Finanzielle Einbußen beim Unfall im Ehrenamt?

Leipzig, 01. März 2019

"Nein, wir Johanniter sind nicht schlechter gestellt als die Feuerwehren!"

Anna Appelt, Bereichsleiterin Personl im Landesverband Sachsen

In den letzten Tagen hat es heftige Diskussionen gegeben: Die Unfallkasse Sachsen stelle ehrenamtliche Feuerwehrangehörige bei Unfällen besser, als beispielsweise unsere Johanniter.

Was ist dran an dieser Nachricht? Dies Frage haben wir der Bereichsleiterin Personal im Landesverband Sachsen, Anna Appelt, gestellt:

„Die Satzung der Unfallkasse Sachsen gilt für alle Versicherten im Haupt- und Ehrenamt bei der Feuerwehr genauso, wie bei anderen Hilfsorganisationen. Das bedeutet, auch wir profitieren von der Novelle.

Von nun an bekommen alle Versicherten – unabhängig wann sie in die Organisation eingetreten sind – die gleichen Leistungen. Die frühere Unterscheidung nach dem Stichtag des Eintritts (also vor oder nach dem 1. Januar 2012 bzw. nach dem 1. Januar 2019) entfällt.

Außerdem neu: Es wird kein Pauschalbetrag mehr bezahlt, sondern der Differenzbetrag berechnet zwischen Verletzten- bzw. Übergangsgeld zum entgangenem regelmäßigen Nettoeinkommen. Diesen Betrag bekommt jeder von der Unfallkasse ausgezahlt. Einen Link zur entsprechenden Regelung finden Sie hier auf Seite 32, § 2 Absatz 2.

Darüber hinaus haben die Johanniter Sachsen eine private Arbeitgeberversicherung für alle haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter abgeschlossen. Diese Versicherung stellt Kapitalleistungen von mehreren 10.000 Euro zur Verfügung, wenn eine versicherte Person infolge eines Unfalles stirbt oder dauerhafte Beeinträchtigungen der körperlichen oder geistigen Leistungsfähigkeit erleidet.

 

Auszug aus ANHANG zu § 20 der Satzung der Unfallkasse Sachsen
Mehrleistungsbestimmungen
§ 2 II
"Als Mehrleistung wird ein etwaiger Unterschiedsbetrag zwischen dem Verletzten- oder Übergangsgeld und dem wegen Arbeitsunfähigkeit, der Hinderung an einer ganztägigen Erwerbstätigkeit wegen einer Maßnahme der Heilbehandlung oder der Teilnahme an einer Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben entgangenen regelmäßigen Nettoarbeitsentgelt oder -einkommen gezahlt. 2Als Nettoarbeitseinkommen gilt der 450. Teil des nach § 47 Abs. 1 Satz 2 SGB VII zu berücksichtigenden Betrages."  https://www.unfallkassesachsen.de/fileadmin/user_upload/Ueber_uns/Satzung/Satzung_2018.pdf