Gut vorbereitet in die Reisezeit

Ulrike von Knorre - Rodgau, 25. Juni 2019

Johanniter informieren: Das gilt es für den Start in die Ferien zu beachten

Vorbereitung ist alles. Wer sich auf eine Reise mit dem Pkw macht, muss einiges bedenken. Nicht nur Fahrtroute, Pausenintervalle und Beladung müssen geplant, auch das Fahrzeug sollte überprüft werden. Utensilien wie Warndreieck und Verbandkasten sollten auf dem aktuellsten Stand und für den Notfall griffbereit verstaut sein. Die Johanniter raten, insbesondere vor längeren Autofahrten folgende Dinge zu prüfen:

  • Ist der Verbandkasten aktuell, vollständig bestückt und entspricht er den gültigen DIN-Normen?
  • Sind genügend Warnwesten im Auto und im Notfall gleich zur Hand?
  • Sind ausreichend Getränke an Bord?
  • Gibt es genügend Spielzeug für die Kleinen, um Stauphasen zu überbrücken?

Kann Leben retten: die Rettungsgasse

Auch während der Reise selbst sind einige wichtige Verhaltensregeln zu beherzigen: Wenn der Verkehr gänzlich zum Erliegen kommt, muss unbedingt zügig eine Rettungsgasse gebildet werden. Bei einer Straße mit zwei Spuren je Fahrtrichtung scheren die anhaltenden Fahrzeuge auf der linken Spur nach links und auf der rechten Spur nach rechts aus. Auf dreispurigen Straßen ziehen nur die Fahrzeuge, die sich auf der ganz linken Überholspur befinden, nach links. Diejenigen, die sich auf der mittleren und der rechten Spur befinden, müssen nach ganz rechts außen ausweichen. „Im Einsatz sind es oft Minuten, die über das Überleben der Verletzten entscheiden. Schnelles Bilden der Rettungsgasse ist daher lebenswichtig und das funktioniert nur, wenn alle dazu beitragen“, betont Christian Keller, Rettungsdienstleiter im Regionalverband Offenbach.

Bei einem Unfall: zuerst die Eigensicherung beachten

Ist es zu einem Unfall gekommen, gilt es ebenfalls einige wichtige Regeln zu beachten. „Damit das Fahrzeug im fließenden Verkehr möglichst früh zu erkennen ist, sollte die Warnblinkanlage angeschaltet sein und der Kofferraum geöffnet werden. Das Auto immer von der verkehrsabgewandten Seite verlassen und natürlich die Warnweste nicht vergessen“, erklärt Keller. Auch das Warndreieck muss umgehend aufgestellt werden. Dabei gilt als Faustregel: Auf Landstraßen das Warndreieck in einem Abstand von 100 Metern vor dem Auto aufstellen, auf Autobahnen 150 bis 200 Meter davor.
Orientieren kann man sich dabei an den Leitpfosten, sie stehen in der Regel in 50 Metern Abstand voneinander. Also einfach mit dem Warndreieck in der Hand Leitpfosten abschreiten. Auf Landstraßen zwei, auf Autobahnen in drei bis vier Pfosten vom Auto entfernt abzählen und das Warndreieck platzieren.
Schutz vor vorbeifahrenden Autos bietet auf einer Autobahn oder Landstraße nur der Bereich hinter der Leitplanke. Daher sollte man sich nach dem Aufstellen des Warndreiecks sofort in den Bereich hinter der Leitplanke begeben.

Auch wer als Außenstehender den an einem Unfall Beteiligten zur Hilfe eilt, sollte niemals die Eigensicherung vergessen und sich zuerst einen Überblick verschaffen. Dann den Verunfallten ansprechen und wenn möglich hinter der Leitplanke in Sicherheit bringen. Liegen Verletzungen vor, den Rettungsdienst unter der europaweit gültigen Notruf-Nummer 112 rufen. Liegen keine Verletzungen vor, muss die Polizei unter 110 benachrichtigt werden. Die Verletzten müssen versorgt werden, bis der Rettungsdienst eintrifft. Deshalb gilt für Ersthelfer: keinesfalls zurück in das Auto steigen, sondern hinter der Leitplanke auf die Hilfskräfte warten.

Die Johanniter-Absicherungskarte mit weiteren Verhaltenstipps und eine Darstellung zum Bilden einer Rettungsgasse stehen zum Download unter www.johanniter.de/absicherung bereit.

Die Johanniter im Regionalverband Offenbach bieten auch Ausbildung in Erster-Hilfe an. Alle aktuellen Kurse und die Möglichkeit der Anmeldung gibt es auf der Internetseite.

Ihr Ansprechpartner Ulrike von Knorre

Borsigstraße 56
63110 Rodgau