Johanniter begrüßen neue Hospizhelfer

Ulrike von Knorre - Rodgau, 23. Mai 2019

Die Gruppe der neuen HospizhelferInnen mit Pfarrerin Annette Röder (ganz links), Diana Sittler (6. v. l.) und Regionalvorstand Sven Korsch (rechts) und Christina Dölle (2. v. l.) und Felicitas Väth vom ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Johanniter (ganz rechts).

Ehrenamtliche engagieren sich für Sterbende

Seit mehr als zehn Jahren betreut der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Johanniter schwerstkranke Menschen und deren Angehörige. Aufgrund der hohen Nachfrage im Hospizbereich haben die Johanniter ihr ehrenamtliches Helferteam vergrößert und elf neue Hospizhelferinnen und -helfer ausgebildet.

Geschult wurden sie von Christina Dölle, Koordinatorin des Hospiz- und Palliativberatungsdienstes der Johanniter, Diana Sittler, Pflegewirtin und Pfarrerin Annette Röder. Alle drei haben langjährige Erfahrung im hospizlichen Bereich und sind seit vielen Jahren aktiv für die Johanniter im Hospizdienst tätig.  

Während ihrer halbjährlichen Ausbildung haben sich die Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit auf die neue Aufgabe vorbereitet.
Die Auseinandersetzung mit Krankheit, Sterben und Trauer gehörte ebenso dazu wie Grundkenntnisse zum Sterbeprozess und zur Sterbebegleitung zu erhalten. „Wer sich zur Hospizschulung anmeldet bringt eine persönliche Motivation mit, sich für die Begleitung von Menschen am Lebensende zu interessieren“, weiß Christina Dölle. „Häufig kommt diese Motivation aus eigenen Erfahrungen im Familien- oder Freundeskreis. Manche haben selbst eine gute Begleitung erlebt und wollen sich deshalb engagieren. Andere waren unzufrieden oder auch überfordert mit den Situationen in die sie selbst gekommen sind und wollen dazu beitragen, dass Begleitungen am Lebensende ermöglicht werden“, berichtet sie weiter.
Brigitte Mack hat eine Kita geleitet, ist nun Rentnerin und eine der neuen Helferinnen. Sie trägt das Gedicht von Elli Michler „Ich wünsche Dir Zeit“ vor. Ausschlaggebend bei Ihr war eine persönliche Situation: sie erlebte das Sterben einer Freundin und sagte sich, dass so keiner sterben sollte. Deshalb hat sie sich erst zu einem „Letzte-Hilfe-Kurs“ angemeldet und dann gleich zur Hospizhelferschulung. Sie ist sich mit Thomas Trunk, selbstständiger Personalberater und auch ein neuer Hospizhelfer, einig, dass es sehr gute gemeinsame Wochenenden waren, die beider Leben und das der Gruppenmitglieder sehr bereichert haben. „Es ging um das Leben“ sagt Trunk, der als frischgebackener Vater den Kreislauf des Lebens ganz neu wahrnimmt. „Wir haben viel gelernt und Bereiche bearbeitet, die sonst nicht so beachtet werden“ berichten beide. Die Gruppe der neuen Hospizhelfer hat sich schon jetzt für weitere Treffen verabredet.

Während der 100-stündigen theoretischen Ausbildung wurde besonders auf die spirituellen und seelsorgerischen Elemente in der Sterbebegleitung eingegangen. Und die Helferinnen und Helfer haben ein fundiertes Grundwissen zur psychosozialen und pflegerischen Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen erworben. In der Hospitationsphase in ambulanten sowie in stationären Einrichtungen haben sie ihre Kenntnisse vertieft.

„Wir sind dankbar, dass wir sehr engagierte Ehrenamtliche für die Hospizarbeit gewinnen konnten“, freut sich Regionalvorstand Sven Korsch über den Zuwachs in ihrem Helferteam. „Leider kommt es immer wieder vor, dass Menschen unerwartet mit einer fortschreitenden Erkrankung konfrontiert werden. Betroffene und ihre Angehörigen brauchen in solchen Situationen Menschen, die bereit sind, sich auf sie einzulassen und zu begleiten“, so Korsch. Pfarrerin Röder fügt hinzu: „Lasten, die gemeinsam getragen werden können, verwandeln sich. Sie werden erträglicher und mitten in allen Belastungen werden besondere Augenblick und Momente möglich, die wie ein Geschenk zurückbleiben.“

Mehr Informationen zum ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst der Johanniter gibt es im Internet unter www.johanniter.de/offenbach. 

Ihr Ansprechpartner Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband Offenbach
Borsigstraße 56
63110 Rodgau