlieferte Gewissheit korrespondiert mit dem Motto „Leben bis zum Schluss“, das über der segensreichen Johanniter-Hospizarbeit steht. Eine Arbeit, die sich eben nicht mit dem Ende des Lebens beschäftigt, sondern damit, dass das Leben bis zum Ende ein lebenswertes ist. So lebenswert wie es der Grundidee jeglicher Kunst entspricht. Die Künste brauchen dazu die Künstler, und die Hospizbewegung braucht dazu die vielen engagierten Mitarbeiter und Helfer. In diesem Sinne verstehen wir beide uns ganz aufrichtig auch als Mitarbeiter und Helfer der Johanniter-Hospizarbeit.

 

Die Beschäftigung mit Krankheit und Tod ist kein Fatalismus sondern Realismus und die Begleitung von Kranken keine „Totengräberei“ sondern liebende Hinwendung zum Leben. Das wissen wir beim Umgang mit unseren Künsten und ihren Inhalten, und das wissen die Betreuer und Betreuten im Rahmen der Hospizarbeit. Und dafür können wir nur "Danke!" sagen und darauf vertrauen, dass die Kraft und die Quelle hierzu niemals versiegen möge und am besten stetig wachse, was gerade angesichts aktueller Entwicklungen und Zustände so dringend nötig ist.

 

Möge Gottes Segen weiterhin auf dieser Arbeit liegen, damit wir alle bis zum Lebensende lebenswert leben können!

 

Ihre

Ulrich E. Hein & Dr. Dirk van Betteray

 

Ulrich E. Hein
(Regisseur)

Dr. Dirk van Betteray

(Musiker)

 

Fotos: Alexander Hoene (o.), Christian Melzer