Johanniter hinter den Kulissen

Hanau, 28. Februar 2019

Dass sie auf jeden Fall in einem sozialen Umfeld arbeiten möchte, etwas Sinnvolles für unsere Gesellschaft tun und dabei unbedingt anderen Menschen helfen will, war Luisa schon früh klar. Dass sie letztendlich bei uns Johannitern in Hanau gelandet ist, ein glücklicher Zufall.

Aufgewachsen ist Luisa ganz in der Nähe, im kleinen Örtchen Nidderau. Mit einem Flugkapitän der Lufthansa zum Vater reiste sie schon als kleines Kind um die ganze Welt, erlebte die unglaublichsten Kulturen und Länder hautnah. Sie entdeckte ihre Liebe zu neuen Kulturen, dem Unbekannten und gleichzeitig ihre Stärke, sich mit allen Menschen unterschiedlichster Herkunft verständigen zu können.
Aus ihrer Aufgeschlossenheit anderen Kulturen und vor allem Religionen gegenüber, entwickelte sich schnell der Wunsch nach einem passenden Studiengang hierzu. Der Wunsch sollte in Erfüllung gehen – Luisa schrieb sich nach ihrem Abitur 2010 an der Goethe-Universität in Frankfurt ein, um vergleichende Religionswissenschaften zu studieren, im Nebenfach belegte sie Ethnologie.
Das Studentenleben mit den Klausuren, Prüfungen und all dem Lernen hielt sie aber nicht davon ab, immer wieder vom Reisen zu träumen. Vom Reisen in ein ganz bestimmtes Land, fast am anderen Ende der Welt. Luisa träumte von Nepal. Dem Himalaya als Dach der Welt, den buddhistischen Tempeln und den Nepali, die fast völlig ohne Infrastruktur ihr Leben ganz im Einklang mit der Natur leben.
2017 sollte es dann endlich so weit sein : Mit ihrem Bachelor in der Tasche kaufte sie sich ihr Flugticket nach Nepal. Über eine deutsche NGO namens „Garden of hope“ hatte sie Kontakt aufgenommen zu einer Familie in einem kleinen, nepalesischen Bergdorf, die ihr anboten, sie während ihres Aufenthalts bei sich aufzunehmen. Also packte Luisa in Deutschland ihre Sachen und setzte sich in ein Flugzeug, um für 13 Wochen in einem völlig fremden Land zu leben.
Über ihre Reise werdet Ihr in den nächsten Tagen noch mehr erfahren, deshalb verraten wir Euch hier nur so viel: In ihrer neuen Gastfamilie lebte Luisa unter einfachsten Bedingungen und lernte das echt Nepal kennen und lieben. Sie half an der dortigen Schule aus, bot außerschulische Aktivitäten für die Kinder an und reiste nach vier Wochen weiter in eine kleine Stadt namens Kathmandu, um dort in einer Schule und einem Kinderhort zu arbeiten.
Trotz ihrer Liebe zu diesem Land und seinen Bewohnern war aber klar, irgendwann geht für sie ein Flug zurück nach Deutschland. Mit jeder Menge Lebenserfahrung, neuen Eindrücken, tollen Fotos und unheimlich schönen Erinnerungen kehrte Luisa zurück nach Hause.

Angst nehmen vor dem Fremden, Brücken bilden, den Dialog fördern, der Respekt anderen Kulturen gegenüber waren ihr zentrale Anliegen, die sie beruflich auch nach ihrer Rückkehr umsetzen wollte.
Sie wendete sich mit diesem Anliegen an die Flüchtlingshilfe der Stadt Hanau, die ihr derzeit mit einem Job zwar nicht weiterhelfen konnten, ihr aber eine passende Alternative aufwiesen: Sie solle sich doch bei uns Johannitern in unserer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge zu bewerben. Das ließ sich Luisa nicht zweimal sagen. Sie bewarb sich umgehend und wurde sofort in unserer Projektkoordination für Flüchtlingshilfe eingestellt.
So führten unsere Wege zusammen und auch nach Schließung der EAE haben sie sich nicht getrennt. Luisa bleibt weiterhin in der Projektkoordination und gestaltet jetzt neue Wege der Flüchtlingshilfe und Integration in unserem Regionalverband mit. Ohne EAE. Sie wusste genau, dass es weitergeht, dass sie nicht aufgeben und weitermachen. Und es hat funktioniert.
Warum sie so gern bei uns Johannitern arbeitet?
„Ich liebe mein Team, alles ist so familiär und wir arbeiten in der perfekten Balance zwischen Traditionsbewusstsein auf der einen und Offenheit auf der anderen Seite. Ich werde hier gesehen und erfahre Wertschätzung für meine Arbeit.“

Liebe Luisa,
Du bist eine echte Powerfrau und bereicherst unser Team mit Deinem Esprit und Deinem Humor.
Wir freuen uns über einen Lebensweg, der Dich mit all dieser, für eine 27-jährige mit Sicherheit eher untypischen geistigen Reife, zu uns geführt hat und hoffen auf weitere, genauso bewegende Jahre mit Dir an unserer Seite.