Sichere Planung, gleiche Chancen

Lüdenscheid, 17. Juli 2019

Im Austausch: Kita-Leiterin Katharina Chluba und ihre Stellvertreterin Stefanie Buchmann (oben von links), Johanniter-Regionalvorstand Steffen Lengsfeld, Kita-Fachbereichsleiterin Karola Stracke von den Johannitern in Südwestfalen, MdL Gordan Dudas und Kita-Fachbereichsleiterin Sylvia Steinhauer-Lisicki vom NRW-Landesverband der Johanniter (unten von links)

MdL Gordan Dudas (SPD) informierte sich in der Johanniter-Kita Abenteuerland 

Über die pädagogische Arbeit der Kitas und ihre Rahmenbedingungen informiert sich derzeit der Landtagsabgeordnete (MdL) Gordan Dudas in seinem Wahlkreis – am Dienstag, 16. Juli 2019, besuchte er die Johanniter-Kita Abenteuerland in Lüdenscheid.

Wichtig ist die Trägervielfalt

Er sei froh über die Vielfalt an Ideen und Konzepten, mit denen Kita-Träger wie die Johanniter auf die Belange ihres jeweiligen Sozialraums eingingen, denn dies garantiere eine hohe Qualität bei der frühkindlichen Bildung, sagte der SPD-Politiker. „Kinder so früh wie möglich mit all ihren persönlichen Stärken und Schwächen individuell zu fördern, ist ein grundlegender gesellschaftlicher Bildungsauftrag“, ergänzte Dudas, der seit 2017 Mitglied im Landtagsausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales ist.

Wichtig ist ein multiprofessionelles Team

Diesen Bildungsauftrag gelte es konsequent umzusetzen, damit jedes Kind die gleichen Rechte und Chancen auf seinem Weg ins Leben erhalte, unterstrich Kita-Fachbereichsleiterin Sylvia Steinhauer-Lisicki vom Johanniter-Landesverband NRW. Deutschland habe zwar vor 30 Jahren die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben, doch an Bedingungen für ihr Umsetzen mangele es noch: „Damit jedem Menschen mit all seinen Stärken und Schwächen die gesellschaftliche Teilhabe möglich ist, müssen Kinder früh gefördert werden." Und dafür brauche es in den Kitas die Finanzierung multiprofessioneller Teams für Diagnosen und Therapien.

Die Rechte der Kinder

Ein Recht auf Partizipation, wie sie die UN-Kinderrechtskonvention vorsieht, haben die Kinder der Johanniter-Kita Abenteuerland: Für ihre Mitbestimmung sorgen ein gewählter Kinder-Rat und eine Verfassung. „Jedes Kind darf außerdem selbst entscheiden, wo, womit, wann, wie lange und mit wem es spielen möchte“, sagt Kita-Leiterin Katharina Chluba. Denn ein Kind lerne seine Grenzen kennen und mit Misserfolgen umzugehen, wenn es eigene Erfahrungen mache.

Die Qualität solcher frühkindlichen Bildung müsse durch eine Sockel-Finanzierung gewährleistet werden, beschrieb MdL Dudas die Position seiner Fraktion zur derzeitigen Revision des NRW-Kinderbildungsgesetzes (KiBiz). „Dieser Sockel soll Personal- und Gebäude-Kosten sicherstellen, weitere Aufgaben würden nach einem Schlüssel zusätzlich finanziert.“ Die derzeitige Finanzierung über die sich jährlich ändernde Stunden-Buchung durch die Eltern gebe weder dem Träger eine Planungssicherheit, noch den Fachkräften, die oft nur befristete Verträge erhielten.

Nur unbefristete Verträge

Dass dies bei den Johannitern nicht der Fall ist, stellte Regionalvorstand Steffen Lengsfeld dar: „Pädagogische Fachkräfte erhalten bei uns im Verband grundsätzlich unbefristete Verträge.“ Dennoch mache sich der Fachkräftemangel bemerkbar: „Es ist uns wichtig, für berufstätige Eltern flexible Öffnungszeiten anzubieten, doch das dafür notwendige Personal ist schwer zu finden.“ Eine Herausforderung für Kita-Träger sei außerdem die unterschiedliche Handhabung der Finanzierung durch die jeweiligen Kommunen vor Ort, ergänzte Regional-vorstand Lengsfeld. „Auch das verhindert eine Planungssicherheit.“

Ihr Ansprechpartner Karola Stracke

Alsenstraße 1
58511 Lüdenscheid