Corona-Bilanz bei sächsischen Johannitern: Ausfälle dank Unterstützungsprogrammen geringer als erwartet

Leipzig, 23. Juni 2020

 

Systemrelevante Aufgaben sind eben auch in der Krise unersetzlich“, unterstreicht Dietmar Link, Mitglied des Landesvorstandes Sachsen der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. „Wir sind hier mit einem blauen Auge davongekommen. Das verdanken wir auch dem solidarischen Einstehen aller Johanniter füreinander und diversen staatlichen Hilfspaketen. So konnten wir in schwierigen Zeiten unseren gesellschaftlichen Aufgaben zuverlässig nachkommen.“

Sollte es keine neue Corona-Welle mit entsprechenden Einschränkungen geben, belaufen sich die Mindereinnahmen auf voraussichtlich 1,2 Millionen Euro für 2020 in Sachsen. Durch Stützungsprogramme sind Kompensationen in der Höhe von 740.000 Euro versprochen. „Würde dieses Geld nicht kommen, wären die Auswirkungen bedrohlich“, so Link. Dennoch bleibt eine Ertragslücke von voraussichtlich rund 400.000 Euro zum Plan. Das Geld fehlt für Investitionen, Rückstellungen und die Finanzierung erlösfreier ehrenamtlicher Projekte wie beispielsweise in der Kinder- und Jugendarbeit.

„Dass wir dennoch relativ gut durch die Krise gekommen sind, verdanken wir auch unseren Mitarbeitern“, ergänzt Vorstandskollegin Wilma Bär. „Viele unserer systemrelevanten Aufgaben wie die Notfallrettung oder die ambulante Pflege sind annährend wie immer weitergelaufen. Obwohl einige Mitarbeiter berufsbedingt Kontakt zu Corona-Patienten hatten, gab es keine nennenswerten Personalausfälle. Die Schutzkonzepte haben funktioniert. Nur durch die Arbeit der Kita-Teams konnten Eltern ihren systemrelevanten Berufen nachgehen. Unsere Erzieherinnen und Erzieher mussten innerhalb von Stunden reagieren und zwischen Behördenvorschriften und den Wünschen der Eltern professionell vermitteln.“ „Alle Kollegen haben unter Beweis gestellt, die Johanniter wachsen mit ihren Aufgaben“, ergänzt Link. „Das geht nicht“ sei für die Johanniter keine Option.

Zudem haben wir eine erstaunliche Solidarität erlebt“, hebt Bär hervor. „Wo es möglich war, haben unsere Kolleginnen und Kollegen Überstunden abgebaut, oder einfach andere Krisen-Aufgaben übernommen und sich selbst Gedanken gemacht, wo gespart werden kann.“ Durch den Shutdown waren zudem kaum Fortbildungen und Veranstaltungen möglich, Reisekosten sind ebenfalls weniger angefallen. In Summe konnten die Johanniter im Freistaat nochmals über 200.000 Euro einsparen.

Die Ertragsausfälle haben hauptsächlich die Bereiche Fahrdienst, Erste-Hilfe-Ausbildung und die Tagespflege betroffen. Für die Kitas übernehmen die Kommunen die entfallenen Elternbeiträge sowie die Betriebskosten. Auch Mindereinnahmen in der ambulanten Pflege von zirka zehn Prozent werden durch die Pflegekassen gegenfinanziert. Das Kindertrauerzentrum Lacrima, der ambulante Hospizdienst und der Schulsanitätsdienst beruhen ebenso wie die Sanitätsdienste bei Veranstaltungen oder der Katastrophenschutz auf ehrenamtlichem Engagement, mit wenig Einfluss auf die Gesamtbilanz. Diese Bereiche werden weitgehend aus Spenden finanziert, die in der Corona-Krise nicht zurückgegangen sind.

Die Corona-Zeiten haben in vielen Bereichen zur Reorganisation geführt. Digitale Kommunikationsformate in Kombination mit weniger Dienstreisen oder Aus- und Fortbildungen per Datenleitung werden auch in Zukunft die Arbeitsabläufe bei den Johannitern straffen. So bleibt mehr Zeit für unsere Hauptaufgabe, dem Dienst am Menschen.