Unfallpräventionsprojekt mit Jugendlichen des DLRG

Stuttgart, 09. Juli 2018

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) in Stuttgart beteiligt sich dieses Jahr erstmalig am Unfallpräventionsprojekt „UPS Road Code“, dem kostenlosen Fahrsimulationstraining der Johanniter und dem Paketdienstleister UPS. Isabell Reutter, Bildungsreferentin der DLRG-Jugend im Landesverband Württemberg, initiierte das Projekt für ihre Jugend. Die Johanniter und der Paketdienstleister bieten bereits im dritten Jahr das kostenlose Fahrsimulationstraining in Stuttgart und Esslingen für junge Fahrer an. So wurden 2017 14 Workshops mit lokalen Schulen und mit rund 250 Schülern sowie Auszubildenden aus Fachschulen durchgeführt.

In kurzen Blöcken wurden die Fahranfänger am 07. Juni im DLRG-Gebäude am Max-Eyth-See sensibilisiert: Wie viele Unfälle passieren jungen Fahrern jährlich, Mitfahrer verdoppeln das Unfallrisiko bei Fahranfängern, Ablenkung durch WhatsApp Schreiben und vieles mehr. Auch Mythen rund um das Autofahren wurden angesprochen, wie beispielsweise um den Sicherheitsgurt. Nach dem theoretischen Teil ging es für die Teilnehmer an die Fahrsimulatoren. Hier wurde unkonzentriertes und beeinträchtigtes Fahren simuliert: Menschen und Hunde laufen über die Straße, die Dämmerung setzt ein, die Sonne blendet, Kinder spielen, das Telefon klingelt. Die jungen Fahrer wurden nicht geschont und schnell wurde klar, wie schwer es ist, sich hier noch auf den Verkehr zu konzentrieren.

„Eines unserer Mitglieder hat uns auf das Unfallpräventionsprojekt aufmerksam gemacht“, berichtet die Bildungsreferentin. „Das Interesse der jungen Erwachsenen war groß. Beide Termine waren sehr schnell ausgebucht.“ Teilnehmer sind Jugendliche und junge Erwachsende ab 16 Jahren aus der DLRG. „So ein Fahrtraining, in einem geschützten Rahmen, ist ein tolles Angebot. Jeder kann sich austesten und erfahren, wie es ist am Steurer abgelenkt zu werden oder die Kontrolle zu verlieren“, erläutert die 32-jährige. „Auch die jugendlichen DLRG-Mitglieder sind regelmäßig online und über Messenger-Dienste vernetzt. Hier ist eine Sensibilisierung notwendig. Im Straßenverkehr sind die Konsequenzen, bei einem kurzen Blick auf das Smartphone, einfach zu verheerend.“ Abschließend, so Reutter, erweitere das kostenlose Fahrsimulationstraining auch die Soft Skills der jungen Erwachsenen. Vorausschauendes Denken und das Übernehmen von Verantwortung werden dadurch geschult.

Auch Alkohol oder andere Drogen am Steuer sind ein Bestandteil des UPS Road Code. Neben theoretischem Wissen, wird der Einfluss von Rauschmitteln besonders am Fahrsimulator deutlich. „Viele unterschätzen wie stark die Reaktionsfähigkeit eingeschränkt wird. Das gilt natürlich vor allem für Alkohol und andere Drogen. Dennoch wird auch unterschätzt, wie belastend Störfaktoren bei jungen Autofahrern sind, wie klingelnde Handys, laute Beifahrer und Witterungseinflüsse,“ weiß Claudia Göbbel, Ansprechpartnerin bei den Johannitern für das Unfallpräventionsprojekt. „Oft geht es ganz schnell und die Konsequenz trägt der Fahrer. Auch in den Erste-Hilfe-Kursen für den Führerschein fordern wir die jungen Fahrer auf: Fahrt defensiv. Ermahnt eure Beifahrer, wenn sie euch ablenken. Wenn ihr selbst Beifahrer seid und der Fahrer fährt zu schnell, sprecht ihn darauf an, und wenn gar nichts hilft: Steigt aus.“

Es besteht die Möglichkeit auch 2019 kostenlose Termine mit eigenen Gruppen, z.B. Jugendgruppe oder Schulklasse, durchzuführen. Informationen unter: Claudia Göbbel, 0711 937878-70, claudia.goebbel@johanniter.de

Ihr Ansprechpartner Beatrice Weingart

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V.
Regionalverband Stuttgart
Eschbacher Weg 5
73734 Esslingen