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Linden, 25. März 2019

2016 kam Ramy Mahassen, gerade einmal 20 Jahre alt, mit einigen traumatischen Erfahrungen im Gepäck aus seiner Heimat Syrien nach Deutschland. Helfen wollte er gerne auch hier, war er doch bereits seit drei Jahren beim syrisch-arabischen Roten Halbmond, einer Nicht-Regierungsorganisation
mit Sitz in Damaskus, die unter anderem Erste Hilfe leistet, aktiv.

„Ich liebe meinen Beruf und das Gefühl, Leben zu retten. Nicht, weil ich ein Held sein will. Nein. Einfach weil ich Leben retten will,“ so Mahassen, der den Wunsch, auch in Deutschland seiner Berufung nachgehen zu wollen, beim zuständigen Job-Center äußerte. Schnell war die Brücke zur Johanniter-Unfall-Hilfe im Regionalverband Mittelhessen geschlagen, wo man dem Syrer eine Ausbildung zum Rettungssanitäter ermöglichte.

„Ich war tief beeindruckt von diesem jungen Mann, der sein Ziel vor Augen, Retter zu werden, so konsequent verfolgt hat. In nur drei Monaten hat er sich mittels YouTube-Videos eine herausragend gute Sprachkompetenz erworben. Dies – als zwingende Voraussetzung im Rettungswesen – und seine bestehenden Erfahrungen in seiner Heimat haben mich überzeugt, ihm bei uns eine Chance zu geben“, so Marco Schulte-Lünzum, Regionalvorstand Mittelhessen.

In kurzer Zeit wurde der junge Syrer zum Rettungssanitäter ausgebildet und machte den Führerschein, sodass er seit Januar 2019 hauptamtlich im Team der JUH im Rettungsdienst arbeiten kann. Doch an dieser Stelle ist für ihn noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht: Als nächstes Lebensprojekt schwebe ihm die Ausbildung zum Notfall-Sanitäter vor, berichtet Mahassen, der im wahrsten Sinne des Wortes in Deutschland „angekommen“ ist – in der Gesellschaft und im Berufsleben.

„Ich finde, dass Ramy auch für andere Flüchtlinge ein Vorbild sein sollte, denn an seinem Beispiel kann man sehen, wie eine erfolgreiche Integration in einen adäquaten Job ablaufen kann. Gerade im Rettungsdienst und im Bereich Pflege sehe ich in unserer Gesellschaft noch großes Potenzial – wir brauchen über Jahre hinweg weitere Fachkräfte. Jeder, der sich mit solch großem Eifer und Engagement bei uns einbringen und qualifizieren lassen möchte, ist uns herzlich willkommen!“, so Dirk Rausch, Bereichsleiter Rettungsdienst im RV Mittelhessen.

v.l.n.r.: Bereichsleiter Rettungsdienst Dirk Rausch, Ramy Mahassen, Regionalvorstand Marco Schulte-Lünzum
Foto: Miriam Feuerstein / JUH