Johanniter hinter den Kulissen

Hanau, 16. Februar 2019

Johanniter hinter den Kulissen

Rettungsdienst war zunächst gar nicht sein Ding. Eigentlich wollte unser Jens, ein großer, kleiner Bub aus einem beschaulichen Dorf am Rande von Nidderau, Industriemechaniker werden. Hierfür begann er 1998 die Ausbildung in Maintal.
Das war nur leider nicht die vollkommene Erfüllung seiner Träume, weshalb er gleichzeitig den Lehrgang zum Rettungssanitäter in Herbstein besuchte, um im Betrieb als Betriebssanitäter zu unterstützen und Erste Hilfe leisten zu können.
Wie es aber mit dem Rettungsdienst so ist – einmal mitgehangen, immer mitgefangen, lässt es einen nicht mehr los: Racky wurde ehrenamtlich bei den Maltesern in Altenstadt aktiv und absolvierte sogar noch seinen Zivildienst dort.
Notfallmedizin hieß also die neue Leidenschaft von unserem Jens und er wechselte im Jahre 2004 hauptamtlich zum DRK Hanau. Hier setzte er die Ausbildung zum Rettungsassistenten noch obendrauf und arbeitete so einige Jahre als zuverlässiger und gern gesehener Kollege auf den verschiedenen Rettungswachen.
Beruflich wollte er sich 2008 verändern, der Main-Kinzig-Kreis sollte aber auf jeden Fall die Heimat bleiben und deshalb ging es als Einsatzbearbeiter auf die Leitstelle in Gelnhausen. Ständige Aus- und Weiterbildung waren ihm immer wichtig, weshalb er auch an seinem neuen Arbeitsplatz weiteres Engagement dahin gehend zeigte:
Er bildete sich zum Organisatorischen Leiter Rettungsdienst weiter, fuhr dem ständigen Bezug zur Praxis halber weiterhin als Aushilfe im Rettungsdienst und war nach der Gesetzesreform über ein neues Berufsbild im Rettungsdienst im Jahr 2015 einer der ersten ausgebildeten Notfallsanitäter.
Sein ganzes Berufsleben bereits hatte er Auszubildende betreut, sie für die Notfallmedizin begeistert und sein Wissen weitergegeben. Auch als Notfallsanitäter wollte er damit nicht aufhören. Den benötigten Schein zum Praxisanleiter holte er sich nach bestandener Weiterbildung an der JATZ in Frankfurt.
Aber ist hiermit das Ende der Fahnenstange für den kleinen großen Bub aus Eichen erreicht? Natürlich nicht! Nebenher studiert er nämlich noch berufsbegleitend Rettungsdienstmanagement und ist als Wehrführer in der Feuerwehr Eichen aktiv. Und Eichen ist eben Eichen und ein Dorf ist nun mal ein Dorf. Jeder kennt jeden und jeder hilft jedem. Dass man sich da in der Dorffeuerwehr engagiert und sich als Voraushelfer einbringt, ist Ehrensache. Genau deshalb kennt man sich auch schon länger, denn Eichen liegt genau im Einsatzgebiet unserer Rettungswache. Nicht selten kam es also vor, dass man mitten in der Nacht an der Einsatzstelle auf den blonden Riesen im blau-gestreiften Pyjama traf und gemeinsam rettete – unser Olli erinnert sich immer gerne daran zurück.
Wie es jetzt bei uns mit ihm weitergeht? „Dauerhaft in der Ausbildung mitarbeiten und junge Menschen auszubilden ist mein erklärtes Ziel“, sagt Jens, der sich direkt seinen neuen Schützlingen bei uns angenommen hat und tagtäglich neue Ideen entwickelt, um sein Wissen effizient weitergeben zu können. „Kein Tag ist wie der andere. Menschen in verschiedenen Notlagen zu helfen, stellt einen täglich vor neue Herausforderungen. Das fasziniert mich an meinem Beruf“. Auch nach über 18 Jahren noch.
Eine schöne Bilanz, die uns die Gewissheit gibt, wir werden noch einige Jahre miteinander verbringen und gemeinsam den Rettungsdienst rocken.

Nun aber zu Dir, Jens:

Vor einem Monat kam ein Notfallsanitäter angefahren, ohne Hemd und ohne Schuh – lieber Jens, das warst Du.
Schön, dass Du den Weg zu uns gefunden hast, wir freuen uns sehr über Dich als neues Mitglied in unserem Rettungsdienst-Team. Auf eine gute Zeit und stets sichere Fahrt!