Erste-Hilfe-Wochenende: „Kindergeburtstag“ endet mit „Notfällen“

Dohna, 07. April 2019

Blut, Schmerz und Tränen – alles nur Show am Erste-Hilfe-Wochenende der Johanniter. 150 Schulsanitäter zwischen 6 und 18 Jahren haben in Dohna das Einmaleins der Ersten Hilfe trainiert. Dieses Mal war ein „Kindergeburtstag“ und seine Folgen Rahmenhandlung für die acht Praxisübungen. Die Mimen spielten verunfallte Skateboard-Fahrer mit klaffenden Wunden, Geburtstagsgäste mit Schnitt- und Schädelverletzungen oder Kinder, die sich beim Kuchenwettessen übernommen haben. Johanniter-Profis haben anschließend den Einsatz der Schulsanitäter bewertet, Hinweise gegeben und Hintergründe erklärt.

Party zum 40. Geburtstag der Johanniter-Jugend

Nach einem straffen Tagesprogramm freuten sich die jungen Sanitäter auf den Abend –  eine Schnitzeljagd lockte zur Burg. „Auch hier ist Teamwork alles“, sagte Jens Werner, Regionaljungendleiter in Dresden. Er hatte sich gemeinsam mit vier Jugendlichen fünf verschiedene Routen zum Fuße der Burg ausgedacht – jeweils mit altersgerechtem Schwierigkeitsgrad. Auf dem Weg hatten die 150 Nachwuchssanitäter die letzte Möglichkeit ihren Kreativbeitrag für den Abend vorzubereiten. Denn jede der fünf Gruppen hat einen kleines Stück Kultur zum Abendprogramm beigesteuert. Nach einem Lagerfeuer an der Burg bezogen die Kinder und Jugendlichen ihr Nachtlager in der Marie-Curie-Grund- und Oberschule.

Am Sonntag standen für die Nachwuchssanitäter 13 spannende Workshops zur Auswahl, unter anderem Kurse im detailgetreuen Schminken von Wunden, zur Anatomie des Herzens oder in der psychischen Betreuung Verletzter. Außerdem konnten die Schüler einen Rettungstransportwagen der Katastrophenschutzeinheit aus Dresden erkunden und dem Bundesverband der Rettungshunde bei ihrer Arbeit mit Hunden über die Schulter schauen.

„Unfassbar, wie die Jungen und Mädchen dabei sind“

„Die Nachwuchssanitäter lernen spielerisch eine Menge“, freute sich Inken Weber, Landesjungendleiterin der sächsischen Johanniter. „Die Kinder und Jugendlichen lernen hier mit Freude in großer Gemeinschaft. Das gefestigte Wissen können sie dann in ihren Jugendgruppen und Schulsanitätsdiensten weitergeben und anwenden. Wir freuen uns auch über alle, die dann als Erwachsene bei uns bleiben – beispielsweise als Ausbilder für die nachwachsenden Generationen.“ Auch Sarah aus der Regionaljugendleitung Zwickau/Vogtland „fühlt sich nach dem Wochenende noch sicherer“. Ähnlich sieht das Mitschülerin Samantha. Sie möchte Krankenschwester werden und findet es „gut, wenn man weiß, was auf einen in diesem Beruf zukommt.“

Für Eric aus Dresden ist das Erste-Hilfe-Wochenende der erste Kontakt mit den Johannitern. Der 28-jährige Doktorand aus Dresden ist „nur“ mit der Freundin – einer Johanniterin – mitgekommen. Er war von der ersten Minute an begeistert: „Ich finde es unfassbar, wie die Jungen und Mädchen hier dabei sind. Ich habe 10 Jahre lang eine Basketball-Jugendmannschaft von U 10 bis U 20 begleitet und weiß, wie schwer es ist zu begeistern. Das ist hier ganz offensichtlich gelungen.“

Generalprobe für Bundeswettkampf im Mai

Übrigens: Zwei der 23 Teams haben sich beim zurückliegenden Landeswettkampf für den Bundeswettkampf am 25. Mai in Berlin qualifiziert. Für die 16-Jährigen der B-Mannschaft aus Aue und die 10-Jährigen der C-Mannschafft aus der Grundschule Luga war das Wochenende die Generalprobe unter Wettkampfbedingungen.

Als am Sonntagmittag alle Kisten eingepackt und das letzte Kind die Heimreise angetreten hat, lagen hinter den 90 ehrenamtlichen Johanniter-Helfern tausende Stunden, die sie ihrer Freizeit abgeknapst haben. Tausend Dank dafür!