Offene Wunden richtig versorgen

Illustration: Sonja Morisse

Trau dich! Erste-Hilfe-Maßnahmen einfach erklärt

Offene Verletzungen am Körper können gefährlich werden, wenn sie nicht richtig versorgt werden. Die Gefahr einer Infektion besteht auch bei kleineren Schnitt- oder Schürfwunden. Die Experten der Johanniter-Unfall-Hilfe erklären, was zu tun ist.

Kleinere Verletzungen richtig behandeln

„Jede Art von Wunde sollte steril abgedeckt werden, um die Infektionsgefahr zu minimieren“, erklärt Jens von der Brelie, zuständig für den Fachbereich Breitenausbildung, Ehrenamt und Katastrophenschutz bei den Johannitern in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland. „Grundsätzlich gilt: die Wunde nicht berühren, keine Salben oder Puder verwenden. Verschmutzte Bagatellverletzungen vorsichtig etwa zwei Minuten mit Leitungswasser reinigen, bei einer Temperatur von rund 20 Grad.“ Treten im weiteren Verlauf Veränderungen an der Wunde auf, die auf eine Infektion hindeuten, sollte man unverzüglich einen Arzt aufsuchen. „Und: Prüfen Sie Ihren Impfstatus – auch bei harmlos erscheinenden Schürfwunden besteht die Gefahr einer Infektion.”

Starke Blutungen schnell stoppen

Tritt eine starke Blutung auf, handelt es sich um einen Notfall. „Starker Blutverlust kann schnell lebensbedrohlich werden. Am wichtigsten ist es, Ruhe zu bewahren und besonnen zu handeln”, betont Jens von der Brelie. Das ist zu tun:

•    Den betroffenen Arm sofort hochhalten oder das verletzte Bein hochlagern.
•    Die verletzte Person nach Möglichkeit hinlegen.
•    Blutung per Druckverband stoppen: keimfreie Wundauflage fest auf die Wunde drücken. Ein Druckpolster, zum Beispiel ein ungeöffnetes Verbandspäckchen, auflegen und mit einem Verband oder Dreieckstuch befestigen.
•    Ist es nicht möglich, einen Druckverband anzulegen, direkt mit der Wundauflage fest auf die Wunde pressen.
•    Den Betroffenen bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes gut betreuen: Eigenwärme erhalten sowie Atmung und Bewusstsein prüfen.

Allgemeine Regeln zum Umgang mit Wunden

•    Zum eigenen Schutz Einmalhandschuhe anziehen.
•    Niemals in die Wunde fassen.
•    Größere Wunden nicht auswaschen – nur bei Verätzungen mit Säuren oder Laugen.
•    Fremdkörper nicht entfernen – eine Ausnahme sind sehr kleine Fremdkörper wie Steinchen, Stacheln oder Dornen.
•    Wunde nicht desinfizieren.

Erste-Hilfe-Tutorial: Verletzung/Blutstillung

Erste Hilfe-Maßnahmen trainieren

„Für die sichere Versorgung von Wunden sind spezifische Kenntnisse gefragt, die man am besten in einem Kurs mit praktischen Übungen erlernen kann“, empfiehlt von der Brelie. Wer sich unsicher fühlt, was bei einem Notfall zu tun ist, sollte sein Erste-Hilfe-Wissen auffrischen. Infos und Buchung unter wir-muessen-reden.johanniter.de.

Weitere kurze Erklärvideos zur Ersten Hilfe gibt es auf dem YouTube-Kanal der Johanniter: www.youtube.com/Johanniter2010

 

Erste Hilfe bei den Johannitern

Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ist einer der größten Anbieter von Erste-Hilfe-Kursen in Deutschland. 2018 haben 425.000 Menschen bei den Johannitern gelernt, anderen Menschen in Notsituationen zu helfen, davon mehr als 14.600 Kinder und Jugendliche in Schulen. Mit unseren Kursen wie Outdoor-Erste-Hilfe, Erste Hilfe am Kind und Individualangeboten gehen wir auch auf spezielle Zielgruppen ein. Erste Hilfe-Kurs buchen