Isolation in der Corona-Krise: Zeit, für unsere Großeltern da zu sein!

Wie Menschen aus der Risikogruppe in der Corona-Krise geholfen werden kann

Sie sind da, wenn wir sie brauchen, haben immer ein offenes Ohr: Unsere Eltern und unsere Großeltern. Für sie und andere Menschen der Risikogruppen ist das Leben in Zeiten der Pandemie nicht leicht. Die Corona-Krise bedeutet für sie nicht selten Isolation und große Sorge um die eigene Gesundheit.

In der Krise gibt es aber trotzdem die Chance, diesen geliebten Menschen etwas zurückzugeben. Es gibt Möglichkeiten, wie Großeltern, Eltern und andere Menschen aus den Risikogruppen unterstützt werden können. Zusammenhalt ist gerade jetzt gefragt! Auch kleine Gesten können Großes bewirken. Die unterstützenden Johanniter Hilfsangebote sowie die Ideen und Tipps für die persönliche Hilfe können den Weg durch die Krise vereinfachen.

Warum helfen jetzt so wichtig ist

Um die Verbreitung des Coronavirus in Deutschland einzudämmen, wurde das öffentliche Leben seit Anfang März nach und nach immer weiter eingeschränkt. Veranstaltungen wurden abgesagt, Restaurants geschlossen, sogar ein allgemeines Kontaktverbot für mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit erlassen. Diese neuen Regeln verändern den Alltag aller Menschen. Doch manche trifft es besonders: Wer zu einer Risikogruppe gehört, lebt nicht nur mit der erhöhten Gefahr, infolge einer Ansteckung mit dem Coronavirus schwer zu erkranken – häufig sind gerade diese Menschen auch sonst am meisten auf Unterstützung und Hilfe von außen angewiesen.

Gemeinsam kann dafür gesorgt werden, dass

  • Senioren und Menschen anderer Risikogruppen nicht zu Hause vereinsamen.
  • diese Menschen im Alltag die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.
  • Senioren wissen, dass immer jemand für sie da ist – gerade in diesen schwierigen Zeiten und
  • ein Gemeinschaftsgefühl erzeugt wird, das Sicherheit gibt.

Das Johanniter-Zuhör-Telefon – Offenes Ohr mit Herz

Für Menschen, die sich in dieser schwierigen Zeit Gedanken machen, denen soziale Kontakte und die Umarmungen ihrer Enkel fehlen oder die einfach nur mal reden wollen, bieten wir das Johanniter-Zuhör-Telefon an. Kostenlos und anonym stehen wir durch ein freundliches Gespräch in dieser für uns alle besonderen Situation zur Seite. Dabei sind wir täglich, auch am Wochenende, von 9:00 bis 19:00 Uhr unter der 0800 0 300 700 erreichbar. Mit diesem Service möchten wir zeigen, dass wir zusammenhalten und niemand sich allein fühlen muss. Dabei hören wir gerne einfach nur zu, geben aber auch Antworten und Hilfestellung bei Fragen, die Ängste oder Sorgen bereiten.

Unsere Redezeit mit Herz – wir freuen uns über jeden Anruf!

So kann die Risikogruppe unterstützt werden

Zur Risikogruppe für Covid-19 gehören nicht nur die Großeltern, Eltern und andere Senioren, sondern auch Menschen mit Vorerkrankungen. Jetzt heißt es für alle zusammenhalten und allen Menschen dieser Risikogruppen die nötige Unterstützung geben, die sie jetzt brauchen. Für diese Menschen sollten die Dinge des täglichen Lebens wie der Wocheneinkauf miterledigt werden. Auch Medikamente aus der Apotheke sollten mitgebracht werden. So wird vermieden, dass die Älteren das Haus verlassen und sich unnötig in Gefahr begeben, sich mit dem Coronavirus anzustecken.

Die Johanniter sind auch in dieser schwierigen Zeit mit dem Johanniter-Menüservice da. Weiterhin werden warme und kalte Speisen direkt ins Haus geliefert – einfach à la Carte auswählen und ohne Umstände gutes Essen genießen. Den direkten Weg zu unserem Menüservice-Angebot vor Ort finden Sie über die PLZ-Suche

Über unseren Menüservice-Partner apetito besteht darüber hinaus die Möglichkeit, Tiefkühlmenüs für eine ganze Woche online zu bestellen und per Paket-Versand nach Hause geliefert zu bekommen.

Hausnotruf – mit kontaktloser Installation

Wir möchten weiterhin die Sicherheit geben, dass Angehörige im Notfall versorgt werden. Mit unserem Johanniter-Hausnotruf ist die Installation auch in diesen Zeiten, in denen der persönliche Kontakt vermieden werden soll, möglich: Unsere Hausnotruf-Mitarbeiter setzen sich telefonisch mit der betroffenen Person oder mit deren Angehörigen in Verbindung und besprechen alle wichtigen Details wie die Vertragsgestaltung am Telefon. Das vorinstallierte Hausnotruf-Gerät wird teilweise per Postversand oder als verpacktes Gerät vor der Wohnungs-/Haustür ausgeliefert. Es muss dann nur noch in die Steckdose gesteckt werden. Sollten Fragen auftreten, steht ein Hausnotruf-Mitarbeiter immer telefonisch für die Installation beiseite.

Johanniter-Begleiter der Mobilnotruf

Zusätzlich zum Hausnotruf bieten wir den Johanniter-Begleiter an. Das mobile Notrufsystem ist in etwa so groß wie eine Streichholzschachtel und findet damit Platz in der kleinsten Tasche. Mit nur einem Ein-/Aus-Schalter, einem intuitiv zu bedienenden Knopf zur Aktivierung des Notrufs und der Freisprecheinrichtung ist er sehr einfach zu bedienen. Bei Bedarf können bei der Johanniter-Notrufzentrale wichtige gesundheitliche Informationen hinterlegt werden, so dass die Helfer im Notfall bereits bestens informiert und vorbereitet sind, wenn sie am Unfallort eintreffen. Den Begleiter bekommen Sie kontaktlos, denn ein Besuch durch einen Techniker ist nicht notwendig. Da der Johanniter-Begleiter nicht als technisches Pflegehilfsmittel anerkannt ist, kann er über die Pflegekasse nicht abgerechnet werden.

Pflegecoach: Kostenlose Online-Pflegekurse für Angehörige

Die pflegerische Grundversorgung von Risikopatienten soll, wenn möglich, durch die Angehörigen erfolgen. Genau hierfür bietet der Pflegecoach wertvolle Praxistipps und Unterstützung für die Angehörigen. Wer sich um die Pflege eines Menschen kümmert, übernimmt viel Verantwortung. Der Johanniter-Pflegecoach ist dabei eine ideale Unterstützung! Es gibt kostenlose Online-Pflegekurse von Grundlagen bei der Pflege zu Hause, über die Leistungsansprüche bis zu Strategien zur Bewältigung und Entlastung im Pflegealltag.

Ambulante Pflegedienste – zuhause gut versorgt

Mit den mobilen Pflegediensten stehen die Johanniter Hilfebedürftigen auch in Krisenzeiten zur Seite und passen sich den individuellen Bedürfnissen an: Unsere Pflegedienstmitarbeiter helfen bei der Körperpflege, beim Anziehen und bei der Zubereitung von Mahlzeiten, haben ein offenes Ohr für Probleme oder helfen beim Einkaufen oder Reinigen der Wohnung. Und auch, wenn z.B. Medikamente nicht mehr selbst gerichtet werden können oder der Weg zur Apotheke zu weit ist, sind die Johanniter für Sie da. Zwar kann wegen der aktuell sehr dynamischen Situation, in der auch unsere Mitarbeiter von Krankheit oder Quarantäne betroffen sein können, nicht immer eine dauerhafte Versorgung zugesichert werden. Aber auch in der derzeitigen Corona-Krise nehmen wir, soweit es die regionale Situation zulässt, gerne Patienten auf. Wir beachten bei der Versorgung selbstverständlich die aktuell geltenden Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen.

Den direkten Weg zu unseren Ansprechpartnern vor Ort finden Sie über die PLZ-Suche.

Ideen: Wie man jetzt für Eltern und Großeltern da sein kann

In Kontakt bleiben

Wie bleibt man mit Mutter und Vater, Oma und Opa in Kontakt, wenn der persönliche Besuch nicht möglich ist? Hier ist ein wenig Kreativität gefragt. Zum Glück stehen in der heutigen Zeit viele Mittel und Wege zur Verfügung, den persönlichen Austausch zu pflegen.

Anruf & Videoanruf: Rufen Sie Ihre Eltern und Großeltern regelmäßig an – nicht nur, um sich nach dem Befinden zu erkundigen, sondern auch, um Ihrerseits aus Ihrem Alltag zu erzählen. Noch besser ist ein Videoanruf, sofern die technischen Möglichkeiten gegeben sind und die Eltern oder Großeltern mit der Technik vertraut sind. Wenn das Gesprächsthema mal ausgeht, kann auch gemeinsam die Lieblingssendung geschaut werden.

Spaziergang auf Distanz: Wenn Mutter und Vater, Oma und Opa nicht mehr so mobil sind, können sie vom Spaziergang aus angerufen werden, um sie an Vogelgezwitscher und den Geräuschen der Natur teilhaben zu lassen.

Nachrichten & Fotos: Auch viele ältere Menschen nutzen heutzutage Messenger-Dienste. Das Versenden von Fotos und Sprachnachrichten erfreut jeden! Das sorgt für ein Gefühl der Nähe – auch über große Distanzen.

Postkarten & Briefe: Welche Zeit könnte besser sein, um wieder mit dem Briefe- und Postkartenschreiben anzufangen? Für die ältere Generation ist es eine Freude, auf diesem Wege regelmäßig vom Alltag ihrer Liebsten mitzubekommen.

Oma und Opa eine Freude machen

Auch wenn die innige Umarmung in diesen Zeiten wegfällt, gibt es sehr viele Möglichkeiten, den Eltern, Großeltern und anderen Menschen, die zur Risikogruppe des Coronavirus zählen, eine Freude zu machen. Dies muss nicht immer einen großen Aufwand bedeuten. Je nachdem, ob die Verwandten direkt um die Ecke oder weiter entfernt wohnen, kann man in Zeiten der Corona-Krise auf unterschiedlichem Wege eine Freude machen.

Großeltern oder Eltern wohnen in der Nähe

Wenn Oma und Opa oder Mutter und Vater im näheren Umfeld wohnen, ist es natürlich leichter, etwas Gutes zu tun und ihnen in der Corona-Krise das Gefühl zu vermitteln, dass sie nicht allein sind.

  • Ein Päckchen vor die Tür legen mit etwas zum Lesen, zum Naschen und einer persönlichen Botschaft.
  • Ein gemaltes Bild von den Kindern in den Briefkasten werfen.
  • Familienfotos in einem Umschlag in den Briefkasten werfen.
  • Eine Topfpflanze oder Schnittblumen vor die Haustür stellen.
  • Das Lieblingsessen oder eine Dose mit selbstgebackenen Keksen vor die Haustür stellen.

Großeltern oder Eltern wohnen weit entfernt

Wohnen die Verwandten weiter weg? Auch dann muss dank Telefon, Post und moderner Kommunikationswege nicht auf den Kontakt verzichtet werden. Anrufe und Videoanrufe, Postkarten und Briefe, Fotos, Sprach- und Textnachrichten werden in diesen Tagen noch wichtiger. Hier gibt es noch einige Vorschläge und Ideen:

  • Gemeinsam am Telefon mitraten, während eine Quizshow im Fernsehen läuft.
  • In einem Videoanruf „Stadt, Land, Fluss“ spielen.
  • Mit den Liebsten zu Hause einen kleinen Sketch oder ein Theaterstück aufführen, es auf Video aufnehmen und dieses verschicken.

Risikogruppe in der Nachbarschaft unterstützen

Auch die Risikogruppen in der Nachbarschaft, die von der Corona-Krise besonders schwer getroffen sind, sollten wo es nur geht unterstützt werden. Wenn Hilfebedürftige in der Nachbarschaft bekannt sind, sollte man direkt auf sie zugehen und nachfragen, ob sie jetzt Unterstützung benötigen. Wenn nicht, kann ein Portal für Nachbarschaftshilfe genutzt werden. Beispiele für solche Portale:

Auf diesen Portalen ist auf einen Blick aufgelistet, welche Hilfe vor Ort oder im eigenen Stadtteil benötigt wird. Einfach anmelden und Hilfe anbieten! Besonders gefragt sind natürlich Hilfen beim Lebensmitteleinkauf und anderen Besorgungen.

 

 

Häufig gestellte Fragen – Risikogruppen & Kontakt

Darf man mit Großeltern und anderen Menschen aus Risikogruppen spazieren gehen?

Leider nein. Bewegung an der frischen Luft ist zwar geraten – allerdings nur alleine oder mit Haushaltsangehörigen gestattet und ohne jede sonstige Gruppenbildung.

Außerdem sollte aus Sicherheitsgründen in der aktuellen Situation der persönliche Kontakt zu Risikogruppen generell vermieden werden.

Wie kann man den Großeltern „kontaktfrei“ Essen vorbeibringen?

Mit dem Johanniter-Menüservice können Tiefkühlmenüs online bestellt werden und zu den Großeltern nach Hause geliefert werden. Falls selbst gekocht wird, sollte den Großeltern Bescheid gegeben werden, wann genau das Essen vorbeigebracht wird. Wenn möglich sollte ein Stuhl oder eine ähnliche Ablagemöglichkeit vor die Haustür gestellt werden, damit die Großeltern das Essen kontaktlos entgegen nehmen können. Es gilt immer 2 Meter Abstand zu halten.

 

Sollten Menschen aus Risikogruppen selbst in die Apotheke gehen?

Lieber nicht. Wenn irgendwie möglich, sollten die nötigen Besorgungen aus der Apotheke für die eigenen Großeltern oder den Nachbarn, der einer Risikogruppe angehört, übernommen werden.

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