Übung macht den Meister

Sandra Pieper - Kretzschau, 23. April 2016

Insgesamt acht Mannschaften haben vom 22. bis 24. April in Kretzschau ein Wochenende lang ihre Kenntnisse in Erster-Hilfe vertieft. Von Freitag bis Sonntag wurde zum Teil in Stationen oder abends bei einer Inselrundreise spielend die Erste-Hilfe abgefragt und Neues gelernt.

In den Kategorien A, B und C konnten die Kinder und Jugendlichen, entsprechend ihres Alters, für den Wettkampf üben.

So wurde bei den sechs- bis Zwölfjährigen, der C-Mannschaft, in einer Station die Kreativität getestet. Die Großen durften an dieser Station ihre Teamfähigkeit unter Beweis stellen. Dabei stand der Spaß im Mittelpunkt des Geschehens.

Am Samstag durften sich Klein und Groß beim Camp in den Disziplinen Trage, Theorie, Praxis und Basispraxis beweisen. Um ein bisschen Abwechslung in die Sache zu bringen, nahmen sie zwischendurch den Pinsel und die Schwämmchen in die Hand. Nicht länger nur sollten sie geschminkte, realistische dargestellte Wunden allein versorgen. Die sechs bis 19-Jährigen sollten auch selbst lernen, wie sie Verletzungen mit Wachs, ein bisschen Farbe und Kunstblut richtig in Szene setzen.

Im Ernstfall sitzt jeder Handgriff

Um zu wissen, was zu tun ist, wenn jemand einen Motorradunfall hat, wurde an der Station "Lebensrettende Sofortmaßnahmen" die Helmabnahme mit der anschließenden Stabilen Seitenlage geübt. Die Herz-Lungen-Wiederbelebung erfolgte im Training auf höchstem Niveau. Die A-Mannschaften versorgten die Person ohne Bewusstsein und ohne Atmung gekonnt neben der Herzdruckmassage und Beutelbeatmung mit dem Einsatz eines Automatisch Externen Defibrillators (AED). Zudem wiederholten sie den richtigen Umgang mit einem Larynxtubus. Auch wenn die Kleinen die Herz-Lungen-Wiederbelebung im Wettkampf nicht zeigen müssen, so durften sie beim Trainingscamp doch zeigen, wie diese richtig geht. So übte Holger Frank, Notfallsanitäter und Erste-Hilfe-Ausbilder auch mit ihnen das Drücken und Beatmen der kleinen Anne.

Spaß im Vordergrund

Spielend gestartet, spielend ins Ziel gelaufen. Am Freitag hatte das Camp mit einer Suche des Verbandmaterials der einzelnen Teams angefangen. So galt es, den Erste-Hilfe-Kasten aus dem Auto wieder zu füllen. Verbandpäckchen, Kompressen und vieles mehr waren zuvor jedoch sorgsam auf dem Gelände der Jugendherberge versteckt worden.

Die Materialsuche gewann an erster Stelle die A-Mannschaft. Den zweiten Platz errang die B-Mannschaft aus Bad Bibra.

20 Verletzte sind zu versorgen

Am Samstag zeigten alle Mannschaften aus Sachsen-Anhalt und Thüringen ihr Können im Stationsbetrieb. Am Nachmittag hieß es dann: Entspannung. Beim Kegeln, Bolzen oder Wippen durfte der Tag langsam zu Ende gehen.

Doch bevor es ins Bett ging, stand Grillen auf dem Programm. Der Wettergott war gnädig und wartete, bis alle gegessen hatten und die Inselrundreise anstand. Entsprechend ihres Alters bewiesen alle Mannschaften ihr Wissen. Neben einfachen Theoriefragen, wurde auch das Wickeln eines Druckverbands noch einmal genau unter die Lupe genommen.

Bevor sich am Sonntag alle auf den Weg in ihre Heimatverbände machten, kam es zu einem Massenanfall von Verletzten. Knapp 20 Personen waren bei einem Konzert durch Alkoholmissbrauch und Schlägereien verletzt worden. Um diese mussten sich die Kinder und Jugendlichen entsprechend ihrer Kenntnisse kümmern. Die A-Mannschaft, Sanitätshelfer ab dem 16. Lebensjahr, hatten dabei die besondere Aufgabe, Patienten zu versorgen und gleichzeitig die Helfer zu koordinieren. Natürlich war die Situation nur als simuliert und diente für alle Beteiligten als Großübung, um bestens vorbereitet auf jede Situation das Trainingscamp 2016 zu beenden.

Dein Ansprechpartner Sandra Pieper

Johanniter-Jugend
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